Letzte Woche gab es die Plätze 6 bis 4 meines ganz persönlichen Großstadt-Ranking Südamerika.

Hier nun die Plätze auf dem Treppchen:

#3 Asunción

Immer wieder gab es Städte, denen ich nicht viel Zeit widmen konnte. Bei keiner anderen habe ich das so bereut wie bei der Hauptstadt Paraguays: Asunción.

Asunción

Eigentlich war Paraguay nicht wirklich auf meiner Liste. Ich musste nur von Bolivien nach Brasilien bzw. nach Rio de Janeiro. Der Direktbus kostete etwa 250€, also beschloss ich in Etappen zu reisen.

Da ich dadurch zusätzliche Übernachtungskosten hatte, war es am Ende wahrscheinlich nicht günstiger, dafür war ich aber nicht 60 Stunden ohne Pause in einem Bus und habe noch Santa Cruz in Bolivien und Asunción in Paraguay kennenlernen dürfen.

Immer wieder hörte ich: Paraguay? Pass bloß auf! Das ist eines der ärmsten Länder Südamerikas und sehr gefährlich.

Als ich also nach einer höllischen 34-Stunden-Busfahrt mitten in der Nacht in Asunción ankam, fuhr ich mit dem Taxi zu meinem (zum Glück gebuchten) Hostel. Ein Deutscher, der mit mir im Bus saß, war so lieb, mit mir zu fahren, obwohl er ein anderes Hostel gebucht hatte. Aber nachts allein als Frau ist es immer besser, einen Mann an der Seite zu haben.

Wir hatten aber noch kein Geld gewechselt, sodass wir das Taxi nicht hätten bezahlen können. Also ging es als erstes zu einem Geldautomaten. Der Fahrer hielt und wir gingen abwechselnd Geld abheben.

Als ich dafür die Straße überquerte kam ein einzelnes Auto angefahren und wurde immer langsamer. Mein erster Gedanke war: Bitte nicht das Fenster runterfahren!

Und genau das passierte: Das Fenster wurde runtergefahren und der Wagen fuhr im Schneckentempo an mir vorbei.

Ich war überzeugt, dass meine letzte Stunde geschlagen hat.

Dann nuschelte mir der Fahrer etwas zu und fuhr weiter. Die einzigen zwei Worte, die ich verstand, waren bonita (hübsch) und rubia (blond).

Ich stand wirklich kurz vorm Herzinfarkt und das nur, weil mir Menschen, die nie in Südamerika waren, so eine Angst gemacht hatten!

Fakt ist: Asunción ist wunderschön! Und die Menschen dort sind unglaublich freundlich, hilfsbereit und offen.

Leider war ich gerade erst dabei, mich richtig von der Höhenkrankheit zu erholen und hatte außerdem einen kleinen Reise-Burnout, sodass ich den Tag vor Ort zum Ausruhen und nicht für Sightseeing genutzt habe.

Beim nächsten Mal bleibe ich garantiert länger!

 

#2 Santiago de Chile

Santiago de Chile ist eine bunte und einfach schöne Stadt!

Vom ersten Moment an habe ich mich hier wohl gefühlt.

Ich kam gerade aus Argentinien, wo mich einige Dinge gegen Ende sehr gestört hatten. So war ich zum Beispiel kurz davor, mich nicht mehr als Deutsche (sondern als Italienerin – was ich ja auch bin) vorzustellen, da so gut wie jeder Argentinier erst mal eine Diskussion über die Fußball WM begann, wenn ich sagte, ich sei Deutsche.

Die Leute waren also freundlich, die Stadt schön und dann?

Dann bin ich auf den Cerro San Cristóbal.

Cerros sind Hügel auf die man meistens mit Standseilbahnen oder natürlich zu Fuß hochkommt.

Der Hügel San Cristóbal liegt mitten in Santiago und man hat von dort oben einen phänomenalen Ausblick auf die Stadt und die sie einrahmenden Berge.

Ich war bestimmt eine Stunde dort oben und habe einfach den Ausblick und die Sonne genossen.

Barbara auf dem Cerro San Cristobal

Traumhaft.

Auch die Freiluftkirche mit der darüber thronenden Madonna ist es absolut wert, dort mal kurz vorbeizuschauen.

Inmaculada Concepción

Andere Must-Dos:

1. Ein Besuch in der Markthalle mit Mittagessen bei Donde Augusto. Der Fisch ist frisch, super lecker und vor allem günstig!

2. Schlendern durch die Straßen der Altstadt insbesondere auf der Plaza de Armas – Lass einfach die Stimmung auf Dich wirken. Du wirst begeistert sein…

3. Ein Besuch im Museo Chileno de Arte Precolombino. Das Museum selbst ist echt interessant, aber vor allem gibt es einen interaktiven Bereich, in dem man spielerisch die Kultur der präkolumbinischen Zeit erkunden kann.

 

#1 Rio de Janeiro

Rio raubte mir den Atem! Rio machte mich sprachlos!

Rio hat alles, was ich in Großstädten mag:

  • Es ist grün!

Abgesehen von den vielen Hügeln und kleinen Bergen, die nicht um sondern IN Rio sind, gibt es eine Vielzahl an Parks und Grünflächen und unzählige Alleen, die von blühenden Bäumen gesäumt waren, als ich da war. Spektakulär!

  • Die Häuser sind einfach schön!

Das klingt vielleicht komisch, ist aber so. In keiner Stadt bin ich so gern einfach mit dem Bus gefahren. Warum? Weil jedes zweite Haus wie eine kleine Stadtvilla aussieht, weil es an jeder Ecke was zu sehen gab, weil jede Fahrt ein Reizüberflutung an Schönheiten gab. Klingt übertrieben, gell? So war es aber…

  • Weil die Entfernung so kurz zu sein scheinen!

Ich war an einem Abend mit ein paar Mädels aus dem Hostel auf einer Straßenparty. Als sie sagten: „Man fährt aber ewig mit dem Bus!“ War ich erst abgeschreckt. Auf meine Nachfrage, wie lange es denn dauert, kam die Antwort: „Fast eine Stunde. Hier in Rio braucht man doch überall etwa eine Stunde hin“. Da wurde mir klar, wie unterschiedlich unsere Wahrnehmung von Zeit in dieser Stadt war. Ich empfand die Busfahrten als so schön, dass eine Stunde wie im Fluge verging!

Aber wirklich aus den Socken gehauen hat mich der Zuckerhut!

Barbara auf dem Zuckerhut

Dort oben habe ich Rio sogar kurzerhand zu meiner neuen Lieblingsstadt erklärt.

Mittlerweile war ich wieder in New York City, meiner vorherigen Lieblingsstadt, und jetzt teilen sich die zwei Städte den obersten Platz auf meinem Treppchen.

In Südamerika ist und bleibt meine liebste Großstadt aber Rio de Janeiro. Davon bin ich überzeugt :)

Wie sieht es bei dir aus? Hast du eine Lieblingsstadt in Südamerika? Dann lass es mich wissen!

Deine Barbara