Monreal in der Eifel – Tagesausflug ins romantische Eltztal

von | 14/06/20 | Alles und nichts, Deutschland, Europa, Reisen | 4 Kommentare

Letzte Woche war ich zum ersten Mal in der Eifel. Monreal war das Ziel – ein kleines Örtchen mit nicht einmal 800 Einwohnern, das gleichermaßen schön wie bezaubernd ist. Kein Wunder: Hier scheint die Zeit vor ein paar Hundert Jahren stehengeblieben zu sein. Die alten Fachwerkhäuser sehen aus wie aus dem Bilderbuch und nicht nur eine, sondern gleich zwei Burgruinen thronen auf ihren Hügeln unweit des Dorfes. So eine Idylle habe ich selten gesehen. Daher habe ich sofort ja gesagt, als mein Bekannter Jan (@jan_wehnert bei Instagram) mich gefragt hat, ob ich ihn dorthin auf eine Fototour begleiten würde. Mit dabei war außerdem Sven (@sky.pix2016 bei Instagram).

Anreise nach Monreal

  • Mit Bus und Bahn: Monreal liegt an der Bahnlinie RB 23 der Lahn-Eifel-Bahn. Sie fährt täglich einmal pro Stunde. Für Ticketpreise schau am besten direkt auf der Seite des Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) nach. Aus Gerolstein kommend, bist du unter der Woche schneller, wenn du den Regionalbus nimmst und in Ulmen umsteigst. An Wochenenden in der Saison fährt die Vulkaneifel-Bahn (Sonderfahrkarte notwendig, weil privater Sonderzug, erhältlich beim Schaffner in den Zügen. Wenn du dein Fahrrad mitnehmen möchtest, musst du das reservieren).
  • Mit dem Auto: Sowohl die A48 als auch die A61 liegen in der Nähe und von dort kannst du Monreal gut erreichen. Parkplätze gibt es entlang der Hauptstraße.
  • Mit dem Fahrrad: Es gibt auch Fahrradwege in der Umgebung. Allerdings geht es hier viel auf und ab und du musst mit starken Steigungen rechnen.

Wir sind mit dem Auto angereist und ich war vom ersten Moment an verzaubert! Das war mein erster Eindruck von Monreal und mein erster Blick auf die Löwenburg:

Löwenburg im Hintergrund, Monreal im Vordergrund

 

Monreal

Monreal liegt im schönen Vulkanland Eifel. Mit nicht einmal 1000 Einwohnern kann man hier wohl von einer sehr kleinen Gemeinde reden. Der Ort liegt im Eltztal und der Eltzbach fließt durch ihn hindurch.

Wenn du eine Führung buchen oder Informationen erhalten möchtest, kannst du das auf der Homepage von Monreal tun. Ansonsten kannst du einfach selbstständig durch die süßen Gassen streifen und zu den zwei Burgen, die über der Stadt thronen, wandern.

Alte Brücke Monreal in der Eifel

Stiefmütterchen in Monreal als Dekoration vor einem Haus

Monreal – Dekoration an einem Hauseingang

 

Die fast 1000-jährige Geschichte von Monreal

Auch wenn die ältesten Spuren einer Siedlung in Monreal aus vorchristlicher Zeit stammen, wurde der Ort erst im 12. Jahrhundert als Cunisberch (Königsberg) erwähnt. Im folgenden Jahrhundert ging Monreal in die Besitzungen der Grafschaft von Virneburg über. Der damalige Name Königsberg wurde ins Französische übertragen, wie es sich zu dieser Zeit schickte. Monroial war geboren und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zum heutigen Monreal.

Um das Jahr 1220 begann der Bau der Löwenburg, die auch Burg Monreal genannt wird, da sie deutlich größer ist als die später gebaute Philippsburg. Hermann III. von Virneburg begann mit den Arbeiten, obwohl ihm die nötigen Genehmigungen und Rechte über den Grund fehlten, da diese eigentlich seinem Bruder Philipp gehörten. Er sah dies als politischen Schachzug, um seine Grafendynastie zu stärken, da der Stammsitz der Familie – die Virneburg – zu weit weg von wirtschaftlichen Zentren lag. Sein Plan ging auf. 1306 erhielt Monreal das Stadt- und Marktrecht, wonach jeden Montag ein Wochenmarkt abgehalten werden durfte.

Da Monreal zum Gebiet es Erzstifts Trier gehörte, fiel der Besitz nach dem Tod des letzten Grafen von Virneburg im Jahre 1545 an Trier. Der Kurfürst von Trier setzte einen Amtmann ein, anstatt das Lehen neu zu vergeben und wurde später mit dem Amt Obermayen zusammengeführt.

