Alleinreisen – Ein Gastbeitrag von Naninka Rösler

15/01/18 | Alles und nichts, Reisen | 2 Kommentare

GASTBEITRAG VON NANINKA RÖSLER ÜBER ALLEINREISEN

Wie bin ich überhaupt zum Alleinreisen gekommen?

Früher war ich häufig mit Freunden unterwegs, als kleine Gruppe oder auch als Duo. Auch diese Reisen fand ich toll, habe dabei aber schon immer wieder kleine Abstimmungsprobleme erlebt. Das alleine wäre für mich noch kein ausschlaggebender Grund gewesen, in Zukunft alleine zu reisen.

Doch dann kam das Leben dazu. Die meisten meiner Freunde hatten dann irgendwann Partner und Familie. Sie arbeiten in einem Job, der sie von Montag bis Freitag an feste Arbeitszeiten bindet. Ich habe in meinem Arbeitsleben unregelmäßigen Schichtdienst, arbeite häufig am Wochenende und habe unter der Woche immer mal wieder freie Tage. Man kann im Prinzip sagen, dass unsere Rhythmen nicht mehr zusammen gepasst haben. Zeit für kleine Ausflüge oder Treffen ist immer noch, für ein paar Tage reisen aber nicht.

Da ich ein nicht stillbares und dauerhaftes Fernweh habe, blieb mir im Prinzip gar nichts Anderes übrig als alleine zu verreisen. Ich bin generell kein ängstlicher Typ und ich verbringe sowieso sehr gerne Zeit alleine, es gab also Nichts, was mir im Weg gestanden hätte. Meine ersten Trips alleine gingen dann in eher schon bekannte Gefilde, beispielsweise nach London, wo ich vorher schon einige Male war. Dabei stellte ich dann sehr schnell fest, dass Soloreisen unheimliche Vorteile bringt. Der für mich größte und unschätzbar wertvolle ist: ich mache exakt das, worauf ich gerade Lust habe, mit meiner Geschwindigkeit und auf meine Weise. Ohne Kompromisse, ohne Rücksicht nehmen zu müssen, so wie ich selber die Reise am besten genießen kann. Sehr schnell habe ich dann meine Ziele verändert, zuerst unbekannte Ziele in bekanntem Kulturkreis Europa und später auch völlig fremde Orte, wie zum Beispiel Indien.

Ich war ungefähr 15 Jahre lang so gut wie immer solo unterwegs. Inzwischen bin ich auch verheiratet und habe das Glück, dass unsere Rhythmen sehr eng beieinander liegen, man demnach nur wenig von eigenen Wünschen abweichen muss. Der deutlichste Unterschied ist, dass ich nun immer wieder Shoppingzeit einbauen muss. Ich bin genauso gerne zu zweit unterwegs, aber auch heute ziehe ich immer wieder mal alleine los.

Wie fühle ich mich beim Alleinreisen?

Frei. So simpel ist das. Ich habe gerade Lust auf Strand? Dann Handtuch geschnappt und los. Es wird mir zu warm? Ab ins Meer. Eine Dusche wäre jetzt doch ganz nett? Zurück in die Unterkunft. Noch keinen Hunger? Dann wird eben später gegessen. Ein tolles Fotomotiv? Ist kein Problem, dort eine halbe Stunde zu verweilen und immer wieder auf den Auslöser zu drücken. Völlig nach dem eigenen Gefühl zu handeln macht einen unglaublich frei.

Das heißt auch nicht, dass immer alles glatt läuft. Ich habe Talent darin, mir zu viel in meinen Tag zu packen und bin dann am Abend oft platt, habe aber eben auch viel erlebt.

Seit ich in einer Beziehung lebe, gibt es noch eine weitere Gefühlskomponente: die Sehnsucht und das damit verbundene Mitteilungsbedürfnis. Ich möchte meine Eindrücke teilen und tu das auch. Es gibt heute genug Möglichkeiten, Eindrücke auch weiter zu geben. Als ich im Death Valley unterwegs war habe ich den ganzen Tag Sprachnachrichten aufgenommen und alles geschildert, was ich gerade gesehen und dabei empfunden habe. Als ich am Abend im Motel wieder Wifi hatte, gingen dann 147 Sprachnachrichten nach Deutschland durch. Auch über Filme kann man Eindrücke gut teilen.

Wie gehe ich mit Problemen um?

