Mit der Best of Westbank Tour nach Jericho, Ramallah und Bethlehem

Mit der Best of Westbank Tour nach Jericho, Ramallah und Bethlehem

Mit der Best of Westbank Tour nach Jericho, Ramallah und Bethlehem

Meine zweite Tour nach Palästina, die Best of Westbank, machte ich eine Woche nach dem Tagesausflug nach Nablus und Jenin.

Als ich dieses Jahr für die TBEX nach Jerusalem gereist bin, war für mich klar: Ich muss diesmal nach Palästina. Das Land wird auch Westjordanland (bzw. auf Englisch Westbank) genannt, da es an den westlichen Ufern des Jordans liegt. Ich persönlich hatte immer das Gefühl, dass der Begriff Westbank abschätzig verwendet wird. Aber das habe ich nicht bestätigt bekommen und war nur so ein Gefühl.

Dem Artikel möchte ich voranstellen, dass ich keine Politologin bin und auch nicht Partei ergreifen möchte. Ich bin lediglich eine Reisende und digitale Nomadin, die Länder, Orte und Kulturen aus erster Hand erfahren möchte. Ich sehe Menschen und Landschaften, nicht Politik und Wirtschaft.

Und nun möchte ich dich zu den Highlights der Tour nach Jericho, Ramallah und Bethlehem mitnehmen.

Taufstelle im Jordan – Erste Station der Best of Westbank Tour

Unser erstes Ziel war der Jordan – um genau zu sein: Der Ort, an dem Jesus getauft worden sein soll.

taufstelle jesus jordan

treppe zum jordan

Ich habe in den Berichten anderer Blogger gelesen, die hier sogar Taufen mit ansehen konnten und den Ort überfüllt und mit bewaffneten Soldaten erlebt haben. Als ich dort war, war es friedlich, ruhig und niemand außer meiner Tourgruppe hat die Idylle unterbrochen.

Hier kann man die andere Seite gut sehen. Das ist Jordanien. Dort hinüber zu schwimmen, ist strengstens verboten.

jordan

taufstelle im jordan

Der Fluss war zu Zeiten Jesu übrigens deutlich breiter. Die Taufe soll auf der jordanischen Seite stattgefunden haben.

Jericho – Zweite Station der Best of Westbank Tour

Jericho ist eine der ältesten Städte der Welt – wenn nicht sogar die älteste Stadt der Welt. Ausgrabungen zufolge wurden die ersten Siedlungen hier vor 11.000 Jahren, also um 9.000 vor Christus, angelegt. Sie liegen am Fuße des Bergs der Versuchung (Djebel Qarantal), auf dem Jesus während seiner 40-tägigen Fastenzeit den Versuchungen des Teufels widerstanden haben soll.

Die Ausgrabungsstätte von Jericho

Tell es-Sultan liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum von Jericho entfernt direkt an der Talstation der Seilbahn, die auf den Berg der Versuchung führt. Hier wurden 23 Schichten ausfindig gemacht, die auf zerstörte Siedlungen hinweisen, die übereinander gebaut wurden. Insgesamt sind diese Schichten 21 Meter hoch.

Jericho – Best of Westbank Tour

blick jericho

jericho lowest place on earth

Elishaquelle

Hier findest du auch die Ain-es-Sultân-Quelle, auf Deutsch Elishaquelle (bzw. Englisch Elisha’s Spring oder auch Elisha’s Fountain), dessen Wasser der Prophet gereinigt haben soll und das bis heute verjüngende Kräfte haben soll. Unser Tourguide scherzte:

„Ich trinke täglich von dieser Quelle und ich bin jetzt 107 Jahre alt!“

elija well drinking water

elija well

Ramallah – Dritte Station der Best of Westbank Tour

Ramallah wurde im 16. Jahrhundert von den Haddadinen gegründet und beherbergt heute einen Teil der palestinensischen Regierung (der andere Teil befindet sich in Gaza-Stadt). Die Zusammensetzung aus den Arabischen Wörtern Ram und Allah heißt auf Deutsch so viel wie Gotteshügel.

we ramallah

Die Stadt war in den Händen verschiedener Länder: Während des Arabisch-Israelischen Krieges 1948 hatte Jordanien die Kontrolle. 1967 wurde Ramallah von den Israelis besetzt und danach von ihnen verwaltet; 1994 folgte der Oslo-Friedensprozess, der für eine palästinensische Selbstverwaltung sorgte. Offiziell ist die Hauptstadt von Palästina Jerusalem, aber de facto ist Ramallah das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der palästinensischen Autonomiegebiete.

Das Grab Arafats

Hier befindet sich auch das Grab von Jassir Arafat, dem ehemaligen Präsidenten von Palästina. Er wollte eigentlich neben der Al-Aqsa Moschee auf dem Tempelberg begraben werden, aber die israelische Regierung hat dem nicht zugestimmt. So wurde auf dem Areal des Regierungssitzes in Ramallah ein Mausoleum für ihn errichtet.

grab palestine

Ramallah Stadt

Auf diesem Foto siehst du den angeblich wahren Times Square (zumindest behaupten das die Palästinenser):

times square of palestine

Auch ein Besuch auf dem Markt darf bei einer Tour in eine Stadt in Nahost nicht fehlen. Wir essen Bananen, Erdbeeren, Mandarinen und Mandeln, die außen noch pelzig und grün sind. Die Menschen sind freundlich, lächeln uns an und ermuntern uns, die lokalen Köstlichkeiten zu probieren.

market ramallah

Bethlehem – Vierte Station der Best of Westbank Tour

Unser letzter Stopp ist Bethlehem. Ich bin schon ganz schön aufgeregt, da ich christlich aufgewachsen bin und dieser Ort für mich irgendwie eine besondere Bedeutung hat. Es ist der Ort, an dem Jesus geboren sein soll. Der Ort, an dem die Heiligen drei Könige dem Stern von Bethlehem folgten, der sie zum Jesuskind führte.

