Bulgarienurlaub: Wie? Was? Wo?
Wer sich Bulgarien als Urlaubsziel ausgeguckt hat, hat die Qual der Wahl. Ob eine Kulturreise, nachhaltiger Tourismus oder Aktivurlaub... Bulgarien stellt sich als facettenreiche Destination heraus.

Für diesen Bulgarienurlaub geht es an die bulgarische Schwarzmeerküste. Vor allem für den Sommerurlaub ist sie ein abwechslungsreiches Ziel. Die Küste Bulgariens ist 378 Kilometer lang und lässt sich in einen nördlichen und südlichen Abschnitt unterteilen, die vom Kap Emine, wo das Stara-Planina-Gebirge endet, bildet die Grenze.
209 Strände, die nicht selten in malerischen Buchten liegen, laden Urlauber zur Entspannung ein. Surfen, Wasserski, Tauchen sind beliebte Wassersportarten. Gesenkte Schiffe und Wracks sorgen für eine spannende Unterwasserarchäologie.

Das Schwarze Meer hat einen geringen Salzgehalt von nur etwa 16 bis 17 Prozent. Ebbe und Flut sind nicht sehr stark ausgeprägt.
Aber die Schwarzmeerküste kann noch mehr als Sonne und Strand. Einige Orte wurden nämlich zu Kurorten ernannt. Sie bieten neben Wanderwegen, Rad- und Reittourismus auch viele Sehenswürdigkeiten und die Möglichkeit sich ausgiebig zu erholen.
Meine Highlights am Schwarzen Meer
Wie du im letzten Abschnitt erkennen konntest, ist Bulgariens Schwarzmeerküste wirklich vielfältig. Dementsprechend sind auch meine Highlights sehr unterschiedlich, sodass für jeden etwas dabei sein sollte.
Kap Kaliakra
Das zerklüftete Kap ist mit seinen rund 70 Meter hohen rötlichen Felsen ein beliebtes Ausflugsziel. Kein Wunder! Der Ort ist nicht nur wunderschön, sondern hat auch noch eine lange Geschichte. Zusätzlich ranken sich Legenden wie die der 40 Jungfrauen um ihn, die sich gemeinsam auf diesen Klippen in den Tod gestürzt haben sollen, um nicht dem Harem der Türken angegliedert zu werden, die das Kap erobert hatten.

Bereits seit der Antike befand sich hier eine Festung. Das Kap liegt entlang der sogenannten Via Pontica – eine römische Straßenverbindung vom Bosporus zur Donau. Diese Festung hatte im Laufe der Zeit verschiedene Namen: Die Thraker nannten sie Tirisis, die Römer Akra und die Byzantiner Akres Kastelum. Im 13. Jahrhundert war sie sogar die Hauptstadt des Zweiten Bulgarischen Reiches.
Kap Kaliakra war über die Jahrtausende hinweg häufig Zankapfel der verschiedenen Mächte. Von den Thrakern über die Griechen, Römer und Byzantiner hatte jeder eine Weile die Herrschaft über die Landzunge. Auch die Türken und Rumänen haben ihr Spuren hinterlassen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kap Kaliakra endgültig an Bulgarien übergeben.
Wenn du an einen historischen Ort möchtest, der dir in einem Höhlenmuseum nähergebracht wird, ein wenig Sonne und Vitamin Sea tanken möchtest und nicht zuletzt die spektakuläre Aussicht auf die Felsklippen und das Meer genießen möchtest, ist Kap Kaliakra vielleicht auch eines deiner Highlights im Bulgarienurlaub.


Durankulak-See
Der Durankulak-See liegt etwa 15 Kilometer vom Örtchen Schabla und ca. 6 Kilometer von der Grenze zu Rumänien entfernt. Er wurde bereits 1980 zu einem Naturschutzgebiet erklärt, da es eines der am besten erhaltenen Feuchtgebiete der Schwarzmeerküste in Bulgarien ist. Auf der Fläche von mehr als 440 Hektar sind über 260 seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Tierarten heimisch. Da der Migrationsweg von Zugvögeln am See entlang verläuft, ist er vor allem für Ornithologen ein beliebtes Ausflugsziel. Zudem sind 256 Vogelarten registriert.

