Al-Ula: 3 Highlights in Saudi-Arabiens erstem UNESCO-Welterbe

von | 30/05/26 | Orient, Reisen | 0 Kommentare

Al-Ula: 3 Highlights in Saudi-Arabiens erstem UNESCO-Welterbe

Es gibt Reiseziele, die einen sprachlos machen. Al-Ula war für mich eines davon.

Ich war im November 2025 auf einer 2,5-wöchigen Rundreise durch Saudi-Arabien unterwegs – einem Land, das noch vor wenigen Jahren für Touristen praktisch verschlossen war und das mich auf jeder Etappe überrascht hat. Zwei Nächte davon habe ich in Al-Ula verbracht. Und obwohl ich nur einen einzigen vollen Tag hatte, gehört Al-Ula zu den eindrucksvollsten Orten, die ich je bereist habe, und definitiv zu den Highlights meiner Saudi-Arabien-Reise.

Wer Saudi-Arabien noch nicht auf dem Reiseradar bzw. seiner Bucket List hat: Es wird Zeit, das zu ändern.

Minarett in Al Ula Old Town

Minarett in Al Ula Old Town

Was ist Al-Ula?

Al-Ula ist eine antike Oasenstadt in der Provinz Medina im Nordwesten Saudi-Arabiens – eine der ältesten Siedlungen im Nahen Osten, geprägt von der Geschichte des Islam sowie mehrerer vorislamischer Zivilisationen.

Die Region Al-Ula wird als die archäologische Schatzkammer Saudi-Arabiens bezeichnet. Hier lag einst der Knotenpunkt mehrerer antiker Handelswege. Das riesige Wüstental zog schon vor Jahrtausenden Menschen an. Fruchtbarer Boden, Wasser und die Lage an der berühmten Weihrauchstraße machten Al-Ula zu einem wichtigen Zentrum.

Heute ist Al-Ula Saudis aufstrebendstes Tourismusziel. Dieser Ort ist wirklich atemberaubend und noch nicht so überlaufen wie zum Petra, das „Äquivalent“ in Jordanien.

Felsspalte in Hegra
Grabeingang in Hegra
In Al-Ula

Was gibt es in Al-Ula zu sehen?

Al-Ula hat auf kleinem Raum erstaunlich viel zu bieten. Die verwinkelten Gassen der Altstadt erzählen von einer jahrtausendealten Siedlungsgeschichte, die nabatäischen Felsgräber von Hegra zeigen, wie mächtig die Hochkulturen des Nahen Ostens einst waren, und der Elephant Rock erinnert daran, dass die Natur hier genauso spektakulär ist wie die Geschichte. Wer zwei Tage Zeit hat, kann alle drei Highlights in Ruhe erleben.

 

Altstadt von Al-Ula

Ich hatte einen vollen Tag vor Ort und habe den Vormittag in der Altstadt von Al-Ula verbracht.

Al Ula Old Town

Al Ula Old Town

Die wunderschöne Altstadt besticht durch ihr malerisches Labyrinth aus alten Lehmhäusern und Palmengärten. Die Hauptstraße wurde in den letzten Jahren zu einer fußgängerfreundlichen Flaniermeile ausgebaut, die von zahlreichen schicken Cafés und kleinen Shops gesäumt wird.

Ich bin einfach durch die verwinkelten Gassen geschlendert, habe Fotos gemacht und eine Weile in einem Café gesessen. Es war heiß, aber auch wahnsinnig beeindruckend. Diese Lehmhäuser haben eine ganz eigene, stille Atmosphäre.

Shops in Al Ula Old Town

Shops in Al Ula Old Town

Und ja: Es gibt in der Altstadt auch einen Starbucks. Mitten in der Oase. Das ist Al-Ula im Jahr 2025: alte Welt und neue Welt, Seite an Seite.

In der Altstadt von Al-Ula

In der Altstadt von Al-Ula

Östlich der Hauptstraße erstreckt sich eine weitläufige Palmenoase, die AlUla Oasis. Dort habe ich mich auf einer Art Couch im Schatten der Dattelpalmen niedergelassen und einfach die Stille genossen.

In der Oase in Al-Ula

In der Oase in Al-Ula

Barbara in der Oase von Al-Ula
Barbara in Al-Ula
Barbara in der Altstadt von Al-Ula

Hegra – das UNESCO-Welterbe zum Sonnenuntergang

Am Nachmittag ging es zum absoluten Highlight: Hegra, auch bekannt als Mada’in Salih, und seit 2008 das erste UNESCO-Weltkulturerbe Saudi-Arabiens, rund 20 Kilometer nördlich von Al-Ula.

