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Der Staufen im Taunus – Eine Wanderung, ein Burgstall und ein Schwur

von | 23/04/20 | Alles und nichts, Deutschland, Europa, Reisen, Taunus | 0 Kommentare

Der Staufen im Taunus war mir schon immer ein Begriff. Klar: Er liegt nur etwa eine Stunde zu Fuß von dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Aber wie das so oft der Fall ist, habe ich viele Destinationen auf der ganzen Welt erkundet. Nur meine Heimat kannte ich nicht sonderlich gut. Aber in dieser schwierigen Zeit lerne ich zu schätzen, was direkt vor der Tür liegt. Und so habe ich begonnen, die Region kennenzulernen. Den Anfang machte der Staufen. Mir war nicht einmal bewusst, was für ein sagenumwobener Ort das ist…

Anfahrt

Für die Wanderung auf den Staufen im Taunus musst du in meinen Heimatort Kelkheim reisen und dort zum Waldgasthof Gundelhard. Dies ist der Ausgangspunkt für die Wanderung. Dorthin gelangst du am besten folgendermaßen:

  • Mit dem Auto – Vor dem Waldgasthof Gundelhard gibt es einen großen Parkplatz. Du kannst dich also einfach dorthin navigieren lassen und dein Auto dann dort stehenlassen.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß – Solltest du nicht mit dem Auto anreisen, kannst du die Taunusbahn vom Frankfurter Hauptbahnhof oder Höchst Richtung Königstein nehmen, in Kelkheim Münster aussteigen und dann Google Maps oder deinem bevorzugten Navigationsdienst folgen. Bis zur Gundelhard dauert es zu Fuß etwa eine halbe Stunde.

 

Die Wanderung

Die Daten für diese Wanderungen ab und zur Gundelhard habe ich dir kurz und knapp zusammengefasst: 

Gesamtlänge

5,9 Kilometer

Dauer

2,5 Stunden

)

Höhenmeter

210 Meter

Höchster Punkt

433 Meter

Wenn du vor der Gundelhard stehst und auf das Haus blickst, nimmst du von dort den rechten Weg, sodass du das Feld zur Linken und den Wald zur Rechten hast. Hier ist vor allem am Wochenende viel los. Denn der Gasthof ist ein bisschen so etwas wie ein Knotenpunkt: Von hier führen Wanderrouten in alle Richtungen und zu mehrere tollen Orten. Der Staufen im Taunus ist einer davon. Aber von hier geht es auch zum Kaisertempel, zum Bahá’ì Tempel oder zum Meisterturm.

Von der Gundelhard zum Staufen

Lauf einfach weiter geradeaus, bis die Straße eine 90-Grad-Biegung nach links macht. Dort folgst du dem Pfad in den Wald hinein. Leider ist der Staufen nicht ausgeschildert. Entweder fragst du dich durch oder hältst nebenbei Google Maps offen. Das ist nicht ideal, weil nicht alle Wanderwege eingezeichnet sind. Aber so kannst du an Kreuzungen ungefähr erahnen, wo du lang musst. Wobei es auch nicht viele Kreuzungen sind. Halte dich einfach erst links, nachdem es in den Wald ging, laufe den Berg hoch und an einer großen Lichtung mit einem Picknicktisch (letztes Foto im Folgenden) biegst du nach rechts ab. Von dort geht es immer geradeaus.

Von der Gundelhard zum Staufen

Von der Gundelhard zum Staufen

Von der Gundelhard zum Staufen

Von der Gundelhard zum Staufen

Wenn du ganz gemütlich läufst und immer wieder Fotostopps machst, um die Schönheit der Natur einzufangen, solltest du trotzdem nicht mehr als eine Stunde brauchen. Von der Gundelhard auf den Staufen sind es nämlich nur 2,7 Kilometer.

Auf dem Staufen im Taunus

Auf dem Staufen im Taunus

Dass du angekommen bist, merkst du auch schon daran, dass hier wahrscheinlich ein paar Wanderer und Radfahrer die Aussicht genießen. Diese sitzen sicher auf der Felsengruppe zu deiner Rechten, dem sogenannten Großen Mannstein.

Auf dem Staufen im Taunus – Der Große Mannstein

 

Der Staufen im Taunus

Nun befindest du dich auf etwa 450 Metern über dem Meeresspiegel. Der Gipfel selbst ist dicht bewaldet und nicht sonderlich spektakulär. Vom Großen Mannstein hingegen hast du einen fantastischen Blick, der an klaren Tagen die Sicht bis in den Odenwald erlaubt.

Auf dem Staufen – Ausblick vom Großen Mannstein

Leider war es nicht sehr klar, als ich oben war. Aber trotzdem möchte ich dir eine Nahaufnahme von der Frankfurter Skyline und meinem Heimatort Kelkheim nicht vorenthalten:

Ausblick vom Großen Mannstein auf Frankfurt

Ausblick vom Großen Mannstein auf Kelkheim

Neben dem Großen Mannstein gibt es unweit auch den Kleinen Mannstein.

