Was ist eigentlich ein digitaler Nomade?
Was ist eigentlich ein digitaler Nomade?

Der Traum vom ortsunabhängigen Arbeiten ist überall zu sehen: digitale Nomaden mit Laptop am Strand, arbeiten aus exotischen Cafés, absolute Freiheit. Aber wie sieht die Realität wirklich aus? Ich verrate dir, was digitales Nomadentum ist, was nicht, und warum es vielleicht genau das ist, was du dir wünschst.

Barbara am Laptop in Chiang Mai
Meine persönliche Geschichte mit dem digitalen Nomadentum
Ich bin Barbara und ich bin seit 2014 digitale Nomadin. Das ist mittlerweile über ein Jahrzehnt und ja, ich habe verschiedenste Phasen durchlebt, die wahrscheinlich ganz anders aussehen, als das Bild, das viele von diesem Lebensstil haben.
Damals, als ich anfing, wurde ich mit großen Augen angesehen:
„Digitaler was? Nomade? Und wo sind dein Zelt und dein Kamel?“
Der Begriff war neu, unbekannt, irgendwie exotisch und gleichzeitig suspekt. Ich bin damals zufällig darüber gestolpert. Ich war mitten in den Vorbereitungen für meine Weltreise. Ich wollte mir ein Round the World Ticket „kaufen“ (bezahlt in erster Linie mit Meilen –> mehr dazu hier: Round the World Ticket fast umsonst) und um die Welt reisen. Bei meiner Recherche dazu bin ich auf die DNX, die digitale Nomadenkonferenz gestoßen, habe mir sofort ein Ticket gekauft und der Rest ist Geschichte …
Spaß bei beiseite: Ich war dann im Oktober 2014 bei der DNX und bin im November, also ca. einen Monat später auf Weltreise gegangen. Mit Laptop im Gepäck und ganz viel Bock, diesen Lebensstil auszuprobieren!
Heute ist der Begriff deutlich verbreiteter, aber es gibt immer noch jede Menge Verwirrung darüber, was digitales Nomadentum wirklich bedeutet.
Deswegen schreibe ich diesen Artikel.
Was ist ein digitaler Nomade eigentlich?
Die einfache Definition: Digitale Nomaden arbeiten ortsunabhängig mit Hilfe des Internets. Sie haben keinen festen Arbeitsplatz, keinen klassischen Chef, der ihnen ab 9 Uhr morgens die Hölle heiß macht, wenn sie nicht am Arbeitsplatz sind, und können theoretisch von überall arbeiten, wo es Internet gibt. Alles, was sie brauchen, sind ein Computer und eine (möglichst stabile) Internetverbindung.
Das Wichtigste: Es geht nicht um den Ort. Es geht um Freiheit.

Barbara mit Macbook in Nyali
Digitales Nomadentum ist nicht dasselbe wie:
- Dauerreisen und Backpacking. Du könntest als digitaler Nomade fünf Jahre um die Welt reisen oder an einem festen Ort in einer Stadt deiner Wahl wohnen und nur gelegentlich verreisen. Beides ist möglich.
- Reisbloggen oder Content-Erstellung über Reisen. Das kann ein digitaler Nomade tun, muss es aber nicht. Es geht nicht darum, die Reisen zu dokumentieren, sondern einfach zu arbeiten, wo man möchte.
- Ein Luxuslebensstil ohne Regeln. Digitale Nomaden müssen genauso arbeiten wie angestellte Menschen, nur eben mit einer anderen Gestaltungsfreiheit beim Wann, Wo und Wie.
Die Fragen, die mir ständig gestellt werden
Wie verdient man als digitaler Nomade eigentlich Geld?
Das ist die Eine-Million-Dollar-Frage. Und die Antwort ist: Genauso wie jeder andere auch – nur eben online.
Es gibt nicht „die eine“ Methode. Ich selbst habe als Übersetzerin und Texterin angefangen, bin dann in den Content Creation gewechselt und verdiene mein Geld heute mit einer Kombination: mit meinen Büchern, mit meinem Mentoring-Programm, mit meinen digitalen Produkten, meiner Community und mit meinem Content. Was ich alles mache, erläutere ich hier: Wie verdiene ich eigentlich meine Brötchen?