Genau dieser Ort soll unser erstes Ziel sein: Die Church of Nativity bzw. Geburtskirche wurde über der Geburtsstätte Jesu errichtet. Genau hier soll Jesus in einem Stall auf die Welt gekommen sein. Im oberen Teil der Kirche finden bis heute orthodoxe Messen statt.

church of nativity

Über eine Treppe gelangt man eine Etage tiefer. Eigentlich war es hier rappelvoll, aber ich habe hinbekommen, ein Foto zu machen, während meine Gruppe die Höhle verlassen hat und die nächste Gruppe reingelassen wurde:

in the church of nativity

in the church of nativity 2

Wieder an der Oberfläche wirst du in einen Kreuzgang geleitet, der zur christlichen Kirche führt.

christian part church og nativity

church bethlehem

Davor ist eine Krippe aufgebaut, die die  bekannte Szene darstellt, in der die Heiligen drei Könige im Stall erscheinen.

krippe church of nativity

Dann bummeln wir ein bisschen durch die Straßen und Gassen Bethlehems. Die Atmosphäre in der einzigen christlichen Stadt in Palästina ist ganz besonders. Irgendwie weniger arabisch. Und doch ist der arabische Flair da.

alley bethlehem

Die letzte Station der Best of Westbank Tour führte uns an die Mauer zwischen Palästina und Israel und zum Banksy Hotel, das eigentlich The Walled Off Hotel heißt.

 

 

Die Mauer

Während der Zweiten Intifada im Jahr 2000 haben die Israelis eine 708 Kilometer lange Mauer zwischen Palästina und Israel hochgezogen, mit der Begründung sich vor Selbstmordattentaten zu schützen. Ich war zwar erst zwei Jahre alt, als die Mauer in Deutschland fiel, aber dennoch kenne ich die Bilder. Ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich an diesen Ort denke – So voller Hass dem anderen gegenüber. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen muss, mit einer Mauer vor der Tür zu leben. Mit dem Wissen, dass die Menschen auf der anderen Seite mich aufgrund meiner Religion und Herkunft ablehnen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal wiederholen, dass ich niemanden ver- oder beurteile. Während meiner beiden Reisen in Israel habe ich wunderbare Israeli kennengelernt, mit denen ich eine tolle Zeit hatte und bereichernde Gespräche geführt habe. Ich versuche nur meine Gefühle zu beschreiben.

Hier ein paar Eindrücke, die ich unkommentiert lassen möchte:

the wall

the wall in palestine

peace

free

barbaralicious prays for peace

at the wall

Ein verlassenes Haus steht auf der anderen Straßenseite – mit diesem Ausblick würde ich wohl auch nicht täglich aufwachen wollen:

house at the wall

Ich bin sprachlos, traurig, wütend – Warum tun Menschen sich so etwas an? Und nein, ich meine nicht nur die Israelis mit der Mauer! Ich meine genauso die Palestinenser, die vorher mit Bombengürteln ins Nachbarland marschiert sind und sich in die Luft gejagt haben. Und ich meine genauso jeden anderen, dessen Handlungen von Menschenhass geprägt sind. Und noch eine Anmerkung: In Krakau und Auschwitz ist mir aufgefallen, dass immer alle von „den Deutschen“ geredet haben. Spätestens seit diesem Moment ist mir klar, wie verletztend so eine Pauschalierung ist. Aber nun weiß auch nicht, wie ich das politisch korrekter ausdrücken soll…

Wall Mart

Wenn du dich auf der Mauer „verewigen“ (ewig hält es sicher nicht, da die Mauerplatten immer wieder übermalt werden) möchtest, kannst du im sogenannten Wall Mart eine Sprühflasche bekommen. Dort werden auch allerlei Souvenirs verkauft, die das Thema Nahostkonlikt und Mauer auf die Schippe nehmen. Ich musste teilweise laut auflachen, weil die Sprüche auf den Shirts zum Beispiel so gut sind. Dabei ist das alles andere als witzig, sodass ich gleich ein schlechtes Gewissen hatte. Aber der Besitzer des Wall Mart hat mich angelächelt und ermuntert, weiterzulesen und weiter zu lachen! An Humor mangelt es den Menschen hier wirklich nicht!

wall mart

 

Das Walled Off Hotel oder Banksy Hotel

Wir laufen weiter und gelangen ans The Walled Off Hotel. Eine einzige Satire! Das Hotel wirbt mit der weltschlechtesten Aussicht und wurde gänzlich von einem Künstler namens Banksy gestaltet, der zahlreiche Bezüge auf den Nahostkonflikt eingebaut hat.

the walled off hotel

katze und taube

bild hotel

in the hotel

Das Piano spielt übrigens alleine, wie von Geisterhand. Irgendwie gruselig! Und sowieso ist der ganze Raum bedrückend.