 

Die Sage um den Großen Mannstein

Die Entstehung eines solchen Ortes ist ja häufig sagenumwoben. So auch beim Großen Mannstein, der uns auf die Spuren von Kelkheims Romeo und Julia bringt.

Die Legende besagt, dass ein Edelknabe, der auf der Burg Königstein aufgewachsen war und schon in jungen Jahren in Frankfurt zum Ritter geschlagen worden war, ein Edelfräulein kennenlernte. Ihr Vater war mit dem Burgherren verfeindet, sodass sie heimlich auf ein Fest im Hause des Edelknaben gekommen war. Der Junge und das Mädchen verliebten sich in einander und verabredeten sich zu einem Treffen in der Nähe der Burg des Fräuleins.

Da ihr Vater das Mädchen jedoch von einer Dienerin, die auch eine Hexe war, überwachen ließ, verstand sie schnell, was vor sich ging und beobachtete das Paar sogar zusammen. Als die beiden bemerkten, dass die Dienerin im Schatten lauerte, flohen sie auf den Staufen. Die Hexe war allerdings schneller und verwandelte erst den Edelknaben und dann das Fräulein in einen Stein.

Angeblich erwachen die zwei Verliebten alle 13 Jahre und lustwandeln auf dem Gimbacher Hof. Am nächsten Tag verwandeln sie sich zurück in die Steine.

Dieser Sage zufolge sollte der Kleine Mannstein also eher Fräuleinstein heißen, um den Kelkheimer Verliebten gerecht zu werden.

 

Der Ringwall Staufen

Leider ist von der Höhenburg nicht mehr viel erhalten. Man kann sie bestenfalls erahnen und es ist so wenig übrig, dass sogar eine Datierung nicht möglich war. Allerdings wurden Tonscherben gefunden, die Römische Terra Sigillata zu sein scheinen und somit aus dem 1. Jahrhundert vor Christus stammen.

Bei einem so schlechten Erhaltungszustand spricht man nicht mehr von einer Ruine, sondern von einem Burgstall. Der Wall ist 9 Meter lang, 3,5 Meter breit und 2,7 Meter hoch.

Es wird vermutet, dass es sich um eine kleine Wallanlage handelte, die einen Holzturm zur Kontrolle der Straße hatte. Diese Straße führte vom Main bis an den Taunuskamm. Erstmals erwähnt wurde die Burg im Jahre 1361.

 

Der Staufenschwur

Der Aussichtspunkt ist aber mit seinem Ausblick auf den Taunus und die Rhein-Main-Ebene nicht nur schön und blickt auf zwei Jahrtausende Geschichte zurück. An dieser Stelle fand auch ein wahrhaft denkwürdiges Ereignis statt: Im Oktober 1838 trafen sich hier die Brüder Friedrich, Heinrich und Max von Gagern, nach dem eine der Grundschulen Kelkheims benannt wurde, zu einem Treuebund im Kampf für die deutsche Einheit. Dieses Bestreben kommt in diesem Vers aus einem Gedicht von Friedrich von Gagern hervor:

Nur eine deutsche Fahne sollte wehen
Vom Ostseestrand bis zu der Alpen Höhen;
Und unsre Losung war: Ein Deutschland sei,
Ein Vaterland – groß, mächtig, einig frei!

An diesen sogenannten Staufenschwur erinnert noch heute eine Gedenktafel auf dem Großen Mannstein.

Großer Mannstein – Staufenschwur

Heinrich von Gagern wurde zehn Jahre nach dem Staufenschwur Präsident der Frankfurter Nationalversammlung, dem ersten Parlament des damalas entstehenden Deutschen Reiches.

Die Brüder liegen auf dem Friedhof von Kelkheim Hornau begraben, von wo sie auf den Großen Mannstein blicken können. So werden sie sogar im Tod an ihren Schwur erinnert.

 

Schillereiche und Gedenkstein

In der Nähe des Walls steht zudem die sogenannte Schillereiche mit entsprechendem Gedenkstein. Die amerikanische Roteiche ließ Baronin Antonie von Reinach zum hundertsten Todestag von Friedrich von Schiller pflanzen. Daneben steht auf einem Gedenkstein „Schiller-Eiche 9. Mai 1805-1905“.

Weitere Ausflugsziele in der Nähe

Wenn du gerne wandern gehst und andere Regionen erkunden willst, kann ich empfehlen, dir den Odenwald, den Pfälzerwald oder den Spessart anzuschauen.

