Bingen – Rhein-Romantik zwischen Reben und einer Heiligen

von | 14/07/21 | Deutschland, Europa, Reisen | 4 Kommentare

Bingen steht für Rhein, Romantik und Reben… Und da die Stadt sich auf diese Art als perfektes Ausflugsziel im Sommer präsentiert, habe ich Bingen besucht. Außerdem hatte ich bereits während meines Tagestrips nach Rüdesheim den Mäuseturm in Erinnerung gerufen bekommen. Und so wollte ich nochmal in die Gegend, aber dieses Mal näher heran an das Binger Wahrzeichen!

Bingen Burg Ehrenfels

 

Bingen am Rhein

Bekannt ist Bingen für den sagenumwobenen Mäuseturm, die Landesgartenschau und die Heilige, die hier ein Kloster bauen ließ: Hildegard von Bingen. Der Name stammt wohl von dem keltischen Wort bingium, das so viel wie „Loch im Fels“ bedeutet. Dies bezog sich vermutlich auf die Untiefe, die direkt hinter dem Mäuseturm wartet und auch als Binger Loch bekannt ist.

Bereits als die Römer hier waren, war Bingen ein bedeutsamer Ort: Von hier verlief die sogenannte Ausoniusstraße – eine Militärstraße, die Trier und Bingen mit einander verband.

Heute ist Bingen ein beliebtes Ausflugsziel. Ob Lustwandeln auf dem Kulturufer, Wandern auf den Spuren von Hildegard von Bingen oder mit dem Boot die Rheinromantik genießen… Bingen hat so einiges zu bieten!

 

Bingen Sehenswürdigkeiten

Wenn du die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten besser kennenlernen möchtest, gehören diese Orte auf jeden Fall auf deine Bucket List.

Barbara in Bingen

 

Binger Mäuseturm

Auf der kleinen Rheininsel vor Bingen befindet sich ein Turm mit dem Namen Mäuseturm, um den sich Legenden ranken. Eine kleine Befestigungsanlage gab es hier jedoch wohl bereits zu den Zeiten der Römer. Als dann jedoch die Franken herrschten, verfiel sie immer mehr.

Im 10. Jahrhundert erbaute der Erzbischof von Mainz Hatto II. den Binger Mäuseturm als Wachturm. Dieser soll während einer Hungersnot den Armen die Hilfe verwehrt haben und, als sie weiter um Korn aus seinen gefüllten Kammern bettelten, soll er sie eingesperrt haben und das Gebäude in Brand setzen lassen. Er soll die Schreie höhnisch kommentiert haben: „Hört ihr die Kornmäuslein unten pfeifen?“

Der Sage nach tauchten daraufhin unzählige Mäuse auf, vor denen er mit dem Schiff zum Mäuseturm floh. Doch auch dort erschienen die kleinen Nager und fraßen den Bischof bei lebendigem Leibe auf. Das ist die Legende um den Namen des Mäuseturms. Dieser ist jedoch erst 1516 erstmals belegt, also 500 Jahre nach dem Tod des Bischofs.

Der Turm wurde 1689 zerstört und erst 1855 als Signalturm für die Schifffahrt wieder errichtet.

Binger Mäuseturm

 

Burg Klopp

Das frühere Bingium hatte deutlich geringere Ausmaße als das heutige Bingen. Es passte auf den Kloppberg, den Berg, auf dem bis heute die Burg thront. So war quasi der ganze Berg Teil einer Verteidigungsanlage. Diese fiel jedoch bereits im Jahre 355, woraufhin auf dem Berg immer wieder Burgen gebaut, aber auch zerstört wurden.

Der Name Burg Klopp taucht 1282 zum ersten Mal auf. Sie wurde mehrfach zerstört und nach dem pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde sie zunächst nicht wieder aufgebaut. Als Ruine wurde sie zu einem beliebten Ausflugsziel in der Zeit der Rheinromantik.

Der Kölner Reeder und Kaufmann Ludwig Maria Cron erwarb die Ruine 1853 und baute sie wieder auf. Seit 1897 ist sie im Besitz der Stadt Bingen. Heute ist die Burg eines der schönsten Wahrzeichen der Stadt.