Wer Petra in Jordanien kennt, wird sofort verstehen, worum es geht: Die Nabatäer haben auch hier riesige Grabfassaden direkt in den rötlich-braunen Sandstein gehauen. Über 100 gut erhaltene Felsengräber warten hier, die einen guten Einblick geben, wie mächtig und wohlhabend das nabatäische Königreich einst gewesen sein muss.

UNESCO Welterbe Hegra

UNESCO Welterbe Hegra

Ich bin mit Uber von Al-Ula nach Hegra gefahren. Das ist unkompliziert und günstig. Vor Ort habe ich ein Hop-on-Hop-off-Ticket gekauft, das einen mit einem klimatisierten Bus zwischen den verschiedenen Grabstätten hin- und herfährt. Ganz ohne ist es nicht möglich. Die Stätte ist zu weitläufig, um sie zu Fuß zu erkunden, und das Betreten auf eigene Faust ist nicht erlaubt.

Alternativ: Es gibt organisierte Gruppentouren, die man vorab über GetYourGuide* buchen kann. Wer spontan reist wie ich, ist mit dem Hop-on-Hop-off-Ticket vor Ort gut bedient. Wer auf Nummer sicher gehen will, bucht eine Tour im Voraus. Gerade in der Hochsaison macht das Sinn.

Den Sonnenuntergang über den Felsgräbern von Hegra zu erleben ist einer dieser Momente, die man so schnell nicht vergisst. Das Licht, das die rötlichen Sandsteinfelsen in Gold taucht, die Stille der Wüste, die Monumentalität dieser jahrtausendealten Gräber … Das ist überwältigend.

Sonnenuntergang in Hegra

Sonnenuntergang in Hegra

In Hegra
Grab in Hegra

Elephant Rock – Naturwunder in der Wüste

Vom Sonnenuntergang in Hegra ging es weiter zum Elephant Rock, einem der bekanntesten Naturwahrzeichen von Al-Ula. Unter den zahlreichen Felsformationen sticht der Elephant Rock besonders hervor, dessen Form tatsächlich an einen Elefanten erinnert.

Der Elephant Rock liegt rund 30 Minuten Fahrt von Hegra entfernt. Ich bin mit jemandem mitgefahren, der ein Auto gemietet hatte. Ein Uber ab Hegra zu bekommen, ist grundsätzlich eher schwer, also sollte man da keine Scheu haben, andere Touristen anzusprechen und nach einer Mitfahrgelegenheit zu fragen.

Als wir ankamen, war es bereits dunkel und das hat dem ganzen Erlebnis eine ganz andere Dimension gegeben.

Am Elephant Rock

Am Elephant Rock

Der Fels ist abends beleuchtet und eine stimmungsvolle Atmosphäre hatte sich entwickelt. Besonders beeindruckend: ein Restaurant mit in den Boden eingelassenen Rundcouches direkt am Fuß des Felsens. Auf dem folgenden Foto kannst du das gut erkennen. Das Restaurant selbst hat knackige Preise. Aber es ist sicher ein tolles Erlebnis. Und wenn du zwei Abende hast, würde ich dir empfehlen, einen Sonnenuntergang in Hegra und einen hier zu verbringen.

Der beleuchtete Elefantenfels über einem, der Sternenhimmel der Wüste darüber … Das war wirklich toll.

Im Restaurant am Elephant Rock kann man toll den Sonnenuntergang genießen

Im Restaurant am Elephant Rock kann man toll den Sonnenuntergang genießen

Beste Reisezeit für eine Reise nach Saudi-Arabien

Die Frage nach der besten Reisezeit hängt in Saudi-Arabien vor allem vom Klima ab und davon, wie viel Hitze du aushalten möchtest. Grundsätzlich gelten die kühleren Monate als ideal, weil viele Aktivitäten draußen stattfinden und die Temperaturen im Sommer extrem werden können.

Eine der besten Zeiten ist etwa von November bis März. In diesen Monaten sind die Temperaturen deutlich angenehmer, oft zwischen 20 und 30 Grad.

Gerade für Orte wie Al-Ula ist die Reisezeit entscheidend, weil man in der Wüste sonst echt kaputt geht.

