Artenara – Von Höhlen in den Bergen und langen Wanderungen

von | 26/12/16 | Europa, Spanien, Reisen | 10 Kommentare

„Wenn du mal in Gran Canaria bist, melde dich und ich zeige dir Artenara!“

Von dem 1.200-Seelen-Dorf in den Bergen der Kanareninsel Gran Canaria hatte ich zuvor noch nie was gehört. Die Einladung wollte ich jedoch nicht ausschlagen.

Am frühen Morgen wurde ich in Las Palmas abgeholt. Über reisekrank machende Serpentinen ging es fast eine Stunde lang nach und nach immer weiter nach oben. Ich wagte zwar den ein oder anderen Blick zur Seite, hielt aber meine Augen möglichst geradeaus. Kurz vor unserer Ankunft machten wir einen Photo Stop, der mich ahnen ließ, welch wunderbare Aussicht auf mich warten würde.

Aussichtspunkt in der Nähe von Artenara

Cuevas del Caballero von Artenara

Nach einer kurzen Erfrischung ging es im Jeep zu den Cuevas del Caballero. Dieses Höhlensystem besteht aus insgesamt zwölf Höhlen – teils natürlich, teils künstlich. Diese wurden über die Jahre hinweg von Schäfern aufgesucht und als Bleibe genutzt, sodass nahezu alle archäologischen Überreste verschwunden sind.

Cuevas del Caballero Artenara

Cuevas del Caballero Artenara

Der Tour Guide erzählt, dass diese Höhlen wahrscheinlich einmal wichtige Orte gewesen seien. Dies erkennt man vor allem an Einkerbungen in Form von umgedrehten, nach oben offenen Dreiecken. Diese sind das Symbol für die weibliche Göttlichkeit, Weiblichkeit allgemein sowie Fruchtbarkeit, da sie die weiblichen Genitalien darstellen sollen.

Cuevas del Caballero Artenara

Barbara an den Cuevas del Caballero Artenara

Photo Credits: Chris Spiegl (spiegl.io)

Ich war also an einem magischen Ort!

Leider weiß man bis heute nicht, was genau in diesen Höhlen geschehen ist.

Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Rückweg nach Artenara. Diesmal zu Fuß! Das Wetter war fantastisch und ich bereute es keine Sekunde, mich gegen den Jeep und für die kurze Wanderung entschieden zu haben.

Auf dem Weg zurück nach Artenara

Wir waren knapp zwei Stunden unterwegs. Es dauerte aber sicher länger, weil die Aussicht viel zu schön, als dass ich ohne an jeder zweiten Ecke stehen zu bleiben, hätte runterlaufen können.

Die Aussicht genießen

Auf dem Weg zurück nach Artenara

Aussicht vom Wanderweg

Barbara am Felsrand

Photo Credits: Chris Spiegl (spiegl.io)

Ein Esel vor Artenara

Zurück in Artenara ging es ins örtliche Museum.

Vor dem Museum von Artenara

Museum Artenara

Die gesamte Umgebung ist bekannt für ihre Höhlen und das Museum zeigt, wie man vor vielen Jahrzehnten in diesen gelebt hat.

Im Museum von Artenara

Die Menschen verdienten meist mit einfachen Berufen ihren Lebensunterhalt: Die Männer als Schäfer, die Frauen als Weberinnen oder Töpferinnen.

Im Museum von Artenara


Im Museum von Artenara

Im Museum von Artenara

Normalerweise kann man die Weberinnen im Museum bei ihrer Arbeit sehen. Als ich da war, war leider keine da. Interessant war es dennoch.

Die Casas Cuevas von Artenara

Dann war es schon beinahe Sonnenuntergangszeit.

Sonnenuntergang Artenara

Also wurde ich in meine Unterkunft gebracht: Ich durfte in einem Höhlenhaus, genannt Casa Cueva, übernachten.