Burg Klopp

Turmbesteigung:
April bis Oktober, 8:00 bis 18:00 Uhr

 

Basilika Sankt Martin

An der Stelle, an der heute die Basilika Sankt Martin steht, stand in der Antike ein römischer Tempel. St. Martin wird 793 in einem Schenkungsverzeichnis der Abtei Lorsch erstmals urkundlich erwähnt. 883 wird die Kirche jedoch zerstört und erst 1220 wieder eingeweiht. Auch diese Kirche wurde zerstört. Und zwar 1403 von einem Brand, der die ganze Stadt verwüstete. Nur dreizehn Jahre später wird allerdings eine neue errichtet und knapp 100 Jahre später wird der sogenannte Barbarabau als Pfarrkirche zu der Stiftskirche hinzugefügt.

Blick auf die Basilika St Martin und das Rheintal

1930 erhielt die Kirche den Titel einer päpstlichen Basilika verliehen.

Öffnungszeiten
Mo., Mi., Do. und Fr.: 8:00 – 17:00 Uhr
Di., Sa. und So.: 8:00 – 20:00 Uhr

Museum am Strom

Das Museum am Strom wartet am Kulturufer und quasi am Eingang zum oberen Mittelrheintal, dem UNESCO Weltkulturerbe. Hier werden 2000 Jahre Geschichte und Kultur am Rhein lebendig.

Das Museum, das sich im historischen Elektrizitätswerk von 1889 befindet, widmet sich mit Dauerausstellungen in erster Linie drei Themen: Hildegard von Bingen, der Rheinromantik und der Geschichte der Stadt.

Museum am Strom

Auch der sogenannte Hildegarten ist Teil des Museums. Hier wachsen viele Heilpflanzen, mit denen sich bereits Hildegard von Bingen auseinander gesetzt und darüber mehrere Werke verfasst hat.

Hildegarten

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Eintritt 3 Euro für Erwachsene

 

Rochuskapelle

Südöstlich von Bingen wartet auf dem Rochusberg die Rochuskapelle. Bereits 1666 wurde an dieser Stelle eine Kapelle errichtet, die dem Heiligen Rochus, dem Schutzheiligen der Pestkranken, geweiht war. Diese brannte jedoch im 18. Jahrhundert nieder, weswegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neue gebaut wurde.

Der Kirchweihe wohnte übrigens sogar Johann Wolfgang Goethe bei.

1889 brannte nach einem Blitzeinschlag allerdings auch diese Kirche nieder, die von 1891 bis 1895 wieder neu errichtet wurde. Die Reliquien von Hildegard von Bingen konnten zum Teil vor dem Feuer gerettet werden, sodass sie sich noch heute im Sockel des Altars befinden.

 

Binger Kulturufer

Vom 18. April bis 19. Oktober 2008 fand die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz in Bingen statt. Dafür wurde das Rheinufer zwischen der Autofähre und dem früheren Bahnhof Bingerbrück neu gestaltet. Dieser umgestaltete Abschnitt, der über fast drei Kilometer verläuft, wird seit Anfang 2010 als Kulturufer Bingen bezeichnet.

Karte Binger Kulturufer

Es besteht aus mehreren Teilen: dem Hafenpark bzw. der Gartenstadt, der Hindenburganlage, dem Rhein-Nahe-Eck und dem Park am Mäuseturm. Hier kannst du wunderbar flanieren oder auch einfach nur den Ausblick genießen.

Ausblick vom Kulturufer

Alter Kran am Kulturufer

Binger Kulturufer

Binger Mäusepark

 

Drususbrücke

Die Drususbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Deutschlands. Sie besteht aus sieben Bögen und beherbergt sogar eine Brückenkapelle. Sie wurde vermutlich um das Jahr 1000 herum errichtet.

Auch wenn Drusus ein römischer Feldherr war, ist es nicht wahrscheinlich, dass es zuvor an gleicher Stelle einen römischen Bau gegeben hat.

 

Kaiser-Friedrich-Turm

Vom Kaiser-Friedrich-Turm hast du eine herrliche Rund-um-Sicht und das bereits seit 1888. Es war schon länger im Gespräch auf dem Drususberg einen Holzturm zu errichten, doch die Kasse der Stadt war leer. Der Bürgermeister der Stadt hatte verfügt, dass nach seinem Tod 10.000 Mark aufgewendet werden sollten, um einen Turm aus Basalt-Lava und Sanstein zu bauen. So entstand der Kaiser-Friedrich-Turm.

