Nachteile einer Langzeitreise: Warum manchmal alles scheiße ist

von | 20/05/15 | Alles und nichts, Reisen | 33 Kommentare

So, jetzt habe ich das böse Wort gesagt! Ja, es gibt Dinge, die einfach scheiße sind. Auch meine Welt, die gerade voll von tollen Stränden, Palmen und Kokosnüssen ist, ist kein Ponyhof.

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe es, unterwegs zu sein, neue Länder und Kulturen kennenzulernen, meinen Beruf auf der ganzen Welt auszuüben und jederzeit entscheiden zu können, dass es jetzt weiter geht. Ich habe mich für dieses Leben entschieden und bereue es keine Sekunde.

 

Nachteile einer Langzeitreise

Aber auch für mich gibt es Nachteile einer Langzeitreise.

Es gibt sie nämlich immer wieder – und immer häufiger je länger ich unterwegs bin – die Momente, in denen man sich wünscht, von einem geliebten Menschen in den Arm genommen zu werden.

Oder wenn man jemanden kennenlernt und schon weiß, dass man doch schon in ein paar Stunden oder bestenfalls Tagen wieder ‚Auf Wiedersehen‘ sagen muss.

Oder wenn man mit ganz vielen Leuten etwas unternimmt, die man gerade erst kennengelernt hat, es sich aber schon so anfühlt, als würde man sich ein Leben lang kennen, und trotzdem fühlt man sich allein, weil einem bewusst wird, dass egal wie es sich anfühlt, das keine Freunde im wahrsten Sinne des Wortes sind.

Ich erzähle dir jetzt mal was richtig Peinliches.

 

Auf Koh Samui

Als ich auf Koh Samui ankam, hatte ich einen dieser Momente, wo ich mich allein gefühlt habe, obwohl ich umgeben von Leuten war. Warum? Weil ich gerade meine „neuen Freunde“ in Koh Pangan zurückgelassen hatte, mit denen ich eine so schöne Zeit hatte, und mich gedanklich noch nicht zu den nächsten „Freunden“ begeben konnte.

Und jetzt kommt das Peinliche. Ich berichtete einem Freund, wie ich mich fühlte und er sagte:

„Gut, dass du umgeben von vielen Leuten bist. Ich möchte, dass du zu ihnen gehst, ihnen Deine Situation erklärst und einen von ihnen bittest, dich in den Arm zu nehmen.“

Digitale Nomaden sind bekannt dafür, dass sie ihre Komfortzone verlassen und das hörte sich für mich ganz nach einem Workshop zu diesem Thema an. Aber ich dachte, er könnte Recht haben und es würde mir vielleicht tatsächlich gut tun.

Ich gebe zu, ich habe bestimmt 15 Minuten, wenn nicht noch länger, rumgedruckst und erst mal nur versucht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, bis ich endlich zum Punkt kam.

Das war die kürzeste Umarmung meines Lebens und ich fühlte mich danach noch einsamer als vorher, da ich merkte, dass es keine ehrliche Umarmung war, die von Herzen kam.

Es war dumm und peinlich.

Und ich habe den restlichen Abend und am nächsten Tag immer versucht, einen großen Bogen um diese Jungs zu machen, damit ich diese Peinlichkeit nicht nochmal durchleben muss.

 

Mein Fazit

Mein Fazit von all dem?

Ich werde nach meiner Weltreise, die in 34 Tagen endet, nicht mehr länger als vier Monate unterwegs sein. Wahrscheinlich muss das jeder für sich entscheiden, aber ich habe das Gefühl, dass drei bis vier Monate auf Reisen für mich eine optimale Zeit sind.

Bald bin ich wieder bei meiner Familie und ich freue mich schon drauf. Ich werde auf ein BarCamp für Übersetzer und Dolmetscher gehen und lieb gewonnene Kollegen und Freunde wiedersehen.

Aber da ich jetzt schon weiß, dass es mich sehr bald wieder in die Ferne gezogen hätte, habe ich einen Job für den Sommer angenommen.

Ich werde als Strandtester die Strände Spaniens (und vielleicht Italiens) bewerten und Berichte über sie schreiben. Am 1. Juli geht es schon los – keine 10 Tage nach meiner Heimkehr.

Auch für die Zeit danach habe ich schon Pläne. Konkrete und weniger konkrete. Also sei gewiss: die nächste Langzeitreise kommt bestimmt!

Hast du schon mal die Nachteile einer Langzeitreise gespürt?

Deine Barbara

PS: Wenn du noch mehr Erfahrungen zu dem Thema lesen möchtest, dann schau mal bei der Aussteigerin Stephanie vorbei! Sie hat auf ihrem Blog Freileben über das Thema Heimweh auf Langzeitreise geschrieben.

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