Andere digitale Nomaden sind:
- Freiberufler oder Agentur-Gründer (Webdesign, Copywriting, Grafik, Programmierung)
- E-Commerce-Unternehmer mit Online-Shops
- Affiliate-Marketer
- Kurse- und Online-Produkt-Ersteller
- Virtuelle Assistenten und Service-Anbieter
Oft ist die wichtigste Voraussetzung: Eine Fähigkeit, die Menschen online bereit sind zu zahlen. Und ja, das erfordert Arbeit, Aufbau und Geduld.
Manchmal ist auch Passives Einkommen eine Option. Aber das aufzubauen, kann dauern.
Bist du dann nur im Urlaub? Wie sieht dein Alltag aus?
Hier möchte ich mit einem großen Mythos aufräumen: Digitales Nomadentum ist NICHT andauernder Urlaub.
Ich arbeite. Jeden Tag. Von 2014 bis 2020 habe ich sechs Jahre lang während meiner Reisen gearbeitet – und das bedeutete: Während Touristen die Stadt erkundet haben, saß ich morgens im Café und habe am Computer gearbeitet. Ich hatte Video-Calls mit Kunden und Teilnehmern meiner Kurse. Ich habe an immer neuen Kursen gebastelt oder neue Bücher geschrieben.
Zwischen 2020 und 2026 hatte ich sogar eine feste Basis in Deutschland und bin nur gelegentlich gereist. War ich dann noch eine digitale Nomadin? Technisch gesehen ja, weil ich weiterhin ortsunabhängig gearbeitet habe. Aber es zeigt: Digitales Nomadentum ist flexibel. Es geht um die Möglichkeit, nicht um die Verpflichtung zu reisen. Dennoch war ich selbst in dieser Zeit meistens mindestens acht Monate im Jahr auf Reisen.
Mein typischer Arbeitstag sieht aus wie jeder andere Tag auch: Ich stehe auf, ich mache meine Morgenroutine, ich öffne meinen Laptop, ich antworte auf E-Mails, ich arbeite an meinen Projekten – Podcast, Content, Mentoring. Das kann ich von überall machen.
Der Unterschied: Ich bestimme selbst, wann ich das mache. Und wo. Und manchmal kann ich auch vor der ersten Laptop-Session des Tages einen Spaziergang am Meer machen. Das ist die Freiheit.

Barbara zum Sonnenaufgang am Strand in Koh Samui
Ist das nicht einsam?
Ja, es kann einsam sein. Darüber habe ich hier geschrieben: Nachteile einer Langzeitreise. Den Blogpost habe ich damals am Ende meiner Weltreise geschrieben. Heute sehe ich das nicht mehr ganz so, aber damals habe ich so empfunden …
Wie dem auch sei: Wenn du zum ersten Mal als digitaler Nomade alleine in einer Stadt unterwegs bist, in der du niemanden kennst, ohne Büro, ohne tägliche Kollegen, ohne die normale soziale Struktur … Kann sich das durchaus einsam anfühlen. Manchmal habe ich das selbst erlebt.
Aber: Es gibt darauf mehrere Antworten.
Erstens: Der Großteil der digitalen Nomaden lebt nicht isoliert, sondern in Hotspots – auf Bali, in Chiang Mai oder Tarifa – wo es Hunderte andere digitale Nomaden gibt. Communities entstehen automatisch.
Zweitens: Es hängt von dir ab. Wenn dir Einsamkeit droht, musst du aktiv werden. Du kannst Coworking-Spaces besuchen, Meetups besuchen, digitalen Communities beitreten. So trainierst du auch deine Sozialkompetenz.
Drittens: Du schließt nicht automatisch Freundschaften, weil du am gleichen Ort sitzt. Und du verlierst nicht automatisch Kontakt zu deinen Freunden zu Hause, nur weil du woanders lebst. Das ist genauso wie überall sonst: du musst daran arbeiten. Lies hier mehr zu dem Thema nach: Auf Reisen Leute kennenlernen.
Viertens: Du kannst du auch ein Hobby suchen und das unterwegs ausüben. So lernst du ganz easy neue Leute kennen. Darüber habe ich auch schon geschrieben (und eine Podcast-Folge gemacht): Hobby als Türöffner.
Ich bin quasi Teil der globalen Community von digitalen Nomaden, aber dafür musste ich auch an die richtigen Orte gehen. Außerdem habe ich auch meinen Podcast und meine Online-Community aufgebaut, um einen Raum zu schaffen, in dem man sich kennenlernen, verabreden und austauschen kann.
Ist das nicht total teuer?
Das kommt darauf an. Digitales Nomadentum kann sehr günstig sein oder sehr teuer. Es liegt an dir.