Solltest du einen Städtetrip in diesem Teil Deutschlands machen wollen, lege ich dir die folgenden Städte ans Herz:

  • Baha’i Tempel: Der Baha’i Tempel im Hofheimer Stadtteil Langenhain ist nicht nur unheimlich fotogen. Er symbolisiert auch Weltoffenheit und Toleranz gegenüber allen Glaubensrichtungen, Nationalitäten, etc. Das zeigt sich schon in seiner runden Form. Er ist ein toller Fotospot und Ausflugsziel für Wanderungen oder Radtouren.
  • Der Mainzer Sand: Der Mainzer Sand hat mich ja ein bisschen geflasht… Ich habe mich gefühlt, als wäre ich in die afrikanische Savanne gebeamt worden. Eigentlich ist es aber ein Relikt aus der Eiszeit und eine von wenigen Binnendünen in Deutschland.
  • Das Kloster Lorsch: Das Kloster Lorsch ist nicht nur ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen oder Radtouren. Es ist auch ein Ort voller Geschichte. Das heutige Weltkulturerbe der UNESCO wurde 764 gegründet und nur wenige Jahre später an Karl den Großen übertragen. So wurde es zum Reichskloster und genoss entsprechende Privilegien. Diese verlor es jedoch im 13. Jahrhundert und wurde in der Folge im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
  • Das Felsenmeer: Das Felsenmeer ist nicht nur der wohl bekannteste Ort des Odenwalds, sondern auch ein tolles Ausflugsziel für Outdoorfans jeden Alters.Du kannst eintauchen in die Sagenwelt zur Entstehung des Felsenmeeres, in die Zeit der Römer, die sich hier ausgetobt haben, oder in die Erdgeschichte. Und nebenbei macht es auch noch einen Riesenspaß über die Felsen zu klettern.
  • Lohr am Main: Das erste Mal wurde Lohr am Main 1295 urkundlich erwähnt und ist allgemein als Schneewittchenstadt bekannt. Dass das Mädchen, das wegen ihrer Schönheit getötet werden sollte, Lohrerin war, ist zwar nicht belegt, jedoch durchaus möglich. Die Gebrüder Grimm lebten unweit von Aschaffenburg, in Hanau, und auf ihrem Weg Richtung Bremen kamen sie auch im Spessart vorbei, sodass sie von der Stadt Lohr inspiriert worden sein könnten.
  • Mannheim: Die Quadratestadt ist zu jeder Zeit einen Besuch wert. Ob drinnen oder draußen, hier gibt es immer was zu tun oder zu erleben.
  • Miltenberg: Die Kleinstadt in Unterfranken liegt zwischen Odenwald und Spessart und ist ein wahres Kleinod. Die Altstadt ist malerisch und sogar Startpunkt mehrerer Wanderwege. Die Mildenburg und das Museum der Stadt Miltenberg bietet den Kulturinteressierten unter uns die Möglichkeit, ihren Wissensdurst zu löschen.

 

Meine Ausstattung

Unterwegs auf meinen Touren bin ich vor allem mit Kleidung und Equipment von Decathlon*. Meine Wanderschuhe sind beispielsweise diese hier: Wasserdichte halbhohe Wanderschuhe*. Generell empfehle ich dir, falls du regelmäßig Wanderungen oder Outdoor-Touren unternimmst, dir ein paar entsprechende Kleidungsstücke und Schuhe zuzulegen. Im Notfall reichen aber auch normale Turnschuhe, solange diese dir guten Halt bieten und du damit klarkommst, wenn sie gegebenenfalls dreckig werden. Das kann bei Wanderungen wie der in der Margarethenschlucht schneller passieren, als du gucken kannst.

Wanderschuhe von Decathlon

Ich würde dir außerdem Schutz für dein Handy empfehlen. Ich habe mir einen schönen Kratzer eingefangen, als ich in der Margarethenschlucht unterwegs war. Und das, obwohl mein Handy weder runtergefallen noch irgendwo angestoßen ist. Zumindest nicht bewusst. Daher habe ich nun mit einer Outdoorhülle vorgesorgt: Outdoor Case iPhone*.

Meine Fotos mache ich übrigens mit einer Sony Alpha 6600*. Ich wechsle meistens zwischen meinen zwei Lieblingsobjektiven: einem 10-18mm Weitwinkelobjektiv* und einer 30mm Festbrennweite*. Falls du dich schon gewundert hast, wie ich Fotos von mir mache, obwohl ich viel allein unterwegs bin: Ich habe ein Rollei Stativ*.

Mein Fazit

Auch wenn ich es 33 Jahre hinausgezögert habe, bis ich sie endlich unternommen habe, ist eine Wanderung auf den Staufen im Taunus und zum Großen Mannstein ein absolutes Muss für Kelkheimer sowie alle, die in der Umgebung leben bzw. hierherreisen und wanderbegeistert sind.

Und sobald der Waldgasthof Gundelhard wieder geöffnet hat, kannst du hier nach deiner Rückkehr von der Wanderung einkehren, ein kühles Getränk genießen oder deinen hungrigen Magen füllen.

Deine Barbara

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