Ich selbst durfte mehrere grasgrüne Frösche sehen, die auf dem Geländer des Stegs, der am Rande des See entlang führt, in der Sonne gechillt haben. Ein Maulwurfhügel pulsierte, während das kleine Säugetier wohl seinen Bau vergrößerte. Ans Tageslicht wollte es jedoch nicht kommen.
Der Eintritt zum Naturschutzgebiet ist frei. Die Regeln sollten zum Schutz der Tiere und Pflanzen unbedingt eingehalten werden.
Mir hat der Durankulak-See sehr gut gefallen. Auch für nicht-Ornithologen denke ich, dass er ein schönes Ausflugsziel für jeden Bulgarienurlaub ist.
Botanischer Garten Balchik
Bereits seit 1955 kannst du dich an in der 19 Hektar großen Anlage des Botanischen Gartens von Balchik an über 3500 Pflanzenarten erfreuen. Einst war er die Sommerresidenz der rumänischen Königin Maria. Sie selbst hat den historischen Kern des Parks gestaltet, sodass ihr Erbe im Botanischen Garten weiterlebt.


Das Gewächshaus mit über 2600 verschiedenen Kakteen und Sukulenten zeigt die größte Ausstellung dieser Art des Balkan. Einige sind über 70 Jahre alt. Hier hast du einen hervorragenden Einblick in die mediterrane Flora.
Abschüssige Terrassen, Allen, Treppen und Tunnel laden zum Flanieren entlang der Küste ein. Diese werden außerdem mit Wasserfällen, Kanälen und Brunnen kombiniert.




Innerhalb des Botanischen Gartens kannst du außerdem eine kostenlose Weinprobe erleben. Das Queen's Winery House liegt mitten im Garten und du kannst dich entspannt und mit Blick aufs Meer durch die verschiedenen lokalen Weinspezialitäten probieren. So kommen Weinliebhaber im Bulgarienurlaub auf ihre Kosten.

Am Ende des Spaziergangs empfehle ich dir, im Restaurant Corona (kein Scherz!) zu Mittag oder zu Abend zu essen. Falls du noch ein wenig Kultur erleben möchtest, kannst du dir außerdem den Palast der Königin Maria anschauen, der nur einen Steinwurf vom Restaurant entfernt liegt.

Pobitite Kamani – Der Steinwald
Nur 18 Kilometer von Warna wartet ein außergewöhnliches Naturphänomen. Fünf bis zehn Meter hohe Steinsäulen stehen vereinzelt oder in Gruppen in einer dünengleichen Landschaft. Die Säulen ähneln versteinerten Bäumen, sodass der Spitzname Steinwald entstanden ist.
Obwohl sie wirken, als seien sie von Menschenhand geschaffen, sind sie tatsächlich natürlichen Ursprungs. Dieses Naturphänomen gibt es sonst nur noch ein weiteres Mal auf der ganzen Welt: Und zwar in Australien.



Die Formationen sind im unteren Eozän vor 50 Millionen Jahren unter dem Meeresboden entstanden. Wie genau sie entstanden sind, ist nicht klar. Es gibt drei verschiedene Thesen:
- Durch Ablagerungen von Korallen und Algen
- Durch einen mineralischen Ursprung
- Durch die Bildung von Sand-Kalk-Ablagerungen
Freigelegt wurde der Steinwald durch Erosion und tektonische Hebungen und ist heute auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern zu bewundern. Für den Ausflug würde ich dir feste Schuhe empfehlen. Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß dort: Mit ein wenig Fantasie kannst du in den Säulen Tiere oder Gesichter erkennen. So kannst du im Bulgarienurlaub ein wenig das Kind in dir herauslassen!
Aladscha – Das Höhlenkloster
Ein weiteres Highlight ist bestimmt das mitten im Wald gelegene Höhlenkloster Aladscha. Es befindet sich unweit von Warna. Hier haben zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert Mönche in 20 Metern Höhe auf insgesamt zwei Stockwerken gelebt. Die Höhlen wurden in die weichen Kreidefelsen geschlagen, wo bis heute die Mönchsunterkünfte, die Krypta und weitere Räume des Klosters bestaunt werden können.



Im angrenzenden Musum kannst du ganz in die Geschichte des Klosters eintauchen. Dort sind auch weitere archäologische Funde und Malereien ausgestellt. Das Aladscha-Kloster ist der ideale Ort, um deinen Bulgarienurlaub am Schwarzen Meer kulturell abzurunden.
Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 18 Uhr
Eintritt: etwa 1,50 Euro
Nessebar
Nessebar befindet sich in der Nähe von Burgas im südlichen Teil der Schwarzmeerküste. Die Stadt liegt an der Nordseite auf einer kleinen felsigen Halbinsel und ging aus einer thrakischen Siedlung hervor. Im 6. bzw. 5. Jahrhundert v. Chr. wurde es von den alten Griechen besiedelt.
Die gesamte Altstadt ist ein Freilichtmuseum mit bedeutenden historischen Bauten, imposanten Kirchen, Befestigungsanlagen und einer herrlichen Sicht aufs Meer. Nicht umsonst wurde sie bereits 1983 in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen.