Im 17. Jahrhundert wurde Monreal gleich zweimal zerstört: Einmal 1632 von schwedischen Truppen und dann 1689 von französischen während des Pfälzer Erbfolgekriegs. Zur gleichen Zeit entdeckte man in Monreal die Tuchindustrie für sich, was den Wohlstand in die kleine Stadt brachte. Davon zeugen die Fachwerkhäuser noch heute. Allerdings fand diese Hochphase in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein jähiges Ende, da die Tuchmacher mit der internationalen Konkurrenz nicht mehr mithalten konnten. In der Folge verarmte Monreal.

 

Monreals charmante Altstadt

Die Erholung der Stadt kam in den 1930er Jahren, als die Menschen begannen den Reiz der Eifel zu sehen und Monreals charmante Altstadt mit den hübschen Fachwerkbauten zu einem Ausflugsziel wurde. Ich kann es absolut nachvollziehen, da es wirklich eine romantische Altstadt ist. Das Städtchen liegt im Tal, wird vom Eltzbach durchflossen und die beiden Hälften werden von drei alten Brücken verbunden.

Blick von der alten Brücke Monreal – Langzeitbelichtung

Blick auf die alte Brücke Monreal

Monreal – Langzeitbelichtung vom Eltzbach Richtung alte Brücke

Nicht nur die märchenhaften Fachwerkhäuser kannst du hier bewundern, sondern auch die spätgotische Steinmetzkunst, die sich unter anderem auf den Brücken präsentiert. So zum Beispiel auf der mittleren Elzbrücke: hier erwartet dich das Löwendenkmal. Diese vier Löwen standen zunächst vor den Toren der Burg Monreal, um sie zu bewachen. Aus diesem Grund erhielt sie ihren Namen – die Löwenburg. Hier ist einer von ihnen:

Löwe auf der alten Brücke in Monreal

Monreal bietet dem Besucher einen kleinen Einblick in die oben beschriebene Geschichte. Es waren turbulente Jahrhunderte und hier erwachen sie zum Leben. Um dies zu veranschaulichen, wurden 2003/2004 in ganz Monreal Hinweistafeln angebracht.

 

Die Löwenburg und die Philippsburg

Von Monreal führt ein Weg hinauf zu den beiden Burgen, der Löwenburg und der Philippsburg. Du kannst ihn eigentlich nicht verfehlen, da er erstens ausgeschilder ist, und zweitens Monreal wirklich klein ist.

Zu den Burgen – Schild in Monreal

Gleise und Löwenburg im Hintergrund

Die Löwenburg liegt rechts und ist eine sogenannte Spornburg, das ist der in Deutschland am weitesten verbreitete Stil von Höhenburgen. Es bedeutet, dass die Burg nicht auf dem Gipfel, aber steil über dem Tal auf einem Bergsporn liegt. Sie ist die größere der beiden und schon ein kleines Highlight des ganzen Ausflugs. Das ist der Blick auf die Löwenburg, wenn du an der Philipsburg stehst:

Loewenburg und Lensball von der Philippsburg aus fotografiert

Du kannst sie in Ruhe erkunden und auch hier finden sich Hinweistafeln, sodass du immer weißt, was die Türme und Mauern einmal gewesen sind. Denn so ganz von allein erschließt sich das nicht, wenn du nicht zufällig Mittelalterexperte bist.

Auf der Löwenburg Monreal

Besonders gut hat mir gefallen, dass der Turm begehbar ist. Dafür solltest du entweder eine Taschenlampe haben oder dein Handy als solche verwenden. Weit ist es aber nicht und so kam ich nur ganz leicht außer Atem oben an. Die Mauern sind ganz schön dick, sodass ich persönlich den Ausblick eher mittelmäßig fand. Trotzdem liebe ich es, an solchen Orten zu stehen und mir zu überlegen, wie es den Menschen, die hier gelebt haben, wohl ergangen ist. Was sie gedacht haben. Was mir die Mauern für Geschichten erzählen würden, wenn sie sprechen könnten.

Blick von der Löwenburg auf Monreal

Von der Löwenburg hast du auch einen guten Blick auf die Philippsburg. Sie wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert errichtet und wurde aufgrund ihrer geringeren Größe im Volksmund Rech genannt – Reh.

Philippsburg Monreal – Blick von der Löwenburg

Warum die zweite Burg überhaupt erbaut wurde, ist unklar: Eine These besagt, dass sie als Vor- bzw. Außenwerk der Löwenburg erbaut wurde. Es gibt aber auch eine lokale Überlieferung, nach der die Burg eine Art Antwort von Philipp an seinen Bruder Heinrich gewesen sei, der die Löwenburg ja unerlaubt auf dem Grundstück des Bruders erbaut hatte. Mir persönlich erschließt sich das nicht so ganz, warum diese „Antwort“ weniger imposant sein soll als das Original. Aber ich bin ja auch kein mittelalterlicher Graf…

Im 14. sowie 15. Jahrhundert wurde die Anlage weiter ausgebaut und diente mehrfach als Witwensitz der Grafenfamilie. Im 16. Jahrhundert war Monreal bereits die Stammburg der Familie und hatte die Virneburg als Hauptsitz abgelöst.

