Eine Rundreise durch Israel

von | 30/03/16 | Reisen, Israel, Naher Osten | 4 Kommentare

Im Januar und Februar habe ich eine Rundreise durch Israel gemacht. Ein atemberaubendes Land, das mich mit seiner landschaftlichen Schönheit, mit seinen wundervollen und offenen Menschen und aufgrund seiner traurigen Geschichte in seinen Bann gezogen hat.

Meine ersten drei Tage habe ich in Tel Aviv verbracht. Leider hat es durchgängig geregnet. Das war jedoch nur halb so wild, weil ich sowieso ein paar technische Probleme lösen musste und kurz vor meiner Abreise aus Deutschland ein recht umfangreicher Übersetzungsauftrag eingetrudelt war.

Jisr Az-Zarqa

Ohne von Tel Aviv mehr als meine vier Hostelwände gesehen zu haben, bin ich also weitergereist. Der Hostelverband hat mich in das letzte arabische Dorf an der israelischen Küste geschickt. Hintergrund ist, dass Baron Rothschild die Hilfe der Bürger benötigte und dieses arabische Dorf – anders als alle anderen – dadurch unter seinem Schutz stand und somit fortbestehen konnte. Die Konsequenz war jedoch, dass die anderen muslimischen Gemeinschaften die Bürger Jisrs ausschlossen, während die Juden auf sie herabschauten. Heute gibt es dort Juha’s Guesthouse, ein soziales Projekt, das zur Reintegration führen soll. Das war sehr beeindruckend.

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Clil

Clil ist ein 500-Seelen-Dorf, das sich perfekt zum Entspannen, Meditieren oder Kreativwerden eignet. Wenn du dich mal zurückziehen magst, ist das dein Zielort! Außerdem kannst du hier tolle Wanderung zu umliegenden Dörfern, Kibbuzen und sogar mittelalterlichen Festungen machen. Meine Wanderung ist leider leicht in die Hose gegangen und ich stand plötzlich mitten im dichten Wald. Was da genau passiert ist, kannst du hier nachlesen.

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Odem

Nach zwei Nächten im dortigen Guesthouse habe ich mich in die Golanhöhen aufgemacht. Dort ist es unbeschreiblich schön. Gleichzeitig aber auch unheimlich traurig und fast schon verstörend. Denn nicht nur, dass ich auf dem Weg in das 100-Seelen-Dorf an zahllosen zerbombten, syrischen Häusern vorbeigefahren bin (die Golanhöhen gehörten nämlich mal zu Syrien und wurden von den Israelis zum eigenen Schutz und zur Sicherung der Grenze erobert), nein, schlimmer noch: Ich konnte sogar die Bomben und Raketen aus Syrien hören. Ich bin immer noch sprachlos.

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Nazareth

Nazareth ist eine muslimische Stadt mit einer Altstadt, die verzaubert. Mit seinen Märkten und Händlern, die an 1001 Nacht erinnern, fühlt man sich fast in der Zeit zurückversetzt. Wenn da nicht die Autos und Handys gewesen wären. Die Hilfsbereitschaft der Bewohner von Nazareth war bemerkenswert. Ich habe dort viele, viele tolle Gespräche geführt. Auf Englisch versteht sich. Das spricht dort nämlich fast jeder. Ein „Shukran“ (danke auf arabisch) zaubert ihnen aber immer ein Lächeln ins Gesicht.

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Jerusalem

Boah! Jerusalem ist eine Stadt, sag ich dir… Hier prallt so einiges auf einander und man spürt von allen Orten in Israel am ehesten eine gewisse Spannung. Die Atmosphäre, dieses Schweben zwischen Altertum und Moderne sowie die Schönheit der Stadt haben mich schwer beeindruckt. Allerdings war das auch der einzige Ort, an dem ich mich als allein reisende Frau manchmal unwohl gefühlt habe. Auf dem Markt in der Altstadt wird man alle zwei Schritte auf einen Kaffee, Tee oder Saft eingeladen und bei einem freundlichen Danke kriegt man zu hören, dass es beleidigend sei, die Gastfreundschaft abzulehnen. Hier habe ich dir einen Gruß aus Jerusalem geschickt. Dementsprechend habe ich Jerusalem mit gemischten Gefühlen verlassen, möchte aber gerne nochmal wiedergekommen und dann länger bleiben und die Stadt mehr auf mich wirken lassen. Das ist sie wert und sie hat es verdient…

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Arad

Nach der Großstadt hat mich meine Rundreise durch Israel wieder in einen kleinen Ort gebracht. Von Arad kommt man wunderbar ans Tote Meer oder in die Wüste, wo man einzigartige Wanderungen unternehmen kann. Direkt nach meiner Ankunft – ich hatte nicht mal die Zeit meine Jacke auszuziehen – ging es los zu einer Beduinenfamilie. Uns wurde erklärt, wie Beduinen heute leben, da sie anders als früher nicht mehr als Nomaden durchs Land ziehen, sondern sesshaft sind. Wir wurden über das Grundstück geführt, haben einen atemberaubenden Sonnenuntergang gesehen und dann mit ihnen zu Abend gegessen. Ein Erlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Am nächsten Tag habe ich meinen ersten Adventure-Trip gemacht: Abseilen in einer Salzhöhle im Berg Sodom. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und mal wieder so richtig aus meiner Komfort-Zone rausgekommen bin, aber ich bezweifle, dass ich das nochmal mache… Ich hatte TOTAL SCHISS! 80 Meter ging es da runter und ich hing nur an einem Seil. Da darf ich wirklich nicht dran denken.

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Neot Hakikar

Hier habe ich eine entspannte Nacht in einer Camplodge verbracht. Ich bin leider nach Sonnenuntergang angekommen, den ich in der facettenreichen Wüste beobachtet habe, und bin am nächsten Morgen recht früh weitergereist, sodass ich dazu nicht viel sagen kann. Aber die Camplodge war der Hammer und ich möchte unbedingt nochmal dorthin.

Mitzpe Ramon

Meine letzten zwei Nächte in Israel habe ich in der kleinsten Stadt des Landes verbracht. Sie liegt nicht nur mitten in der Negevwüste, sondern auch noch direkt am Abgrund eines Kraters. Das Besondere? Der Krater ist nicht durch vulkanische Aktivität oder einen Meteoreinschlag entstanden, wie das bei anderen der Fall ist. Dieser hier ist auf natürlich Weise durch Erosion entstanden. Von dieser Art Krater gibt es nur sieben auf der ganzen Welt und die liegen alle entweder hier in Israel oder auf der Sinai-Halbinsel. Spannend! Hier habe ich eine Jeeptour gemacht und war reiten: ein Pferd UND ein Kamel! Auch das werde ich in Erinnerung behalten.

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Wie du siehst: Langweilig war mir nicht! Ich habe viel erlebt, tolle Sachen gesehen und wundervolle Menschen kennengelernt, die ich hoffentlich allesamt irgendwann wiedersehen werde.

Wenn du die drei Wochen in vier Minuten zusammengefasst sehen möchtest, schau ins Video rein:

Israel

Was meinst du? Möchtest du auch eine Rundreise durch Israel machen?

 

Deine Barbara

 

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