Reisen in Guatemala – Maya-Ruinen, Kolonialstädte und Vulkane

von | 14/05/16 | Mittelamerika, Reisen | 4 Kommentare

Reisen in Guatemala stand eigentlich gar nicht weit oben auf meiner Bucket List. Das muss ich zu meiner Schande gestehen. Aber ähnlich wie Chile – in das ich mich spätestens in Valparaíso total verliebt habe – für mich immer von seinem übermächtigen Nachbarn Argentinien aus meinem Kopf verdrängt wurde, habe ich auch in dieser Region immer nur Mexiko vor Augen gehabt.

Als ich im März dann aber am Guatemala-Stand auf der ITB entlang lief, war ich mir der Nähe zu meinem nächsten Reiseziel Mexiko durchaus bewusst und sprach den Tour Operator Martsam an. Wir waren uns gleich sympathisch, also luden sie mich in ihre Heimat ein.

Gesagt, getan! Das Team organisierte mir einen einwöchigen Aufenthalt.

Reisen in Guatemala – Flores, Tikal und Yaxhá

Los ging es auf der süßen, kleinen Insel Flores. Das war mein Ausgangspunkt für zwei Tagesausflüge: nach Tikal, der bekanntesten Maya-Stätte in Guatemala und nach Yaxhá, ebenfalls Maya-Ruinen, aber etwas weniger touristisch.

Für die Tagestour nach Tikal wurde ich um 7 Uhr in meinem Hotel abgeholt. Ganz schön früh für meinen Geschmack, aber je früher man ist, desto ist die Chance, dass man ein paar Tiere zu sehen bekommt.

Auf dem Weg hielten wir an einem der größten Seen des Landes: dem Petén Itzá See mit dem größten Krokodil der Welt. Das ist natürlich ein Scherz, denn die Einwohner bestehen darauf, dass die Form des angrenzenden Bergs die eines Krokodils ist. Was meinst du dazu?

Das größte Krokodil der Welt am Lage Petén Itzá

Aber auch die Laguna an sich ist einen kurzen Halt wert, oder?

Petén Itzá See

Tikal liegt mitten im Regenwald und ist nicht nur die wichtigste Maya-Stätte Guatemalas, sondern auch eine der am besten erforschten der Maya-Welt. Die Tour führt durch den Wald hindurch, da die einzelnen Ruinen verteilt sind und nicht wie in Ek Balam um einen einzigen Platz herum liegen.

Tikal Maya-Pyramide

Einige der Pyramiden kann man besteigen, so zum Beispiel gleich die erste, auf die man trifft: eine der Zwillingspyramiden, vor der eine Schamanin ein Ritual durchführte. Ich habe mich nicht getraut, sie anzusprechen, obwohl sie sehr freundlich schien. Aber ich habe sehr großen Respekt vor diesen alten Traditionen und möchte nicht bei etwas stören, dass ich nicht verstehe. Auf jeden Fall können Schamanen und andere, die ein Maya-Ritual durchführen möchten, dies ganz einfach hier tun, ohne Eintritt zu bezahlen.

Schamanin in Tikal

Danach ging es auch schon Richtung Tempel IV, dem mit 70 Metern höchsten Tempel der Anlage, auf den ich geschlagene fünf Minuten hoch brauchte. Der Ausblick von dort zeigt ein Bild, das Star Wars Fans nicht unbekannt sein dürfte. Denn George Lucas nutzte Tikal als Schauplatz für den ersten Film der Saga: Krieg der Sterne.

Tikal Ausblick Tempel IV

An verschiedenen kleineren Plätzen vorbei ging es schon zum letzten Ziel, dem Großen Platz mit den Tempeln I (auch Tempel des Großen Jaguar genannt) und II, von dem man einen wundervollen Ausblick auf den Platz und den gegenüberliegenden Tempel I hat. Ein würdiger Abschluss für einen tollen Tag!

Am Großen Platz von Tikal

Der Tempel des Großen Jaguar

Hier ist mein Video dazu:

Tikal

Am Abend genieße ich die Streetfood-Stände, die in Flores direkt am Wasser zu finden sind, und den atemberaubenden Sonnenuntergang von der Dachterrasse meines Hotels Casa Amelia*.

Sonnenuntergang in Flores durch Streben

Am nächsten Tag geht es zu einer etwas humaneren Zeit nach Yaxhá. Um 11 Uhr werde ich abgeholt.

Die Anlage lag wie verlassen da. Während meiner drei Stunden vor Ort, begegneten wir einem einzigen weiteren Reisenden. Es war also nicht ganz so verwunderlich, dass wir direkt zu Beginn einem Brüllaffen beobachten konnten, der seine Siesta unterbrochen hat und vom Baum heruntergekommen ist, um Wasser zu trinken.

Brüllaffe am Boden

Er schien über uns hingegen sehr überrascht zu sein und floh sofort zurück in die Sicherheit der Baumkronen.