Die Philippsburg lohnt vor allem deswegen einen Besuch, weil du von ihr einen tollen Blick auf das gesamte Panorama hast und der Turm nach oben offen ist. Du kannst also ganz coole Fotos in die Höhe machen.

Loewenburg und Monreal von der Philippsburg aus fotografiert

 

Traumpfade

In der Region Rhein-Mosel-Eifel gibt es die sogenannten Traumpfade. Dabei handelt es sich um gut beschilderte Premiumwanderwege. Auch durch Monreal führt ein solcher Traumpfad: Der Monreale Ritterschlag, zu dem ich unten mehr schreibe, auch wenn ich ihn leider noch nicht selbst gehen konnte.

 

Traumpfade Eifel

Das Vulkanland Eifel ist heute ein grünes und fruchtbares Land. So ist der Beiname „grünes Herz Europas“ entstanden. Ausflüge in dieser Region sind nicht nur etwas für Naturfreunde, sondern bieten auch eine Reise in längst vergangene Tage: Spitze Bergkegel, geologische Formationen und der Kratersee Laacher See bezeugen die Vergangenheit als Vulkanlandschaft.

Hier sind ein paar der Traumpfade Eifel, die zum Wandern einladen:

 

Monrealer Ritterschlag

Der knapp 14 Kilometer lange Wanderweg gehört zu den Traumpfaden Eifel, geht direkt durch Monreal und führt über die Burgen. Auf meiner Bucket List steht er definitiv und sobald ich ihn gelaufen bin, erfährst du es hier auf Barbaralicious als erstes!

Die Highlights des Monrealen Ritterschlags sind:

  • Monreal mit seiner charmanten Altstadt
  • Die Bachtäler der Elz und Thürelz
  • Waldschluchten- und Bergrückenpfade
  • Das Panorama der Eifel
  • Die Philippsburg und Löwenburg

 

Traumpfädchen Rhein-Mosel-Eifel

Wenn dir diese Touren zu lang sind, kannst du auch einen der Traumpfädchen laufen. Diese sind nur zwischen drei und sieben Kilometer lang und damit in maximal zwei Stunden zu laufen. Sie eignen sich super, um neben der kleinen Wanderung auch noch andere Highlights der Region – wie Monreal oder die Burg Eltz, um zwei Beispiele zu nennen – zu erkunden.

 

Meine Ausstattung

Unterwegs auf meinen Touren bin ich vor allem mit Kleidung und Equipment von Decathlon*. Meine Wanderschuhe sind beispielsweise diese hier: Wasserdichte halbhohe Wanderschuhe*. Generell empfehle ich dir, falls du regelmäßig Wanderungen oder Outdoor-Touren unternimmst, dir ein paar entsprechende Kleidungsstücke und Schuhe zuzulegen. Im Notfall reichen aber auch normale Turnschuhe, solange diese dir guten Halt bieten und du damit klarkommst, wenn sie gegebenenfalls dreckig werden. Das kann bei Wanderungen wie der in der Margarethenschlucht schneller passieren, als du gucken kannst.

Wanderschuhe von Decathlon

Ich würde dir außerdem Schutz für dein Handy empfehlen. Ich habe mir einen schönen Kratzer eingefangen, als ich in der Margarethenschlucht unterwegs war. Und das, obwohl mein Handy weder runtergefallen noch irgendwo angestoßen ist. Zumindest nicht bewusst. Daher habe ich nun mit einer Outdoorhülle vorgesorgt: Outdoor Case iPhone*.

Meine Fotos mache ich übrigens mit einer Sony Alpha 6500*. Ich wechsle meistens zwischen meinen zwei Lieblingsobjektiven: einem 10-18mm Weitwinkelobjektiv* und einer 30mm Festbrennweite*. Falls du dich schon gewundert hast, wie ich Fotos von mir mache, obwohl ich viel allein unterwegs bin: Ich habe ein Rollei Stativ*.

 

Mein Fazit

Ich muss gestehen, dass ich von Monreal noch nie etwas gehört hatte. Da ich mich aber über Fototouren mit meinem Kumpel Jan immer freue und er ein gutes Händchen für die Auswahl cooler Locations hat, wäre ich nicht einmal auf die Idee gekommen, nein zu sagen. Und das war goldrichtig! Monreal war einfach entzückend und wir hatten eine tolle Tour.

Barbara in Monreal

Warst du schon einmal in Monreal? Bzw. hast du schon einmal von dem romantischen Ort in der Eifel gehört?

 

PS: Alle mit einem Sternchen (*) markierten Links sind Affiliate Links!

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