Den Namen erhielt der Turm von Kaiser Friedrich III, der auch als 99 Tage Kaiser bekannt ist. Länger dauerte seine Amtszeit nicht an. Da aber wohl genau während dieser drei Monate der Turm fertig geworden war, wurde er nach dem Kaiser benannt.

Im Winter ist der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen.

 

Hildegard von Bingen

Bingen war die wichtigste Wirkungsstätte von Hildegard von Bingen. Sie wurde 2012 von Papst Benedikt XVI. offiziell in den Status einer Heiligen und dann einer Kirchenlehrerin erhoben. Erste Anträge auf Heiligsprechung gab es jedoch bereits im 13. Jahrhundert und ihre Verehrung stand in keinster Weise der einer Heiligenverehrung nach. Mehr zu ihrem Leben kannst du hier nachlesen: Wer war Hildegard von Bingen?

Wenn du noch mehr über sie wissen möchtest, schau doch mal im Museum am Strom vorbei. Dort gibt es eine ganze Abteilung über die Heilige inklusive einer multimedialen Ausstellung.

Weitere Tipps

Hier habe ich dir noch ein paar weitere, hoffentlich hilfreiche Tipps zusammengefasst, die dir den Aufenthalt in Bingen verschönern sollen.

Schiffahrt in Bingen

Vor allem als Kind und Jugendliche habe ich mit dem Rheingau und mit Rheinhessen in erster Linie Schiffsrundfahrten verbunden. An den Burgen entlang, zur Loreley oder nach Bacharach… Hier kannst du romantische und interessante Rundfahrten zu jeder Jahreszeit erleben.

Hier kannst du im Voraus schauen, welche Touren es gibt und bei Bedarf auch gleich buchen: Bingen-Rüdesheimer.

Bingen Schifffahrt

Wandern in Bingen

Auch Wanderer werden in Bingen auf ihre Kosten kommen. Es gibt viele Wanderwege – lange wie kurze. Ein paar habe ich dir mal zusammengestellt:

 

Veranstaltungen in Bingen

Wenn du Bingen auf ganz besondere Art erleben möchtest, dann plane deinen Besuch doch während einer der folgenden Veranstaltungen:

  • Binger Winzerfest 
  • Binger Sektfest
  • Bingen swingt 
  • Binger Open Air Festival
  • Nacht der Verführung
  • Rhein in Flammen Bingen
  • Kulturuferfest
  • Rochusfest
  • Hildegard-Herbst
  • Binger Weihnachtsrock

     

    Hotels in Bingen

    Wenn du nicht nur einen Tagesausflug nach Bingen machen möchtest, sondern länger in der schönen Gegend bleiben möchtest, schau doch mal auf Booking vorbei. Da gibt es Hotels in jeder Preiskategorie, sodass für jeden etwas dabei sein sollte:

    Hotels in Bingen*

     

    Blogposts zu Bingen

    Wenn du nun noch mehr Input und verschiedene Perspektiven zu Bingen lesen möchtest, schau doch mal bei meinen Bloggerkollegen vorbei:

      Weitere Ausflugsziele in der Nähe

      Wenn du gerne wandern gehst und andere Regionen erkunden willst, kann ich empfehlen, dir den Odenwald, den Spessart oder den Taunus anzuschauen. Zu diesen Regionen werden noch weitere Blogposts folgen.

      Eine gemischte Liste aus Ausflugsorten, Fotospots und Zielen für kleine Städtetrips habe ich dir hier zusammengestellt:

      • Burg Rheinstein: Gegenüber von Assmannshausen liegt die Burg Rheinstein in der Gemeinde Trechtingshausen. Sie gilt als eine der schönsten Burgen im UNESCO Weltkulturerbe Mittelrheintal.
      • Geisenheim: In Geisenheim wartet das Schloss Johannesberg.
      • Eltville am Rhein: Eltville gilt als Wein-, Sekt- und Rosenstadt, hat gleich zwei Burgen am Rhein und eine wunderschöne Altstadt.
      • Kloster Eberbach: Das Kloster Eberbach ist eines der bedeutendsten Klöster Europas und eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Bauten. Es diente auch als Kulisse für diverse Filme wie zum Beispiel für der Name der Rose.
      • Wiesbaden: Die Landeshauptstadt von Hessen ist als Stadt der heißen Quellen und als Weltkurort bekannt. Hier erwarten dich historische Bauten, prachtvolle Grünanlagen und zahlreiche Museen.
      • Mainz: Die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz sagt von sich selbst, dass es für Lebenslust am Rhein steht. Hier kannst du in 2.000 Jahre Kultur eintauchen, auf den Spuren des Buchdrucks wandeln oder einfach die Sehenswürdigkeiten genießen.
      • Loreley: Eigentlich ist die Loreley nur ein ca. 130 Meter hoher Schieferfelsen bei St. Georgshausen. Doch um ihn rankt der Mythos eines Mädchens, der ihn berühmt gemacht hat. Außerdem ist das Tal seit 2002 UNESCO Welterbestätte.
      • Koblenz: In Koblenz fließen Mosel und Rhein zusammen. Teile der Stadt gehören außerdem zum UNESCO-Welterbe. Seit 2002 bildet sie mit ihren Kulturdenkmälern das nördliche Tor zum Oberes Mittelrheintal. Koblenz gehört zu den Perlen am Rhein.

      Meine Ausstattung

      Ich werde immer wieder gefragt, mit was für einer Ausstattung ich auf meinen Touren unterwegs bin. daher hier nun eine kleine Erläuterung zu diesem Thema.

      Rucksäcke

      Mittlerweile habe ich zahlreiche Rucksäcke, aus denen ich jeweils für den Ausflug den passenden wählen kann. Gerne verwende ich auf Wanderungen zum Beispiel einen meiner Osprey-Rucksäcke – entweder den DaylitePlus oder den Sylva. Die sind klein genug, um mich nicht zu stören, aber groß genug, um das Wichtigste für die Tagestour greifbar zu haben. Mit den zwei seitlichen Taschen habe ich außerdem Wasser immer griffbereit. Dank der verschiedenen Bereiche kann ich mein Kamera-Equipment von den anderen Dingen wie einer Powerbank und Snacks trennen. Auch in Bingen hatte ich einen Osprey-Rucksack dabei: den Osprey Arcane*.

      Barbara in Bingen mit Osprey Rucksack

      Bei Foto-Touren habe ich aktuell auch oft meinen neuen Fotorucksack von K&F Concept* dabei, der mehr Schutz für mein Foto-Equipment bietet, aber trotzdem noch Platz für zum Beispiel Snacks und eine kleine Flasche Wasser bietet. Seitlich kann ich ein Stativ anbringen, was super praktisch ist. Alternativ habe ich auch noch den CADeN-Kamerarucksack*. Der ist nochmal größer, aber auch wuchtiger und schwerer.

       

      Kleidung und Schuhe

      Unterwegs auf meinen Touren bin ich vor allem mit Kleidung und Equipment von Decathlon*. Als Wanderschuhe habe ich zum Beispiel diese wasserdichten Schuhe, die mir auch viel Halt bieten: Wasserdichte halbhohe Wanderschuhe*. Auch Jacken, Wanderleggins und zum Beispiel mein Stirnband* habe ich bei Decathlon gekauft.

       

      Kamera & Stativ

      Meine Fotos mache ich übrigens mit einer Sony Alpha 6500*. Ich wechsle meistens zwischen meinen zwei Lieblingsobjektiven: einem 10-18mm Weitwinkelobjektiv* und einer 30mm Festbrennweite*. Falls du dich schon gewundert hast, wie ich Fotos von mir mache, obwohl ich viel allein unterwegs bin: Ich habe ein Rollei Stativ*.

       

      Mein Fazit zu Bingen

      Bingen ist eine wirklich hübsche Stadt, die für einen City Trip oder einen Wanderausflug viel zu bieten hat. Ich persönlich liebe es, einfach an der Promenade entlangzuflanieren und den Ausblick übers Wasser zu genießen. Das kannst du in Bingen ganz wunderbar! Außerdem hat mir persönlich gut gefallen, dass die Kosten (für z. B. Parken, Toilettenhäuschen, etc.) deutlich humaner sind als im gegenüber gelegenen Rüdesheim.

      Warst du vielleicht auch schon einmal in Bingen? Dann berichte mir davon in den Kommentaren!

      Deine Barbara

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