In dem beschaulichen Örtchen Schlangenbad im Taunus verschwinden junge Mädchen. Die Polizei sieht keinen richtigen Zusammenhang und hat kaum Hinweise, denen sie nachgehen könnte.

Die unscheinbare Lilly und der Thriller-Autor Viktor hingegen setzen die Puzzleteile nach und nach zusammen und kommen dem Liebesteufel – einem pädophilen Mann, der bei den Mädchen die einzige und wahre Liebe sucht – auf die Schliche.

Die Protagonisten machen im Laufe des Romans eine große Wandlung durch. Lilly, die schon immer die kleine, graue Maus war, schafft es, über ihren Schatten zu springen und zur mutigen Abenteurerin zu werden. Viktor, der mit einer Schreibblockade seine Heimatstadt Köln für ein paar Tage verlässt und in den Taunus geht, kann mit Hilfe von Lilly und den Ereignissen, die er am eigenen Leib erfährt, neue Inspiration finden und seinen neuen Roman schreiben.

Jessica Swiecik versteht es, Spannung aufzubauen und Mitgefühl entstehen zu lassen. Die Erzählweise in einem ständigen Perspektivenwechsel sorgt dafür, dass man sich mit allen Protagonisten und sogar dem Antagonisten identifizieren kann. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven „Er“ (der Liebesteufel), „Viktor“ und „Lilly“ erzählt. Streckenweise hat man tatsächlich das Gefühl, dass der Liebesteufel völlig berechtigte Bedürfnisse befriedigen möchte.

Auch wenn ich mir vereinzelt etwas ausführlichere Beschreibungen gewünscht hätte, überzeugt mich „Liebesteufel“ durch die charmante Art, die angenehme Sprache und den Stil sowie die fesselnde Spannung!

 

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