Banksy hat übrigens in der ganzen Stadt Grafittis gesprüht. Zwei davon habe ich gesehen:

friedenstaube graffiti

banksey graffiti

Ich freue mich, als ich wieder rausgehe und die Sonne auf meiner Haut spüre. Mit dem Van geht es zurück nach Jerusalem, die andere Seite der Mauer. Ich bin dankbar, dass ich das kann. Ich bin dankbar, dass ich in einem Land ohne Mauer aufgewachsen bin (meine ersten zwei Lebensjahre zähle ich mal nicht). Ich bin dankbar für meinen deutschen Pass, der es mir ermöglicht, in so viele Länder zu reisen, während so mancher anderer das nicht kann. Mir wird klar, wie privilegiert ich bin und gebe mir selbst das Versprechen, dieses Privileg nicht ungenutzt zu lassen. Denn irgendwie ist es meine Pflicht, oder?

Deine Barbara

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Nablus und Jenin Tour
NAHOST
NABLUS UND JENIN
Masada
NAHOST
MASADA
Tel Aviv Jaffa 1
NAHOST
ABRAHAM HOSTELS

Nablus und Jenin – Mein erster Ausflug nach Palästina

Nablus und Jenin – Mein erster Ausflug nach Palästina

Nablus und Jenin – Mein erster Ausflug nach Palästina

Eine meiner Touren beim letzten Besuch in Israel ging nach Nablus und Jenin.

Als ich dieses Jahr für die TBEX nach Jerusalem gereist bin, war für mich klar: Ich muss diesmal nach Palästina. Das Land wird auch Westjordanland (bzw. auf Englisch Westbank) genannt, da es an den westlichen Ufern des Jordans liegt. Ich persönlich hatte immer das Gefühl, dass der Begriff Westbank abschätzig verwendet wird. Aber das habe ich nicht bestätigt bekommen und es war nur so ein Gefühl.

Dem Artikel voranstellen möchte ich, dass ich keine Politologin bin und auch nicht Partei ergreifen möchte. Ich bin lediglich eine Reisende und digitale Nomadin, die Länder, Orte und Kulturen aus erster Hand erfahren möchte.

Die Nablus und Jenin Tour

Ich habe zwei Tagestouren bei Abraham Tours gebucht: Die Tour nach Nablus und Jenin und die Best of Westbank Tour. Hier möchte ich dich an die verschiedenen Orte der Tour nach Nablus und Jenin entführen – zwei Orte, die ich zuvor nicht kannte! Aber die Nablus und Jenin Tour wurde mir empfohlen, sodass ich bereitwillig zum ersten Mal nach Palästina fuhr.

Ich döste im Taxi vor mich hin, da wir früh abgeholt worden waren. Nach etwa 20 Minuten hielten wir am Rand der Straße. „Wir müssen jetzt auf den Guide warten“, sagte der Taxifahrer. Ich hatte nur Fragezeichen in den Augen, hoffte aber, dass der Guide uns erklären würde, was hier vorging und fragte nicht weiter.

Weitere fünf Minuten später kam ein schwarzer Minibus. Dort sollten wir einsteigen. Ein Mann kam uns entgegen und stellte sich als Ashraf vor, unser Tourguide für den Tag.

Kiryat Luza

Auf dem Weg zu unserer ersten Station, Nablus, erklärte er, dass er nicht nach Israel einreisen könne und deswegen dieser fliegende Wechsel hinter der Grenze gemacht werden müsse.

„Hinter der Grenze?“, fragte ich verwirrt.

„Ja, hast du den Jackpoint nicht gesehen?“, entgegenete Ashraf. Ich war völlig irritiert, dass mir das entgangen war und dass es offensichtlich keinerlei Kontrollen gab.

Wir fuhren eine ganze Weile, bis wir unser erstes Ziel erreichten. Schon bei dieser Autofahrt fiel mir auf: Das Land ist grün und einfach wunderschön. Irgendwie hatte ich ein lebloses Land erwartet – keine blühenden Bäume und satte Wiesen.

Als wir Kiryat Luza in den Höhen des Berges Garizim erreichten, lag Nablus unter uns in den Wolken – oder war es Nebel? Ich weiß es nicht.  Der Ort ist auf jeden Fall die Heimat der letzten Samaritaner: Etwa 700 Anhänger dieser Religionsgemeinschaft gibt es noch und 90 Prozent davon leben hier.

 

Nablus

Danach sind wir in die Stadt Nablus runtergefahren, die eine römische Gründung namens Flavia Neapolis war, und haben uns die drei Hauptsehenswürdigkeiten angeschaut:

Jakobsbrunnen

Am Jakobsbrunnen soll Jesus auf dem Weg von Jerusalem nach Galiläa auf eine Samariterin getroffen sein und mit ihr ein theologisches Gespräch geführt haben. Um den Brunnen herum wurde eine griechisch-orthodoxe Kirche gebaut.

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Der Brunnen befindet sich in der Krypta und man kann bis heute Wasser aus ihm schöpfen. Direkt daneben sitzt der Priester, der maßgeblich die Instandhaltung der Kirche in den letzten Jahrzehnten beeinflusst hat: Abuna Justinus.

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Nablus und Jenin Tour Stopp 2: Jakobsbrunnen

Die Ausgrabungsstätte Balata

Nicht weit vom Jakobsbrunnen befindet sich die Ausgrabungsstätte Balata. Sie ist UNESCO Welterbestätte und wird zum Teil auf 4000 vor Christus datiert! Leider ist nicht mehr so viel übrig, was du bewundern kannst. Beeindruckend finde ich es trotzdem:

Nablus und Jenin Tour Stopp 3: Balata

Nablus und Jenin Tour Stopp 3: Balata

Nablus und Jenin Tour Stopp 3: Balata

Der Souq

Als nächstes fuhren wir zum Souq. Dort warteten die üblichen Köstlichkeiten, Obst und Gemüse sowie Gewürze aus der arabischen Welt. Es roch fantastisch und die Rufe der Marktschreier folgten uns durch die engen Gassen.