Die Tempel waren ähnlich beeindruckend wie in Tikal. Allerdings sind mir hier viel mehr kleine Hügel aufgefallen, unter denen sich weitere Ruinen befinden, die bisher nicht ausgegraben wurden, weil es zum Einen viel Arbeit ist und zum Anderen die Pyramiden auch Wind und Wetter ausgesetzt sind, sobald sie freigelegt sind. Sie erstmal nicht auszugraben, dient also ihrem eigenen Schutz.

Pyramiden in Yaxhá

Der durstige Brüllaffe sollte nicht das einzige Tier gewesen sein, dass ich zu sehen bekomme. Ich beobachtete zwei Brüllaffenfamilien beim Kampf um das Territorium. In meinem Video zu Yaxhá kannst du dir einen Eindruck davon verschaffen, wie sich so etwas anhört. Mach dich auf was gefasst! Denn der Brüllaffe ist das lauteste Tier an Land, der wahre König des Dschungels, wie mein Tourguide anmerkte.

Von der Spitze einer einsamen Pyramide konnte ich außerdem Tukane und Montezuma-Stirnvögel beobachten. Tukane sind zwar deutlich schöner, aber Montezuma-Stirnvögel sind die interessanteren. Sie bauen ihre Nester nämlich hängend zwischen die Äste der höchsten Bäume.

Das Highlight einer jeden Yaxhá-Tour ist der Tempel 216, der auch der Tempel der roten Hände genannt wird. Von dort hat man einen fantastischen Ausblick auf den Regenwald, unter dessen Dach die meisten Pyramiden verschwinden, und über die Laguna Yaxhá.

Blick vom Tempel 216 auf die Laguna Yaxhá

Versuche deinen Ausflug so zu planen, dass du gegen Sonnenuntergang dort bist. Ich war leider zwei Stunden zu früh und wollte nicht so lange warten.

In meinem Video kannst du einen Eindruck bekommen, wie es dort ist:

Tikal

Reisen in Guatemala – Antigua und der Vulkan Pacaya

Die ehemalige Hauptstadt der spanischen Kolonien in Zentralamerika ist nicht umsonst seit über 35 Jahren Weltkulturerbe. Antigua ist eine entzückende Kleinstadt, deren bunte Häuser und erhabenen Arkaden vor allem dann zur Geltung kommen, wenn man die Vulkane, die sich in der nahen Umgebung erheben, im Hintergrund sieht. Dieser Ausblick ist spektakulär.

Leider weiß auch ich das nur von Bildern anderer, denn ich hatte das Pech, zur Zeit der Bruma dort zu sein. Das sind Wolken, die die Stadt während der gesamten Regenzeit umhüllen. Die beste Zeit für eine klare Sicht ist im November oder Dezember. Meine beste Sicht war diese hier:

Blick auf einen Vulkan von Antigua Guatemala

Aber die Wolken konnten mich nicht davon abhalten, die Stadt mit ihren farbenfrohen Häusern, den grünen Platzen und imposanten Kirchen zu erkunden.

Kirche in Antigua Guatemala

Im Kloster von Antigua Guatemala

Torbogen Antigua Guatemala

Hier kannst du einfach durch die Straßen laufen. Jedes Haus, jede Straße ist es wert, dass man sie näher betrachtet. Nicht selten verbirgen sich in Hauseingängen wunderschöne Innenhöfe, die mit kleinen Cafés zum Entspannen einladen. Deine Füße werden es dir danken!

Im Klostergarten in Antigua Guatemala

An einem Tag solltest du auf jeden Fall auf einen der Vulkane. Der Volcán del Fuego ist angeblich eine 10/10, wenn es um den Schwierigkeitsgrad geht, und wohl absolut nichts für ungeübte Wanderer. Ich bin deswegen auf den leicht zu begehenden Vulkan Pacaya rauf. Da ich mir nur eine gute Woche zuvor auch noch den Fuß umgeknickt hatte, habe ich außerdem ein Pferd genommen.

Reiten auf dem Vulkan Pacaya

Die anderen fanden die Wanderung aber alles andere als schwer und wenn du gerne läufst, kannst du das hier bedenkenlos tun. Allerdings verdienen die Einheimischen daran, wenn du dir ein Pferd nimmst. Wenn du also nicht nur deine Füße schonen, sondern auch was gutes tun möchtest, reite einfach nach oben.

Volcán de Agua y Volcán de Fuego

Die Pferdeguides stehen am Anfang des Wanderpfades bereit und begleiten dich bis nach oben. Als ich dort war, kostete es 200 Quetzales (etwa 25 Euro), wenn man zu Pferd rauf und runter wollte.

