Ich habe ihn schon in einigen Beiträgen erwähnt, aber mir ist jetzt erst aufgefallen, dass Du ihn vielleicht noch gar nicht kennst. Das will ich nun ändern!

Der DVÜD e.V. wurde im November 2011 gegründet und ist im April 2012 ins Vereinsregister eingetragen worden, woraufhin er  seine Arbeit aufgenommen hat. Er ist also noch ein ganz junger und vor allem moderner Berufsverband für freiberufliche Übersetzer und Dolmetscher, der hauptsächlich in drei Bereichen aktiv sein möchte:

  1. Nachwuchsförderung
  2. Quereinsteigerunterstützung
  3. Wirtschaftsdialog

Als junge Übersetzerin und Dolmetscherin war ich natürlich von dem ersten Punkt besonders begeistert. Es gibt regelmäßig Webinare (kostenfrei oder sehr günstig) für Berufseinsteiger wie zum Beispiel

Von der Theorie in die Praxis – oder: Erste Schritte nach dem Studium

 

Ein kostenfreies Webinar, das ich selbst belegt habe und das mir sehr viel gebracht hat. Ich kann es Dir wirklich empfehlen, falls du Übersetzen und Dolmetschen studieren solltest, Berufseinsteiger oder Quereinsteiger bist. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon vier Jahre lang selbstständig war, habe ich einiges davon mitnehmen können. Und das alles zuhause an meinem Computer.

Da ich immer wieder gefragt werde: Was sind Webinare eigentlich? Hier die Antwort, falls du es nicht wissen solltest: Webinare sind Seminare, die online stattfinden. Allein vom DVÜD e.V. habe ich wohl etwa sieben gemacht. Jedes einzelne empfand ich als Bereicherung. Du solltest unbedingt mal eins mitmachen, wenn Du das noch nicht getan hast!

Nicht nur, dass der Nachwuchs hier viel Input bekommt, der DVÜD hat auch ein tolles Mentorenprogramm! Die „alten Hasen“ sollen die „jungen Küken“ für mindestens ein Jahr an die Hand nehmen und auf ihren ersten Schritten begleiten.

Koordiniert wird das Mentorenprogramm von der lieben Ulla Struck. Im DVÜD ist man übrigens keine Nummer. Man kennt sich persönlich und da kommt es auch mal vor, dass man ein oder zwei Stunden über facebook chattet, als wäre man seit Jahren befreundet.

Auch Quereinsteiger sind beim DVÜD genau an der richtigen Stelle. Hintergrund ist die traurige Tatsache, dass unsere Berufe noch nicht geschützt sind. Jeder kann sich Übersetzer und/oder Dolmetscher nennen. Ohne die Ausbildung wird man nur leider nicht auf den Markt vorbereitet (nicht, dass das im Studium so wäre, aber man kann wenigstens schon recht gut anfangen zu netzwerken, wenn man das denn möchte) und nicht alle, aber viele verkaufen sich viel zu günstig. Die anderen Berufsverbände nehmen Quereinsteiger gar nicht auf. Der DVÜD hingegen bietet ihnen die Möglichkeit, sich mit dem Markt auseinanderzusetzen und sich mit professionellen Kollegen kurzzuschließen. Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, da die Quereinsteiger mehr Geld verdienen und die professionellen Sprachdienstleister ihr Wissen weitergeben und mithelfen, dass der Markt intakt bleibt.

Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass alle Quereinsteiger unprofessionel seien! Im Gegenteil: Sie haben sogar sehr oft ein Know-how, was vielen studierten Übersetzern abgeht. Bestes Beispiel ist die Präsidentin des DVÜD, Tanya Quintieri. Sie kommt aus dem Bereich Marketing und hat sich erst später fürs Übersetzen entschieden. Dann hat sie auch eine Prüfung zum Übersetzer bei der IHK abgelegt. Aber sie war Quereinsteiger und hat Übersetzen nicht studiert. Dennoch (oder gerade deswegen) halte ich sie für enorm kompetent, vor allem im Bereich Marketingübersetzung.

Und last but not least die dritte Säule: der Wirtschaftsdialog. Damit ist gemeint, dass der DVÜD versucht, die Unternehmen und uns als Dienstleister zusammenzubringen. Eine beispielhafte Initiative war die erste Meet your Translator Night. Dabei wurden Wirtschaftsvertreter und Sprachdienstleister im wahrsten Sinne des Wortes an einen Tisch gesetzt und hatten die Möglichkeit sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, Eindrücke zu sammeln.

Alles in allem war es die beste Entscheidung für mich, Mitglied im DVÜD zu werden. Ich habe unheimlich viel gelernt, tolle Menschen treffen dürfen und mich weiterbilden können.

Besser gehts nicht, oder?

 

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