Nazareth – Eine muslimische Stadt in Israel

von | 22/12/18 | Israel, Naher Osten, Reisen, Alles und nichts | 0 Kommentare

Drei Mal war ich bereits in Israel und zweimal bin ich nach Nazareth gereist. Bei meinem letzten Besuch war ich mit Abraham Hostel unterwegs, um einen City Guide zu Tel Aviv und zu Jerusalem zu erstellen. Da ich in meinen Guides auch über die Ausflugsmöglichkeiten berichte, war klar: ich muss Israel noch ein wenig mehr erkunden und besser kennenlernen. Da habe ich auch fünf Tage Nazareth verbracht.

 

Wie du nach Nazareth kommst

Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach Nazareth zu kommen. Am einfachsten ist es, wenn du im Abraham Hostel (bzw. Fauzi Azar in Nazareth) unterkommst und mit deren Shuttle fährst. Das ist zwar ein wenig teurer, aber du musst dich um nichts kümmern, nichts organisieren, sondern wirst direkt an deiner Unterkunft abgeholt und abgesetzt. Praktisch! Der Nachteil am Abraham Shuttle: Es fährt nicht jeden Tag nach Nazareth.

Die andere Möglichkeit ist ein Sherut. Sheruts sind Minivans, die auf festgelegten Routen hin und her fahren. Du kannst entweder an einer der Stationen einsteigen oder wenn du eines siehst, einfach die Hand raushalten. Sie halten an, wenn noch Platz ist. Andernfalls signalisieren sie dir das per Handzeichen. Der Vorteil an Sheruts: Sie fahren täglich – auch an Shabbat.

Die dritte Möglichkeit ist der Bus. Er heißt hier Egged Bus und du erkennst ihn durch ein großes grünes X. Der Nachteil: Er fährt leider nicht an Shabbat. Wann genau Shabbat ist, musst du erfragen, da er von der Zeit des Sonnenuntergangs abhängt.

 

Die Stadt Nazareth

Nazareth ist mit 69 Prozent muslimischer Bevölkerung als die arabische Hauptstadt Israels bekannt. 30 Prozent sind Christen. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass der Gesamteindruck in der Stadt ein völlig anderer ist. Hier hatte ich immer viel mehr das Gefühl, im Nahen Osten zu sein als in anderen Städten des Landes. Allein schon weil die Bevölkerung hier weitgehend Arabisch spricht.

 

Bekannt ist Nazareth vor allem als Ort, an dem Jesus seine Kindheit verbracht haben soll. Die Stadt ist geprägt von den vielen Kirchen und vom sogenannten Jesus Trail – ein 65 Kilometer langer Wander- und Pilgerweg, der zahlreiche Stätten verbindet, an denen Jesus gewirkt hat und somit von ihm selbst gelaufen worden sein könnte. Dieser beginnt in Nazareth und endet in Kapernaum.

Wenn du in die Geschichte von Nazareth eintauchen willst, solltest du dir die kostenfreie Stadttour nicht entgehen lassen. Diese findet täglich statt. Erkundige dich am besten bei deiner Unterkunft, wann genau sie wo startet. Das schöne an der Tour ist, dass sie dich nicht nur zu den geschichtlichen Highlights der Altstadt bringt, sondern dir auch einen Einblick in das heutige Leben gibt. 

 

Religiöse Stätten in Nazareth

Die Stadt hat zahlreiche religiöse Stätten. Das hier sind meine persönlichen Highlights:

Am Rande der Altstadt befindet sich zum Beispiel Mary’s Well. Ein Brunnen, an dem Maria verkündet bekommen haben soll, dass sie ein Kind in sich trage.

Komischerweise herrscht bei dem Thema „Verkündung der Geburt Jesu“ jedoch keine Einigkeit. Denn nicht nur an Mary’s Well ist der Erzengel Gabriel Maria erschienen. Nicht unweit des Brunnens wurde eine Kirche dort errichtet, wo Maria und Josef gewohnt haben sollen. Die Kirche heißt Church of the Announciation – die Kirche der Verkündung. Ein gutes Foto von der Kirche habe ich leider nicht, da es dort sehr eng ist und die Kirche sehr groß. Es ist übrigens die größte katholische Kirche im ganzen Nahen Osten.

Wenn du dem Jesus Trail durch die Altstadt auf den Berg hinauf folgst (ja, das bedeutet leider, dass du 15 Minuten treppauf laufen musst – aber es lohnt sich!), erwartet dich die Basilica of Jesus the Adolescent, in der Jesus seine Jugend verbracht haben soll. Nicht nur, dass die Kirche selbst wunderschön ist. Von dort hast du einen unglaublichen Panoramablick auf die Stadt. Meiner Meinung ist das der beste Ausblick in Nazareth.

 

 

Unterkunft in Nazareth

Ich war bei beiden Aufenthalten im Fauzi Azar. Beim ersten Mal gehörte es noch nicht zur Kette Abraham Hostels, beim zweiten Mal dann schon. Es ist ein wunderschönes arabisches Gebäude mitten in der Altstadt. Die Zimmer sind wie aus 1001 Nacht. Bzw. waren sie mal. Dieses Jahr war ich in einem neueren Trakt und ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl, in einer Höhle untergekommen zu sein, ohne Fenster und jegliche Inneneinrichtung, die über ein Bett hinausgegangen wäre. Wenn du im Fauzi Azar buchst, bitte also um eines der alten Zimmer. Das sieht dann so aus:

Auch der Aussenbereich ist traumhaft schön. Hier ist es auch nicht so heiß, da die alten Gemäuer eine kühlende Funktion einnehmen. Ich habe wahnsinnig gerne mit meinem Laptop auf dem Schoß im Innenhof gesessen und ganz in Ruhe gearbeitet. Allerdings muss ich auch noch dazu sagen, dass Nazareth nicht groß ist. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Reisenden abends hier nicht in Bars oder zum Pub Crawl gehen. Sie verbringen viel mehr die Abende in entspannter Atmosphäre im Hostel. Das ist schön gesellig, aber nicht für jeden Nomaden ideal.

Das Schöne am Fauzi Azar ist, dass es durch die Zusammenarbeit von jüdischen und arabischen Israelis zu dem geworden ist, was es heute ist: Einem Treffpunkt für Menschen aller Religionen.

Zu anderen Unterkünften in Nazareth kann ich leider nichts sagen.

 

Mein Fazit

Nazareth ist meiner Meinung nach immer eine Reise wert und sollte bei keinem Israel-Aufenthalt fehlen. Es ist ein einzigartiger Ort, der nicht nur interessant, sondern auch photogen ist. Ich kann mir definitiv vorstellen, noch ein drittes Mal nach Nazareth zu gehen und dann sogar ein bisschen länger zu bleiben. Vielleicht laufe ich ja sogar den Jesus Tail und lasse die Orte so in Ruhe auf mich wirken.

Warst du schon mal in Nazareth? Wie hat es dir gefallen? Berichte mir davon in den Kommentaren!

 

Deine Barbara

PS: Dieser Beitrag ist mit freundlicher Unterstützung von Abraham Tours entstanden. Ich wurde ins Fauzi Azar eingeladen. Eine Bezahlung habe ich nicht erhalten und meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.

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