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Das Highlight war eine Moschee, an der ich garantiert vorbeigelaufen wäre, wenn ich meinen Weg durch den unübersichtlichen Markt ohne Guide hätte finden müssen. Von außen unscheinbar war der Bau von innen ziemich beeindruckend.

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Ich wollte nur noch ein schnelles Foto machen, während die anderen schon weitergingen. Da signalisierte mir ein Mann, ich solle die Schuhe ausziehen. Ich war zwar gar nicht auf dem Teppich, aber gut. Ich wollte ja nicht despektierlich erscheinen. Kaum hatte ich die Schuhe ausgezogen, bedeutete er mir mit einer Handbewegung, ihm zu folgen, er drehte sich um und lief los. Ich schaute nach draußen, in der Hoffnung, ich könnte jemandem aus meiner Gruppe Bescheid geben, sah aber niemanden.

Also hoffte ich, dass sie meine Abwesenheit von allein bemerken würden und folgte ihm auf leisen Sohlen. Ich holte ihn ein und versuchte zu erklären, dass ich zu meiner Gruppe zurück müsse, aber er lächelte nur und ging weiter. Zweimal um die Ecke und dann standen wir vor diesem Raum, der eher einer Höhle glich. Ich machte ein Foto und sagte ehrfürchtig „Shukran, shukran, but I really need to go back“, und war froh wenigstens auf Arabisch danke sagen zu können.

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Der Guide wartete bereits am Eingang zur Moschee auf mich. Ich entschuldigte mich und erklärte ihm, dass ich nicht unhöflich sein wollte. Er verstand es und erklärte mir, dass der Mann es genießt, Touristen den Gebetsraum zeigen zu können. Schließlich ist Nablus keine Touristenhochburg und da freuen sich die Leute, wenn man sich für sie und ihre Kultur interessiert. Ich blickte zurück und mit einem Kopfnicken bedankte ich mich mit einem weiteren „shukran“.

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Wir liefen weiter durch den Markt, der einer der größten war, den ich je besucht habe.

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Nablus und Jenin Tour Stopp 4: Souq von Nablus

Jenin

Die Fahrt ging weiter nach Jenin. Auch von diesem Ort hatte ich noch nie gehört. Ashraf hatte hier etwas Besonderes mit uns vor: „Die Menschen glauben, dass Palästina gefährlich sei. Sie haben Angst. Deswegen möchte ich auf meinen Touren immer, dass die Reisenden einmal alleine durch eine Stadt laufen. Seid in einer Stunde wieder hier!“

Ich war völlig perplex und meine erste Reaktion war: „Meint der das Ernst? Das kann der doch nicht machen! Was, wenn wir uns verirren?“ Aber dann lief ich mit den anderen los und wir schlenderten über den Markt, bekamen Erdbeeren und Mandarinen angeboten und als der Muezzin anfing, von der Moschee zu rufen, war der „Orient-Moment“ perfekt. Keine negativen Gefühle, keine Angst, keine Bedrohung. Nur freundliche, lächelnde Menschen in einer arabischen Stadt.

Nablus und Jenin Tour Stopp 5: Die Stadt Jenin

Flüchtlings-Camp nahe Jenin

Am Schluss fuhren wir noch in ein Flüchtlingslager in der Nähe der Stadt. Ich hatte erwartet, dass Zelte auf uns warten würden. Mit echten Häusern hatte ich nicht gerechnet. Dennoch sind die Bedingungen würdelos: Die Häuser sind – um Platz zu sparen – so eng gebaut, dass man mit den Nachbarn problemlos gemeinsam fernsehen könnte, und wer das Lager verlässt, hat seinen Anspruch verloren.

Nablus und Jenin Tour Stopp 6: Flüchtlingslager in der Nähe von Jenin

Es wurde 1953 infolge des israelisch-arabischen Krieges gegründet. Hier konnten die vertriebenen Palästinenster unterkommen. Sie hatten wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass ihre Enkelkinder hier aufwachsen würden.

Die Kinder freuen sich immer über Touristen! Fröhlich liefen sie um uns herum und fragten uns mit stolz geschwellter Brust: „Hello, what’s your name?“.

Der Tag ging zu Ende und während wir ins Abraham Hostel, unsere Unterkunft in Jerusalem, zurückgebracht wurden, blieb Ashraf in Palästina. Die Erfahrung war bewegend und der Tag hat mich wünschen lassen, dass ich mehr Zeit in Palästina verbringen könnte. Ich freute mich schon auf Runde zwei! Denn neben der Nablus und Jenin Tour hatte ich ja noch die Best of Westbank Tour gebucht!

Warst du schon einmal in Palästina bzw. im Westjordanland? Wie waren deine Erfahrungen dort?