Wenn du in Länder mit niedrigen Lebenshaltungskosten reist (Thailand, Indonesien, Kolumbien, Albanien), kannst du mit 1000 bis 1500 Euro im Monat ganz gut leben. Sehr komfortabel. Mit echtem Spaß und guter Infrastruktur.
Wenn du in Westeuropa oder großen Städten lebst, wird es teurer. Aber nicht teurer als überall sonst auch. Du zahlst für Wohnung, Essen, Internet – wie überall.
Das Wichtigste: Du kannst immer wieder neu entscheiden. Das bedeutet mehr Verantwortung, aber auch echte Kontrolle über dein Budget.
Für wen ist digitales Nomadentum die richtige Wahl?
Spoiler Alert: Nicht für jeden! Und das ist okay.
Digitales Nomadentum funktioniert für dich, wenn du:
- eine Fähigkeit hast oder aufbauen willst, die du online anbieten kannst
- bereit bist, Verantwortung für dein eigenes Business zu übernehmen
- deine Motivation intrinsisch ist (kein Chef, der dich antreibt, keine Kollegen, die dich unterstützen)
- bereit bist, unregelmäßiges Einkommen mindestens in der Anfangsphase, aber manchmal auch darüber hinaus zu ertragen
- dich einsam fühlen kannst, ohne in ein Loch zu fallen, oder aktiv soziale Strukturen aufbaust
Digitales Nomadentum ist wahrscheinlich nichts für dich, wenn du:
- jemanden brauchst, der dir sagt, was zu tun ist und wann
- finanzielle Stabilität brauchst (zumindest in den ersten Monaten/Jahren)
- lieber im selben Land/in derselben Stadt mit deinen Liebsten lebst und das nicht aufgeben möchtest
- eine angestellte Position brauchst, um dich sicher zu fühlen
Meine eigene Reise – die ehrliche Version
Ich erzähle dir meine Geschichte nicht, um dich zu beeindrucken, sondern um zu zeigen, dass dieser Weg nicht linear sein muss. Meiner war es nicht und das ist in Ordnung.
Von 2014 bis 2020 war ich voll in die nomadische Lifestyle-Sache involviert. Ich bin gereist. Viel gereist. Ich war jedes Jahr in mindestens zehn neuen Ländern, bin auf sechs Kontinenten gereist und kaum zu bremsen. Ich habe die Freiheit geliebt.
Aber zwischen 2020 und 2026 war ich wieder in Deutschland gemeldet. Ich hatte eine feste Base, weil ich zum Beginn der Pandemie beschlossen hatte, bei meinem Vater zu sein. Und weißt du was? Das war keine „Niederlage“. Das war eine Entscheidung für das, was ich in diesem Moment brauchte. Digitales Nomadentum bedeutet eben auch: Du darfst dein Leben so ändern, dass es zu den Lebensumständen passt.
Im Laufe des Jahres 2026 habe ich dann aber einen Schlussstrich gezogen. Schon lange hatte ich gemerkt, dass mich das Leben in Deutschland einfach nur unglücklich macht. Meinen Wohnsitz habe ich also wieder abgemeldet und baue meine neue Base in Thailand auf. Natürlich werde ich trotzdem regelmäßig reisen. Es ist ein Mix aus beiden Welten.
Die Lektion: Digitales Nomadentum ist nicht „entweder-oder“. Es ist flexibel, anpassbar, lebbar.

Barbara in Kuala Lumpur
Das Wichtigste: Es geht um Freiheit
Jahrelang bin ich herumgelaufen und wusste nicht, wie ich das, was ich kann und liebe, am besten nutzen kann. Ich habe gedacht, ich muss in eine Box passen, die die Gesellschaft für mich vorbereitet hat: Studium, Job, Karriere, Haus. Klassisch.
Dann habe ich zum Glück verstanden: Keiner kann mich zwingen, diesen Weg zu gehen. Es geht nicht darum, dass dein Konzept perfekt ist. Es geht darum, dass du jeden Tag aufs Neue entscheiden kannst, wie du leben möchtest.
Und genau das ist digitales Nomadentum für mich.
Wie du anfangen kannst
Falls du jetzt – genauso wie ich damals – spürst, dass das dein Weg ist …. Falls du merkst: „Ja, das könnte was für mich sein!“ … Dann habe ich ein paar konkrete nächste Schritte für dich:
Lade dir mein kostenloses StarterKit herunter: „Dein StarterKit, um ortsunabhängig zu arbeiten“. Da findest du konkrete erste Schritte, Checklisten und Klarheit darüber, ob das wirklich für dich passt.