Eingestellt war ich auf eine echte Höhle ohne Ausstattung, Möbel oder Bäder. Die Realität war das genaue Gegenteil:

Ich blickte mit offenem Mund auf das Doppelbett mit dicken Decken, die gut ausgestattete Küche und die Badewanne mit Whirlpoolfunktion. Ich konnte mein Glück kaum fassen!

In einer Casa Cueva

In einer Casa Cueva

In einer Casa Cueva

In einer Casa Cueva

Einziger Haken: Internet gab es keins!

Darauf war ich jedoch eingestellt und freut mich daher auf einen Abend in der Wanne und mit meinem Kindle unter der Bettdecke.

Wandern in und um Artenara

Am nächsten Morgen ging es früh weiter: Auf dem Plan stand eine 6-stündige Wanderung mit Gran Canaria Trekking durch die Berge.

Der Tag war wunderschön, die Sonne schien und ich genoss das Gefühl unterwegs zu sein.

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Auf dem Weg aßen wir frische Feigen direkt vom Baum und scherzten mit dem Bauern, der Kartoffeln erntete, begegneten Ziegen mit Schnupfen und schauten ins Tal zum Meer, während wir auf einem Staudamm standen.

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Cuevas de Risco Caído

Unser Weg führte uns zunächst zu den Cuevas de Risco Caído. Das sind weitere Höhlen, die dafür bekannt sind, dass sie ein Loch in der Decke haben, dass das Sonnenlicht genau zur Sommersonnenwende und das Licht des Vollmondes bei der Wintersonnenwende hindurchfallen lässt. Der Ort war wohl von höchster astronomischer Bedeutung für die ursprünglichen Bewohner Gran Canarias, die von Berbern vertrieben wurden und dem Sklavenhandel zum Opfer fielen.

Wandern Artenara Risco Caído

Leider dürfen nur wenige die Höhlen von Risco Caído betreten und so musste ich sie von außen bestaunen, während ich mein Mittagsbrot aß.

Lugarejo

Von dort ging es zu dem Ort Lugarejo, der direkt an einem Stausee gelegen ist. Wir liefen durch den Ort, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Ein alter Mann saß am Rand des Wanderwegs und ich erwartete schon, dass er Wegezoll verlangte. Er wünschte uns mit einem zahnlosen Lächeln einen schönen Tag und ließ uns ziehen.

Wandern Artenara Stausee Lugarejo

Lugarejo

Lugarejo

Der Rückweg von Lugarejo war der anstrengendste Teil. Meine Beine wollten nicht mehr und ich war mit meinen Kräften ganz schön am Ende. Wir kamen tatsächlich auch zwei Stunden später als geplant wieder in Artenara an, sodass aus der 6-Stunden-Wanderung mal eben eine 8-Stunden-Wanderung wurde.

Blick auf Lugarejo

Wandern Artenara

Wandern Artenara

Zum Abschluss ging es zum Shop Arte-Gaia, in dem nur lokale Produkte verkauft werden. Auch der kleine Laden ist in eine Höhle gebaut. Alles andere wäre für Artenara wohl undenkbar.

Nach wundervollen zwei Tagen wurde ich wieder zurück nach Las Palmas gebracht.

Obwohl ich schon zweimal auf Gran Canaria gewesen war, hätte ich mir nicht erträumen lassen, dass das Landesinnere eine so schöne Landschaft zu bieten hat wie die Gegend um Artenara.

Deine Barbara

PS: Dieser Beitrag ist mit freundlicher Unterstützung von Turismo Artenara, Artenatur, Gran Canaria Trekking und Arte-Gaia entstanden. Meine Meinung ist und bleibt die meinige und ist von der Zusammenarbeit unbeeinflusst.

PPS: Du hast noch nicht genug von Artenara und der wundervollen Landschaft dieser Gegend? Dann schau mal in dieses Video, das Chris Spiegl gemacht hat, als wir dort waren:

Hiking around Caves and with Goats | Artenara, Gran Canaria, Spain, 2016

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