Deine Barbara

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Schlösser an Brücke Helsinki
EUROPA
HELSINKI AN EINEM TAG
Barbara in Ek Balam
LATEINAMERIKA
7 MAYA-RUINEN IN MEXIKO UND GUATEMALA
Angkor Wat im Sonnenaufgang
ASIEN
ANGKOR WAT

Die Festung von Masada – Ein Mythos von Stolz und Ehre

Die Festung von Masada – Ein Mythos von Stolz und Ehre

Die Festung von Masada – Ein Mythos von Stolz und Ehre

Für die Reisebloggerkonferenz TBEX bin ich im März zum zweiten Mal nach Israel gereist. Dabei standen ein paar Dinge auf meiner ToDo-Liste, die ich beim letzten Mal nicht geschafft hatte. Eines davon war die Tour „Masada Sunrise, Ein Gedi and the Dead Sea“ von Abraham Tours. Masada ist eine Festung auf einem Tafelberg und Ein Gedi eine Oase in der Wüste. Das klang in Verbindung mit dem Toten Meer so spannend, dass ich das mit eigenen Augen erleben wollte.

Zur unchristlichen Uhrzeit von 3:30 Uhr ging es los: Mit einer kurzen Kaffeepause ging es zur Festung Masada. Halb wach, halb schlafend vergingen die 90 Minuten schneller als ich gucken konnte. Es war noch stockdunkel, als wir um kurz nach fünf unser Ziel erreichten.

Zu unserer Enttäuschung war das Tor noch geschlossen und der Nachtwächter weigerte sich, es vor 5:45 Uhr zu öffnen. Ich ärgerte mich kurz über die verlorenen 30 Minuten Schlaf und setzte mich ins Auto, da es draußen um diese Zeit doch noch recht frisch war.

 

Masada – Eine nächtliche Wanderung

Dann ging es endlich los, der Eintritt von 28 Shekl (etwa 10 Euro) war nicht im Tourpreis enthalten. Einmal durchs Drehkreuz konnte es losgehen: 750 Stufen und etwa 400 Höhenmeter lagen vor mir. Obwohl die Dämmerung ganz langsam Umrisse zu erkennen gab, lief ich die ersten 10 Minuten mit Taschenlampe.

Mit jedem meiner Schritte wurde es heller, bis ich endlich den Berg und das schließlich auch das Tote Meer ausmachen konnte.

sonnenaufgang totes meer

weg zu masa im sonnenaufgang

Als ich oben ankam, packte ich leicht panisch mein Stativ aus: Denn Masada war schon hell erleutet. Die Sonne musste jede Sekunde mit ihren ersten wärmenden Strahlen erscheinen. Und tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis das goldene Licht über den Berg flutete.

sonnenaufgang inception

sunrise in my hand

sonne totes meer

 

Die Festung Masada

Ich blieb eine ganze Weile sitzen, bis ich mein Stativ wieder einpackte und mich auf Erkundungstour durch die ehemalige Festung machte:

Ruinen von Masada

Sie wurde zwischen 40 und 30 v. Chr. unter König Herodes erbaut und liegt auf einem Tafelberg innerhalb eines Nationalparks, der nach ihr benannt wurde: Masada. Seit 2001 ist die Festung, die zwischen dem Totem Meer und der Judäischen Wüste thront, Weltkulturerbe.

Ruinen von Masada

Durch ihre Position auf dem Berg galt die Festung als uneinnehmbar.

Die Entstehung des Mythos von Masada

Nicht lange nach König Herodes Tod begann der Jüdische Krieg, der damit endete, dass die Römer im Jahr 70 n Chr. Jerusalem einnahmen. Masada war die letzte Bastion der Juden: Sie hielt bis 74 n. Chr. stand. Nach monatelanger Belagerung beschlossen die Soldaten von Masada sich gegensetig das Leben zu nehmen, da die Lage aussichtslos war. Denn der Tod war eine ruhmreichere Aussicht als ein Leben in Elend.

Die Römer fanden 960 tote Männer, Frauen und Kinder vor. Zwei Frauen und fünf Kinder hatten sich versteckt und konnten von dem Massensuizid berichten, der bis heute als Mythos von Ruhm, Stolz und Ehre weiterlebt.

 

Der Abstieg

Beeindruckt von der traurigen Vergangenheit dieses Ortes machte ich mich auf den Rückweg. Der Weg war diesmal gut zu sehen und ich freute mich über den Ausblick.

treppe masada

cable car running

Ab 8:00 Uhr bis kurz vor Sonnenuntergang fährt eine Seilbahn für alle, die sich den 40-minütigen Hike auf den Berg nicht zutrauen. Den Sonnenaufgang kann man dann aber leider nicht von oben erleben.

cable car masada

 

Ein Gedi

Das ausgedehnte Naturschutzgebiet liegt nur 15 Minuten von Masada entfernt, sodass es Teil einer jeden Tour in diese Region ist. Die Oase liegt in der Negev-Wüste und führt viel Wasser.

ein gedi eingang

Neben der herrlichen Landschaft kannst du hier mit etwas Glück auch Tiere beobachten – das hängt vor allem davon ab, wie voll Ein Gedi mit Touristen ist… Ich hatte das Glück, einem Wasserschwein und mehreren jungen nubischen Steinböcken zu begegnen. Ihre Hörner sind noch recht klein, aber dennoch beeindruckend.

mini gazelle

mini gazelle 2

Die sonst so karge Wüste ist hier von zahlreichen Wasserfällen und Bachläufen durchzogen, die die Oase zum Leben erwecken und den Spaziergang zu einer Freude machen.

first waterfall ein gedi

another bridge in ein gedi

capybara ein gedi

bridge ein gedi

An einigen Stellen kannst du sogar das Tote Meer sehen! Ein atemberaubender Ausblick, dem die Fotos nicht einmal annähernd gerecht werden.

in ein gedi

berge ein gedi

 

Das Tote Meer

Als letzte Station dieser Tour ging es zum Toten Meer – dem tiefsten Ort der Welt.

dead sea

dead sea lowest place on earth

In verschiedenen Spas kannst du es dir gutgehen lassen: Schweben im extrem salzhaltigen Wasser oder einmal Schlammkur stehen hier auf dem Programm.

dead sea resort

barbara in mud

Aber Achtung: Das Wasser enthält so viel Salz, dass es tödlich wäre, es zu schlucken. Deswegen sollte man sich nicht auf den Bauch drehen und mit dem Wasser zu spritzen ist sogar verboten.