Der Ausblick ist es definitiv wert. Man sieht von oben den Volcán de Fuego (der aktiv ist und etwa alle 15 Minuten kleinere Explosionen hat) und den Volcán de Agua sowie das Tal. Die Landschaft dortoben sieht in etwa so aus, wie wir uns wahrscheinlich den Mond vorstellen. Rabenschwarze Lava , die in eine grüne Buschlandschaft eingebettet ist.

Ausblick vom Pacaya auf den Volcán de Agua

Krater des Vulkan Pacaya

Wenn du gute Sicht auf den Volcán del Fuego hast, solltest du sogar die ein oder andere Explosion beobachten können. Alle 15 Minuten findet eine kleine Eruption statt und etwa einmal in der Woche eine größere.

Explosion Volcán del Fuego

Reisen in Guatemala – Chichicastenango und der Lago de Atitlan

Der Markt von Chichicastenango ist in ganz Guatemala bekannt. Er ist riesig, wunderschön und ein wenig gefährlich.

Markt Chichicastenango

Marktszene Chichicastenango

Szene auf dem Markt in Chichicastenango

Vielleicht macht auch gerade dieser Hauch Gefahr für einige den Reiz aus. Denn dadurch, dass der Markt so gut besucht ist, haben Langfinger es leicht. Unbemerkt können sie sich an ihr Opfer annähern und mit einer schnellen Handbewegung hattest du mal ein Handy… Mir fiel es ein bisschen schwer, mich auf die Schönheit in all dem zu konzentrieren. Aber sie ist definitiv da!

Frauen auf dem Markt in Chichicastenango

Gemüseverkäuferinnen Chichicastenango

Und wenn du noch ein Souvenir von deinen Reisen in Guatemala brauchst, wirst du hier garantiert fündig.

An zwei Seiten des Marktes findest du eine Kirche, die einen kurzen Besuch wert ist.

Kirche Chichicastenango

Nicht nur an den Marktständen, die sich in endlich scheinenden Reihen aneinander ketten, sondern auch direkt auf den Treppen der Kirche werden Waren feilgeboten.

Auf dem Markt in Chichicastenango

Frau mit Kind auf dem Markt in Chichicastenango

Chichicastenango war für mich nur ein Zwischenstopp von Antigua zum Lago de Atitlan, wo ich zwei Stunden später ins Hotel eincheckte.

Der Ort, in dem die meisten Touristen unterkommen, um den Lago de Atitlan zu erkunden, ist Pajachel. Der Ort ist recht klein und es gibt nur eine Hauptstraße, auf der alle möglichen Waren anboten werden und wo du am Abend leckeres und günstiges Streetfood bekommst.

Meine erste Nacht in Pajachel war ziemlich kurz. Denn mir wurde empfohlen, dass ich um 6 Uhr an den See gehen sollte, weil da das Licht am schönsten ist. Und so war es! Die Sonne ging in meinem Rücken auf und schickte glänzende Strahlen über das noch ruhige Wasser.

Sonnenaufgang Panajachel am Lago de Atitlan

Sonnenaufgang Pajachel

Ich habe jede Sekunde hier genossen und mich im Schneidersitz auf einen der Stege gesetzt.

Sonnenaufgang in Panajachel Lago de Atitlan

Um 9 Uhr wurde ich zu meiner Tour abgeholt. Wir fuhren mit dem Boot zu zwei Dörfern auf der anderen Seite des Sees.

Barbara auf einem Boot im Lago de Atitlan

In den Dörfern werden viele Maya-Traditionen am Leben gehalten. Teil der Tour war der Besuch in einem Tuchladen, einem Kräutergarten und bei einer Dame namens Doña María, die bis heute den Tocoyal, einen typischen Damenhut, der um die Haare herum gewickelt wird, trägt.

Tucherstellung am Lage de Atitlan

María am Lago de Atitlan

Ich habe die einzigartige Atmosphäre in den Dörfern wirklich sehr genossen. Ich hätte den ganzen Tag einfach nur an der Kirche sitzen und die Einheimischen beobachten können.

Kirche am Lago de Atitlan

Vier Maya-Schülerinnen

Meine Woche auf Reisen in Guatemala ging schneller rum, als ich gucken konnte. Ich habe unglaublich schöne Orte sehen dürfen, während Touren die Hintergründe zur Maya-Kultur und ihren Traditionen erfahren dürfen und las but not least wahnsinnig nette Menschen kennengelernt. Ich bin Martsam sehr dankbar für diese tolle Woche!

Was meinst du? Lohnt sich das Reisen in Guatemala? Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und beim nächsten Mal bleibe ich ein bisschen länger!

Deine Barbara

PS: Dieser Beitrag ist entstanden, weil Martsam so freundlich war, mich nach Guatemala einzuladen und mich bei der Planung und Umsetzung der Reise zu unterstützen. Meine Meinung ist und bleibt jedoch die meinige und wurde von dieser Zusammenarbeit nicht beeinflusst.

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