Das größte Problem beim Alleinreisen sind Hotelpreise, und wenn man wirklich alleine sein will, dann gibt es nicht so viele Alternativen zum Hotel. Sehr häufig zahlt man alleine beinahe genauso viel, wie wenn man zu zweit unterwegs ist. Das ist kein Problem, das mitten auf der Reise spontan auftritt, denn es begegnet einem bereits in der Vorbereitung. Dementsprechend hat man auch Zeit, sich dagegen zu wappnen. Dafür gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, ich persönlich war immer wieder mal Couchsurfen. Das hat zusätzlich zur kostenlosen Unterkunft den unschätzbaren Vorteil, dass man Tipps von Einheimischen bekommt. Man sieht daher nicht nur das Touristenprogramm aus dem Hochglanzreiseführer, sondern man kann richtig ins Leben vor Ort eintauchen. Dabei ist man dann aber gleichzeitig wieder auf eine andere Person angewiesen und muss sich abstimmen, also wieder einschränken und nicht ganz so frei genießen.

Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel Housesitting. Ich hab das aber (leider) noch nie ausprobiert, hauptsächlich weil die Zeiträume bei meinen Suchen nie zusammen gepasst haben. Hierfür muss man zeitlich eher ungebunden sein, was im normalen Arbeitsleben doch eher schwierig ist, wenn man seinen Urlaub schon im Oktober oder November des Vorjahres eintragen muss.

Probleme auf der Reise selbst sind mir noch gar nicht so oft untergekommen. Am ehesten war das in Indien der Fall. Es begann direkt bei der Ankunft am Flughafen in Mumbai. Bei keiner einzigen Bank am Flughafen habe ich mit meiner Mastercard Geld bekommen. Da steht man dann völlig ohne Cash in einem völlig unbekannten Land. Es kam schon leicht Panik auf, doch dann fand ich kurz vor dem Ausgang doch noch den einzigen Geldautomaten weit und breit. Ich sprach bereits andere Backpacker an, ob ich mich notfalls anschließen könnte bei einer Fahrt in die City, doch dann spuckte der Automat doch aus und ich wählte vorsichtshalber gleich eine sehr große Summe, die mir fast den ganzen Trip reichte. Heute habe ich vorsichtshalber auch noch eine Visacard. Später hatte ich in Indien noch eine Situation, wo mein Nachtbus mitten in der Nacht am Zielort ankommen sollte. Alleine, als Frau, in einem indischen unbekannten Ort. Das war ein mulmiges Gefühl, was dann aber schnell durch eine Hand voll anderer Backpacker mit gleichem Ziel im Bus wieder verging. Das Ergebnis war eine Nacht am Strand mit sieben Leuten und eine wirkliche Freundschaft. Daniel bot ich damals einen Platz auf meinem riesigen Strandtuch an, und in der Zwischenzeit trafen wir uns auch auf zwei anderen Kontinenten.

Andere Probleme fallen mir gar nicht ein. Vielleicht sehe ich Vieles nicht als Problem, was Andere als Problem empfinden. Ich war einmal bei einem Stammtisch einer „Frauen reisen solo“-Gruppe und habe dort doch viele Ängste oder Probleme gehört, die für mich keine Hürden darstellen. Die Dinge, die bei mir problematisch waren, ließen sich eigentlich immer dadurch lösen, dass ich kurzzeitig einen Schritt aus meiner Komfortzone Alleinsein heraus machte und andere Menschen ansprach.

PS: Titelbild von Caleb Frith / Unsplash

Über die Gastautorin

Hauptberuflich leite ich eine heilpädagogische Wohngruppe, habe einen Nebenjob in einer Tauchschule und mit dem Blog eine eigene Firma, bin also kein digitaler Nomade oder Dauerreisender. Und dennoch bin ich ständig und gerne unterwegs. Seit 2010 kann man meine Erlebnisse auf dem Blog verfolgen, ich berichte auch auf Facebook, Twitter und Instagram. Ich reise nicht immer alleine, aber unheimlich gerne!

Alleine unterwegs

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich nicht Angst hätte, allein zu reisen. Ob ich mich nicht unwohl fühle, immer wieder neue Orte zu erkunden anstatt ein echtes Zuhause zu haben. Meine Antwort darauf ist dieses E-Book. Nach über zwei Jahren allein reisen, kann ich aus voller Überzeugung sagen, dass ich es nicht nur liebe, Länder und Kulturen kennenzulernen, sondern auch dass ich daran gewachsen bin. Ich habe mich besser kennengelernt und Selbstbewusstsein, Vertrauen sowie Freiheit erlangt.
Wenn du noch zweifelst, ob du den Schritt wagen sollst, ist dieses Buch perfekt für dich! Denn ich zeige dir, wie Soloreisen auch dich verändern kann…
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