Beachtest du diese kleine Regel jedoch, kannst du deinen Muskeln nach der anstrengenden Wanderung zur Festung Masada etwas Gutes tun und den Ausflug „Masada Sunrise, Ein Gedi and the Dead Sea“ entspannt ausklingen lassen.

Gegen 14 Uhr war ich zurück in Jerusalem.

Mein Reise-Equipment

Da ich auch immer wieder gefragt werde, wie und mit was ich auf Reisen gehe, habe ich dir noch eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Teile meiner Ausrüstung gemacht:

 

Rucksäcke und Koffer

Mittlerweile habe ich zahlreiche Rucksäcke und Koffer, aus denen ich jeweils für die Reise den passenden wählen kann. Am liebsten reise ich mit meinem Equipment von Osprey.

Mein Hauptrucksack ist seit knapp zwei Jahren der Nordace Siena. Der ist mit 19 Litern nicht so riesig, gefällt mir optisch sehr gut und hat allerlei Fächer, auch versteckte, sowie einen USB-Ladeport, was ich sehr praktisch finde.

Dazu nutze ich momentan mit Vorliebe den Elias von Johnny Urban aus recycletem Altplastik. Der ist zwar klein, aber es geht erstaunlich viel rein und für Tagesausflüge ist das mehr als ausreichend. Außerdem finde ich, er sieht total super aus.

Barbara mit Johnny Urban Rucksack

 

Kleidung und Schuhe

Unterwegs auf meinen Touren bin ich vor allem mit Kleidung und Equipment von Decathlon*. Meine Sneaker sind beispielsweise diese hier: Walkingschuhe New Feel*. Die hatte ich auch bei meiner Fototour in Monreal an. Auch für Wanderungen mag ich meine Schuhe von Decathlon: Wasserdichte halbhohe Wanderschuhe*. Neben Wanderausrüstung findest du dort auch Ausrüstung sowie Kleidung und Schuhe für alle möglichen sportlichen Akitvitäten. Ich finde das wirklich praktisch und bin dort Stammkäuferin.

Sneaker Decathlon

 

Kamera

Ich würde dir außerdem Schutz für dein Handy empfehlen. Ich habe mir einen schönen Kratzer eingefangen, als ich in der Margarethenschlucht unterwegs war. Und das, obwohl mein Handy weder runtergefallen noch irgendwo angestoßen ist. Zumindest nicht bewusst. Daher habe ich nun mit einer Outdoorhülle vorgesorgt: Outdoor Case iPhone*.

Meine Fotos mache ich übrigens mit einer Sony Alpha 6500*. Ich wechsle meistens zwischen meinen zwei Lieblingsobjektiven: einem 10-18mm Weitwinkelobjektiv* und einer 30mm Festbrennweite*. Falls du dich schon gewundert hast, wie ich Fotos von mir mache, obwohl ich viel allein unterwegs bin: Ich habe ein Rollei Stativ*.

Deine Barbara
Tel Aviv Guide for Digital Nomads

Live Like a Local

Du suchst noch nach einem coolen Spot für digitale Nomaden im Nahen Osten? Dann solltest du dir Tel Aviv nicht entgehen lassen!

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Eine Rundreise durch Israel

Eine Rundreise durch Israel

Eine Rundreise durch Israel

Im Januar und Februar habe ich eine Rundreise durch Israel gemacht. Ein atemberaubendes Land, das mich mit seiner landschaftlichen Schönheit, mit seinen wundervollen und offenen Menschen und aufgrund seiner traurigen Geschichte in seinen Bann gezogen hat.

Meine ersten drei Tage habe ich in Tel Aviv verbracht. Leider hat es durchgängig geregnet. Das war jedoch nur halb so wild, weil ich sowieso ein paar technische Probleme lösen musste und kurz vor meiner Abreise aus Deutschland ein recht umfangreicher Übersetzungsauftrag eingetrudelt war.

Jisr Az-Zarqa

Ohne von Tel Aviv mehr als meine vier Hostelwände gesehen zu haben, bin ich also weitergereist. Der Hostelverband hat mich in das letzte arabische Dorf an der israelischen Küste geschickt. Hintergrund ist, dass Baron Rothschild die Hilfe der Bürger benötigte und dieses arabische Dorf – anders als alle anderen – dadurch unter seinem Schutz stand und somit fortbestehen konnte. Die Konsequenz war jedoch, dass die anderen muslimischen Gemeinschaften die Bürger Jisrs ausschlossen, während die Juden auf sie herabschauten. Heute gibt es dort Juha’s Guesthouse, ein soziales Projekt, das zur Reintegration führen soll. Das war sehr beeindruckend.

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Clil

Clil ist ein 500-Seelen-Dorf, das sich perfekt zum Entspannen, Meditieren oder Kreativwerden eignet. Wenn du dich mal zurückziehen magst, ist das dein Zielort! Außerdem kannst du hier tolle Wanderung zu umliegenden Dörfern, Kibbuzen und sogar mittelalterlichen Festungen machen. Meine Wanderung ist leider leicht in die Hose gegangen und ich stand plötzlich mitten im dichten Wald. Was da genau passiert ist, kannst du hier nachlesen.