Die Sommermonate von Juni bis September können dagegen sehr herausfordernd sein. Temperaturen von über 40 Grad keine Seltenheit. Wenn du in dieser Zeit reist, verlagert sich vieles in die Abendstunden, aber Hegra zum Beispiel schließt kurz vor Sonnenuntergang. Da heißt es dann also: Ab in die Hitze!

Ich selbst war zu einer Zeit unterwegs, die klimatisch gut machbar war und dennoch war es teilweise wirklich sehr heiß. Wenn du deine Reise planst, lohnt es sich also, zuerst zu überlegen, was dir wichtiger ist: angenehmere Temperaturen für viel Sightseeing oder mehr Flexibilität bei der Reisezeit, auch wenn es heißer wird. Für die meisten Reisenden ist der Winterhalbjahr-Zeitraum aber definitiv die beste Wahl.

Anreise nach Al-Ula

Ich bin mit dem Bus von Medina nach Al-Ula gefahren. Das ist vor allem die günstigste Option. Allerdings nicht gerade die komfortabelste. In meinem Bus war zum Beispiel die Toilette kaputt. Die Fahrt dauert rund vier Stunden und führt durch die Wüstenlandschaft des Nordwestens.

Man kann die Tickets auch online buchen, aber ich hatte Schwierigkeiten. Bei mir hat sich die Seite immer aufgehängt, wenn ich angeklickt habe, dass ich eine Frau bin (man muss das Geschlecht auswählen und es gab im Bus auch extra Bereiche für Frauen). Daher habe ich am Ende vor Ort gebucht. Allerdings war es auch eine Herausforderung das richtige Busterminal zu finden. Daher hier die Location von dem Anbieter, mit dem ich gefahren bin: Northwest Bus. Ich hoffe, das hilft!

Alternativ gibt es einen eigenen Regionalflughafen in Al-Ula (Prince Abdul Majeed bin Abdulaziz Airport) mit Verbindungen aus Riad und Dschidda. Das ist zwar der teurere, aber sicherlich einfachere und schnellere Weg. 

Visum für Saudi-Arabien

Saudi-Arabien hat das Touristenvisum 2019 eingeführt und es seither stark vereinfacht. Ich habe ein Visum für rund 120 Euro beantragt. Das geht online, ist unkompliziert und wird schnell ausgestellt. Es erlaubt ein Jahr lang mehrfache Einreisen und man bucht direkt eine Krankenversicherung mit.

Anreise nach Al-Ula

Sowohl aus Europa als auch, wenn du wie ich bereits unterwegs bist und verschiedene Flüge miteinander kombinierst, kommst du eigentlich easy nach Saudi-Arabien. Ich bin von Kenia nach Riad, denn der King Khalid International Airport (RUH) ist eines der wichtigsten Drehkreuze des Landes und ein idealer Ausgangspunkt, um das Land zu erkunden.

Die Alternative wäre Jeddah, aber beide Flughäfen werden von vielen Airlines mit einem Umstieg angeflogen – zum Beispiel über Doha, Dubai oder Istanbul. Je nach Abflugort gibt es inzwischen auch einzelne Direktverbindungen aus Europa.

Nach der Landung hast du mehrere Optionen, um nach Al-Ula zu kommen, aber das einfachste ist ein Inlandsflug. Allerdings würde ich erstmal ein paar Tage bleiben. Denn egal, ob du nach Riad oder Jeddah fliegst: Die beiden Städte fand ich großartig und ich wäre gerne länger geblieben.

Im Anschluss an meine Saudi-Arabien Rundreise bin ich mit Qatar Airways in der First und Business Class auf die Philippinen geflogen. Gebucht habe ich das über Qatar direkt. Die Punkte kamen von meinen American Express Rewards Points, die Zuzahlung betrug nur 240 Euro und da ich den Zubringerflug nach Doha in der First gebucht hatte, konnte ich den 20-stündigen Layover in Doha in der First Lounge verbringen.

Wenn du dich für Punkte- und Meilensammeln interessierst und so etwas auch erleben möchtest, kann es sich also lohnen, Flüge strategisch zu planen und verschiedene Programme miteinander zu kombinieren.