Höre in meinen Podcast rein: „Proud Nomad Vibes“ – da spreche ich regelmäßig allein und mit anderen digitalen Nomaden über die Realität, die Herausforderungen, die Chancen. Echte Erfahrungen, keine Märchen.
Tritt meiner Community bei, wo wir uns austauschen, unterstützen, und zusammen diesen Weg gehen. Du bist nicht allein mit deinen Fragen! Hier geht's zur „Proud Nomad Community“.
Wenn du weißt, dass du das willst, aber nicht, wo du anfangen sollst, ist mein Mentoring-Programm vielleicht genau das richtige. Da begleite ich dich von A bis Z. Von der Idee bis zum laufenden Business: Mentoring.
Mein Fazit
Soll jeder digitaler Nomade werden? Nein.
Aber wenn du an einem Punkt bist, wo du denkst: „So kann ich nicht weitermachen. So will ich nicht leben. Es muss sich etwas ändern“ – dann möchte ich dir das hier sagen:
Es ist möglich.
Es wird bestimmt nicht einfach. Es geht garantiert nicht schnell und schon gar nicht von heute auf morgen. Und es erfordert eine ganze Menge Arbeit.
Aber es ist möglich.
Ich glaube an einen Satz:
„Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.“
Aber manchmal muss der Schmied erst viele, einzelne Puzzleteile in die richtige Position bringen, bevor er anfangen kann zu schmieden.
Nichtsdestotrotz: Die Mühe lohnt sich, versprochen!
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Ohja, ich puzzle auch gerade vor mich hin und versuche das große Ganze zusammenzukriegen. Gar nicht so einfach. Digitales Nomadentum, das wünsche ich mir auch. Nun versuche ich herauszufinden, wie ich das mit meinen Fähigkeiten zusammenkriege und suche nach dem fehlenden Puzzelstück.
ich wünsche dir auf jede Fall viel Erfolg und Spaß weiterhin bei dem, was du tust.
LG Luisa
Horche in dich rein und lese viel. Auch Blogs helfen, wie du schon gemerkt hast :)
Ich wünsche dir auf jeden Fall auch viel Erfolg und Freude daran! Und denk immer dran, dass das eine mit dem anderen eng verbunden ist.
Liebe Grüße
Barbara
Hey Barbara
Ich bewundere digitale Nomaden sehr. Leider liebe ich meinen Laptop zu wenig, um mich als solcher durchzuschlagen, wie ich herausgefunden habe. Den Mut, die Energie und die Ausdauer dazu fehlen mir leider auch.
Ich denke auch, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass man sehr unglücklich werden kann, wenn man sein Glück zu schmieden versucht, weil man sich damit sehr unter Druck setzen kann. Einmal war ich am Ende nicht nur unglücklich, sondern richtig depressiv. Seitdem lasse ich die Finger davon – und bin glücklich. Natürlich mal mehr und mal weniger. Aber das geht digitalen Nomaden sicher auch so. Ich bewundere digitale Nomaden vor allem deshalb, weil sie diesem Druck standhalten. Ich bin dafür leider zu schwach.
Ich wünsche dir alles Gute, Barbara!
Lieber Gruß
Maik
Hi Maik,
vielen Dank für deinen Kommentar und dass deine Geschichte kurz mit uns geteilt hast! Ich glaube, man muss sich davon befreien, ein bestimmtes Ziel erreichen zu wollen. Seit ich mehr im Sinne von „der Weg ist das Ziel“ lebe, habe ich eine viel größere innere Ruhe. Aber vielleicht irre ich mich auch da und da hast Recht. Vielleicht gibt es Menschen, die das einfach nicht können. Ich freue mich auf jeden Fall, dass du einen Weg für dich gefunden hast, glücklich zu sein :)
Alles Gute weiterhin!
Deine Barbara
Hey Barbara
„Der Weg ist das Ziel“:
Ja, genau! Das trifft den Nagel auf den Kopf und drückt in einem Satz aus, was ich eigentlich sagen wollte. ;)
Schön, dass du geantwortet hast!
Lieber Gruß
Maik
Hi Maik,
dann ergänzen wir uns gut: Ich fasse mich meistens zu kurz :D
Und klar! Ich antworte eigentlich immer, denke ich! Manchmal dauert es, wenn das WLAN nicht mitspielt, aber im Normalfall innerhalb von maximal zwei Tagen…
Liebe Grüße
Barbara
Mich kurz zu fassen war noch nie meine Stärke. ;)