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Nach zwei Nächten im dortigen Guesthouse habe ich mich in die Golanhöhen aufgemacht. Dort ist es unbeschreiblich schön. Gleichzeitig aber auch unheimlich traurig und fast schon verstörend. Denn nicht nur, dass ich auf dem Weg in das 100-Seelen-Dorf an zahllosen zerbombten, syrischen Häusern vorbeigefahren bin (die Golanhöhen gehörten nämlich mal zu Syrien und wurden von den Israelis zum eigenen Schutz und zur Sicherung der Grenze erobert), nein, schlimmer noch: Ich konnte sogar die Bomben und Raketen aus Syrien hören. Ich bin immer noch sprachlos.

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Nazareth

Nazareth ist eine muslimische Stadt mit einer Altstadt, die verzaubert. Mit seinen Märkten und Händlern, die an 1001 Nacht erinnern, fühlt man sich fast in der Zeit zurückversetzt. Wenn da nicht die Autos und Handys gewesen wären. Die Hilfsbereitschaft der Bewohner von Nazareth war bemerkenswert. Ich habe dort viele, viele tolle Gespräche geführt. Auf Englisch versteht sich. Das spricht dort nämlich fast jeder. Ein „Shukran“ (danke auf arabisch) zaubert ihnen aber immer ein Lächeln ins Gesicht.

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Jerusalem

Boah! Jerusalem ist eine Stadt, sag ich dir… Hier prallt so einiges auf einander und man spürt von allen Orten in Israel am ehesten eine gewisse Spannung. Die Atmosphäre, dieses Schweben zwischen Altertum und Moderne sowie die Schönheit der Stadt haben mich schwer beeindruckt. Allerdings war das auch der einzige Ort, an dem ich mich als allein reisende Frau manchmal unwohl gefühlt habe. Auf dem Markt in der Altstadt wird man alle zwei Schritte auf einen Kaffee, Tee oder Saft eingeladen und bei einem freundlichen Danke kriegt man zu hören, dass es beleidigend sei, die Gastfreundschaft abzulehnen. Hier habe ich dir einen Gruß aus Jerusalem geschickt. Dementsprechend habe ich Jerusalem mit gemischten Gefühlen verlassen, möchte aber gerne nochmal wiedergekommen und dann länger bleiben und die Stadt mehr auf mich wirken lassen. Das ist sie wert und sie hat es verdient…

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Arad

Nach der Großstadt hat mich meine Rundreise durch Israel wieder in einen kleinen Ort gebracht. Von Arad kommt man wunderbar ans Tote Meer oder in die Wüste, wo man einzigartige Wanderungen unternehmen kann. Direkt nach meiner Ankunft – ich hatte nicht mal die Zeit meine Jacke auszuziehen – ging es los zu einer Beduinenfamilie. Uns wurde erklärt, wie Beduinen heute leben, da sie anders als früher nicht mehr als Nomaden durchs Land ziehen, sondern sesshaft sind. Wir wurden über das Grundstück geführt, haben einen atemberaubenden Sonnenuntergang gesehen und dann mit ihnen zu Abend gegessen. Ein Erlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Am nächsten Tag habe ich meinen ersten Adventure-Trip gemacht: Abseilen in einer Salzhöhle im Berg Sodom. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und mal wieder so richtig aus meiner Komfort-Zone rausgekommen bin, aber ich bezweifle, dass ich das nochmal mache… Ich hatte TOTAL SCHISS! 80 Meter ging es da runter und ich hing nur an einem Seil. Da darf ich wirklich nicht dran denken.

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Neot Hakikar

Hier habe ich eine entspannte Nacht in einer Camplodge verbracht. Ich bin leider nach Sonnenuntergang angekommen, den ich in der facettenreichen Wüste beobachtet habe, und bin am nächsten Morgen recht früh weitergereist, sodass ich dazu nicht viel sagen kann. Aber die Camplodge war der Hammer und ich möchte unbedingt nochmal dorthin.

Mitzpe Ramon

Meine letzten zwei Nächte in Israel habe ich in der kleinsten Stadt des Landes verbracht. Sie liegt nicht nur mitten in der Negevwüste, sondern auch noch direkt am Abgrund eines Kraters. Das Besondere? Der Krater ist nicht durch vulkanische Aktivität oder einen Meteoreinschlag entstanden, wie das bei anderen der Fall ist. Dieser hier ist auf natürlich Weise durch Erosion entstanden. Von dieser Art Krater gibt es nur sieben auf der ganzen Welt und die liegen alle entweder hier in Israel oder auf der Sinai-Halbinsel. Spannend! Hier habe ich eine Jeeptour gemacht und war reiten: ein Pferd UND ein Kamel! Auch das werde ich in Erinnerung behalten.

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Wie du siehst: Langweilig war mir nicht! Ich habe viel erlebt, tolle Sachen gesehen und wundervolle Menschen kennengelernt, die ich hoffentlich allesamt irgendwann wiedersehen werde.

Wenn du die drei Wochen in vier Minuten zusammengefasst sehen möchtest, schau ins Video rein:

Israel

Was meinst du? Möchtest du auch eine Rundreise durch Israel machen?

 

Deine Barbara

 

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Clil – Eine missglückte Wanderung

Clil – Eine missglückte Wanderung

Clil – Eine missglückte Wanderung

Meine Reise durch Israel hat mich unter anderem in den Norden des Landes geführt. Unter anderem in das 500-Seelen-Dorf Clil.