Barbara in der Qatar First Class
Barbara in der First Class
Schlafen in der Qatar Business Class

Hotels & Unterkünfte in Saudi-Arabien

In Al-Ula habe ich in einem Apartment etwa zehn Minuten zu Fuß von der Altstadt entfernt gewohnt. Die Unterkunft war praktisch und die Lage wirklich gut, um alles schnell zu erreichen. Gleichzeitig hätte ich mir hier im Nachhinein etwas mehr „Erlebnisfaktor“ gewünscht, weil Al-Ula selbst so eine besondere Atmosphäre hat.

Die Unterkunft war die folgende: Rosa Bella Apartments*

Wenn du in Al-Ula was richtig schönes haben möchtest und bereit bist, ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, würde ich dir das Cloud7* empfehlen.

Wenn ich die Reise nochmal planen würde, würde ich hier gezielter in eine besondere Unterkunft investieren und dort auch mehr Zeit einplanen.

Touren kannst du übrigens über Get Your Guide buchen. Da bin ich eigentlich immer sehr zufrieden. Schau mal hier, was es für Touren gibt:

Saudi-Arabien mit anderen Ländern kombinieren

Wenn du ohnehin eine längere Anreise in den Nahen Osten planst, kann es sich lohnen, Saudi-Arabien mit einem weiteren Reiseziel zu kombinieren. Viele internationale Verbindungen führen über große Drehkreuze in der Region, sodass sich Stopover oder Anschlussreisen relativ unkompliziert einbauen lassen.

Eine naheliegende Kombination sind die Vereinigten Arabischen Emirate, zum Beispiel Dubai oder Abu Dhabi. Hier bekommst du einen spannenden Kontrast zwischen ultramoderner Metropole und der noch deutlich traditionelleren Atmosphäre in Saudi-Arabien. Auch Katar – insbesondere Doha – eignet sich gut für einen Stopover, gerade wenn du ohnehin mit Qatar Airways fliegst.

Wenn du eher Natur oder Inseln suchst, kannst du Saudi-Arabien auch mit Zielen wie Oman kombinieren, das für seine abwechslungsreichen Landschaften bekannt ist, oder mit klassischen Fernreisezielen in Asien, da viele Flugrouten ohnehin über den Orient führen.

Mein Reise-Equipment

Da ich auch immer wieder gefragt werde, wie und mit was ich auf Reisen gehe, habe ich dir noch eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Teile meiner Ausrüstung gemacht:

 

Rucksäcke und Koffer

Mittlerweile habe ich zahlreiche Rucksäcke und Koffer, aus denen ich jeweils für die Reise den passenden wählen kann. Am liebsten reise ich mit meinem Equipment von Osprey. Auch auf unseren Reisen nach Thailand hatten wir den Osprey Sojourn 60* und den Transporter 90* dabei.

Osprey Koffer

Osprey Koffer

Mein Hauptrucksack ist seit einiger Zeit der Nordace Siena. Der ist mit 19 Litern nicht so riesig, gefällt mir optisch sehr gut und hat allerlei Fächer, auch versteckte für zb. den Pass, sowie einen USB-Ladeport, was ich sehr praktisch finde.

 

Kamera

Ich würde dir außerdem Schutz für dein Handy empfehlen. Ich habe mir einen schönen Kratzer eingefangen, als ich in der Margarethenschlucht unterwegs war. Und das, obwohl mein Handy weder runtergefallen noch irgendwo angestoßen ist. Zumindest nicht bewusst. Daher habe ich nun mit einer Outdoorhülle vorgesorgt: Outdoor Case iPhone*.

Meine Fotos mache ich übrigens mit einer Sony Alpha 6600*. Ich wechsle meistens zwischen meinen zwei Lieblingsobjektiven: einem 10-18mm Weitwinkelobjektiv* und einer 30mm Festbrennweite*. Falls du dich schon gewundert hast, wie ich Fotos von mir mache, obwohl ich viel allein unterwegs bin: Ich habe ein Rollei Stativ*.

Mein Fazit – Saudi-Arabien als Rundreise erleben

Al-Ula hat mich tief beeindruckt und das sage ich nach vielen Jahren Reisen durch die ganze Welt. Die Kombination aus der majestätischen Wüstenlandschaft, den jahrtausendealten Grabstätten von Hegra und der charmanten Altstadt ist einfach genial.

Saudi-Arabien ist ein Reiseziel, das viele noch nicht auf dem Radar haben. Wenn du die Chance hast, hinzufahren: Tu es. Am besten bevor es alle anderen entdecken.

Deine Barbara

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