Atanasovsco-See
Der Atanasovsco-See ist ein etwa fünf Kilometer langer Salzwassersee und liegt nordöstlich von Burgas. Der See wird in der Mitte von einem schmalen Streifen Sand in zwei Bereiche geteilt. Auf dem Sandstreifen verläuft die Autobahn, von der du also bereits im Vorfeld den See bewundern kannst.
Bereits in der Antike wurde hier Salz gewonnen, was Funde belegen, die bis zu 6000 Jahre alt sein sollen. Sie zeugen von Landwirtschaft, Viehzucht und der Gewinnung von Salz. Heute werden bis 40000 Tonnen Salz pro Jahr im Atanasovsco-See gewonnen.
Der Norden des Sees steht seit 1980 unter Naturschutz und ist Lebensraum verschiedener Vogelarten. Jeder Bulgarienurlauber mit ornithologischem Hintergrund wird hier seinen Spaß mit den 316 Arten haben, die hier leben.
Aber auch Fotografen kommen auf ihre Kosten... Der See hat nämlich eine Besonderheit: Hier leben nämlich kleine Salzwasserkrebse, die zu bestimmten Zeiten das stark salzhaltige Wasser rot bzw. pink färben. Daher wird er auch pink lake genannt. Ich empfand die Farbe eher als rostrot, aber es war trotzdem ein besonderes Spektakel. Wichtig ist, dass du weißt, dass der See nicht überall rot wird. Wir haben diese Färbung nur an einer einzigen Stelle gefunden. Sonst war der See ganz normal blau.



Wer ein Schlammbad nehmen möchte, kann das hier ebenfalls tun. Ein Teil des Sees ist nämlich extra für Badegäste zugelassen. Im Schlamm befinden sich Mineralien wie Schwefel, Natrium, Magnesium, Calcium, Silizium, Bor, Kalium, Brom und Strontium. Wenn du den feuchten Schlamm auf deine Haut aufträgst, nimmt deine Haut genau diese Stoffe auf. Das ist super gesund und wirkt verjüngend. Cool oder cool?
Ich würde dir also raten, in deinem Bulgarienurlaub mindestens einen halben Tag am Atanasovsco-See zu verbringen, damit du genügend Zeit zum Genießen, Fotos machen und "Wellnessen" hast!
Chengene Skele
Chengene Skele (manchmal im Deutschen auch Tschengene Skele geschrieben) ist ein Naturschutzgebiet, das sich südlich von Burgas in der gleichnamigen Bucht befindet. Es gehört zu den wenigen Schutzgebieten Bulgariens, die sowohl Land als auch Meer umfassen. Gleichzeitig ist es auch ein dort angesiedeltes Fischerdorf.
Wer einen Einblick in das Leben echter bulgarischer Fischer bekommen möchte, sollte Chengene Skele in seine Planung des Bulgarienurlaubs unbedingt mit einschließen. Hier kannst du durch die Kanäle schlendern und sogar in die Häuschen hineinschauen. Einfach klopfen! Du wirst garantiert mit einem Lächeln empfangen. Die Bewohner freuen sich riesig über Touristen.
In der Bucht wird zudem gerade ein ethnographisches Zentrum eröffnet, das den Besuchern die verschiedenen Projekte näherbringen soll.





Sozopol
Im Süden der bulgarischen Schwarzmeerküste wartet eine weitere Perle. Sozopol liegt an der Südseite der Bucht von Burgas und verteilt sich auf mehrere kleine Halbinseln. Zusammen mit dem oben bereits erwähnten Nessebar handelt es sich dabei um eine der ältesten Städte des Landes. Bis ins 17. Jahrhundert war Sozopol eine wichtige Handelsstadt und hatte einen bedeutenden Hafen, von dem das Getreide Thrakiens verschifft wurde. Sie war auch als Winzer- und Fischerstadt bekannt.
Wie Nessebar ist auch die Altstadt von Sozopol mit den Festungsmauern und anderen bedeutenden Bauten ein Frelichtmuseum sondersgleichen.





Besonders gut hat mir die kleine "Promenade" gefallen, die entlang der alten Mauern mit Blick aufs Meer führt. So sieht Schlendern im Bulgarienurlaub aus. Und es bieten sich mit Sicherheit tolle Fotogelegenheiten.
Mein Tipp: Plane dein Mittagessen im Restaurant Windmill. Super lecker mit herrlichem Blick aufs Meer!