Wer sich für eine Weile zurückziehen möchte, ist hier genau richtig! Es gibt keinen Supermarkt und keinerlei Ablenkung. Abgesehen natürlich von der Natur. Denn die schreit förmlich: Komm her und schau mich an!

Also habe ich genau das getan, nachdem ich seit meiner Ankunft nur mit Übersetzen beschäftigt gewesen war. Ich habe meine Sachen gepackt, den Computer mal ausgeschaltet und bin zu einer Wanderung zu einer Festung aufgebrochen. Nach nur wenigen Schritten hörte ich hinter mir die Hunde der Besitzer meines Guest Houses angerannt kommen. Zu meiner Freude begleiteten sie mich. Wie ich später erfuhr, machen sie das wohl bei jedem Gast.

Die Hunde

Durch den wunderschönen Olivenhain, wenige 100 Meter die einzige Straße des Ortes entlang, vorbei am Bio-Garten (der einzigen „Einkaufsmöglichkeit“ vor Ort) und schon ist man auf dem Trail, der durch ein gelb-grünes Symbol gekennzeichnet ist.

Das Trail-Zeichen

Die Sonne kam raus. Schöner konnte es kaum sein.

Ich ließ das letzte der wenigen Häuser von Clil hinter mir und ging in den Wald. Der Weg sollte mich in etwa zwei Stunden an einem Bachlauf entlang zu der Festung bringen.

Das letzte Haus von Clil

Nach etwa 20 Minuten kam ich an eine kleine Abzweigung mit einem Stein an der Seite. Ich war sicher, der Stein würde anzeigen, ich solle in den Weg abbiegen. Ich pfiff die Hunde zurück, die schon vorgerannt waren, und es ging weiter. Es war wunderschön und ging mitten durch die Büsche – so in der Art hatte der Besitzer des Guest Houses mir das auch beschrieben.

Die AbzweigungIch wunderte mich zwar, dass keine gelb-grünen Trail-Zeichen mehr kamen, aber ging weiter, weil der Weg durchaus benutzt aussah. Im schlimmsten Fall, dachte ich, komme ich an einem anderen schönen Ort raus.

Tja. Dachte ich…

Es wurde immer dichter und irgendwann stand ich quasi mitten im Dickicht. Ich hatte mich aber schon durch einige schwierige Stellen durchgewurschtelt: mit Dornen, Krabbeln und etwas Klettern. Deswegen wollte ich nicht umdrehen. Ich war sicher, irgendwo würde ich schon rauskommen. Es gab weiterhin Anzeichen, dass sich hier schon vor mir Leute durchgeschlagen hatten. Kleine Trampelpfade und Abfall. Dann musste es hier auch rausgehen!

Ein Baum

Nunja. Habe ich schon erwähnt, dass ich kaum Wandererfahrung habe?

Auf jeden Fall wurde es immer schlimmer. Die Hunde waren stets in meiner Nähe und zeigten mir teilweise Wege, die ich nicht sah. Nach einiger Zeit kamen wir an einen schmalen, ausgetrockneten Bachlauf. Das war meine Rettung. Wenn ich den zurücklaufen würde, käme ich zurück zu meinem Ausgangspunkt.

Auch das hatte ich mir einfach vorgestellt, als es am Ende war. Ich musste klettern, krabbeln und an Steinen ausgetrocknete Mini-Wasserfälle runterrutschen. Im Hinterkopf hatte ich ständig die Angst, dass ich wie vor mittlerweile fast einem Jahr in Neuseeland wieder umknicke. Und dann? Lieber nicht drüber nachdenken!

Mir tat schon alles weh und ich dachte, ich käme nie hier raus, als ich plötzlich in der Ferne sah, wie mein Bachlauf in einen größeren mündete. Ich hätte vor Freude weinen können, als ich einen Stein mit gelben und grünen Streifen sah!

Ich war wieder auf dem Trail…

Ein Stein in Clil

Ich überlegte noch kurz, ob ich nach rechts gehen sollte und versuchen, die Festung zu erreichen. Aber in drei Stunden war Sonnenuntergang und ich hatte keine Ahnung, wie weit es noch war und wie weit ich von der Stelle entfernt war, an der ich falsch abgebogen war. Ich ging zehn Minuten in die Richtung, um zu sehen, ob ich zwischen den Bäumen in der Ferne etwas entdecken würde.

Aber ich gab schnell auf und drehte um.

Sehr schade! Aber ich denke, es war die richtige Entscheidung. Die Stelle, an der die beiden ehemaligen Bäche in einander mündeten, war sehr nah an der Abzweigung, an der ich falsch abgebogen war. Ich war also wahrscheinlich noch mindestens eine Stunde von meinem Ziel entfernt.

Erst als ich wieder die Häuser von Clil sah, bemerkte ich, wie sehr mein ganzer Körper schmerzte.

Mein Gastgeber sagte nur, nachdem ich ihm erzählt hatte, wie meine Wanderung geendet hatte: „I am happy you had an adventure“

Und so ist es wohl!

Trotzdem war ich ganz froh, als ich wieder mit meinem Computer auf dem Schoß unter der warmen Bettdecke lag. So sah übrigens meine Hose danach aus:

Meine Hose danach

Die Ruhe und der tolle Ausblick haben mich kreativ und produktiv arbeiten lassen.

Kennst du das charmante Örtchen Clil? Dann erzähl mir in den Kommentaren, woher!

Deine Barbara

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