Du hast dich bestimmt schon gefragt, wie ich auf der Weltreise gedenke, regelmäßig Blogbeiträge hochzuladen und zu arbeiten. Immerhin ist meine Arbeit als Übersetzerin ein bedeutender Teil dieses Blogs, der bisher noch ein bisschen zu kurz gekommen ist.

Die Antwort lautet: Coworking Spaces!

Vielleicht hast du schon mal von Coworking Spaces gehört. Das sind Büros, in denen man einen Arbeitsplatz oder ein Zimmer tage-, wochen- oder monatsweise mieten kann. Sie haben stabiles Internet und dort gibt es außerdem Drucker (manchmal sogar 3D-Drucker) und alle möglichen Büromaterialien, die man so gebrauchen kann, sowie Konferenzräume, in denen man zum Beispiel Kunden empfangen kann.

Natürlich dürfen auch Aufenthaltsräume mit Rückzugsmöglichkeit nicht fehlen.

RückzugCoKöEine weitere Möglichkeit, die Coworking Spaces für gewöhnlich bieten, ist ideal für all diejenigen, die nicht unbedingt ihre private Adresse als Firmensitz haben möchten – Stichwort „Impressumspflicht“ und „jeder kann online meine Adresse“ rausfinden. Man kann den Firmensitz auf eine Coworking Space Adresse anmelden. Man bekommt einen Briefkasten und eine Telefonnummer und hat damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Meine Idee war also, einmal pro Woche einen halben oder auch ganzen Tag – je nach Auftragslage gerne mehr –  in solch einem Coworking Space zu verbringen. Es gibt sie nämlich mittlerweile wirklich auf der ganzen Welt!

Weil mich das Konzept von Coworking reizte, seit ich das erste Mal davon gehört habe, dachte ich, ich probiere das schon mal hier in Deutschland aus!

Letzte Woche habe ich einen geselligen und arbeitsreichen Tag im Coworking Space Königstein verbracht.

Herangetastet habe ich mich bereits in der Woche davor auf einem Meet Up, einer Art Stammtisch.

Dabei habe ich mich von Anfang wohl gefühlt und obwohl ich keine einzige Person kannte, kam ich sehr schnell mit den anderen ins Gespräch.

Teil des Programmes der Meet Ups im Coworking Space Königstein sind kleinere Vorträge. An diesem Abend erzählte Tom Noedig etwas zum Thema Networking und Empfehlungsmarketing.

Der ganze Abend war so angenehm, dass ich direkt mit dem Besitzer des Coworkings Spaces einen Termin ausmachte, an dem ich die Arbeitsumgebung live erkunden konnte.

Ich musste einfach erfahren, wie es sich anfühlt, unter diesen Menschen nicht nur einen netten Abend zu verbringen, sondern mit ihnen zu arbeiten.

Und meine Erwartungen wurden alles andere als enttäuscht!

Die Atmosphäre im Raum hat dafür gesorgt, dass ich konzentriert arbeiten konnte, mich aber austauschen konnte, wenn das nötig war.

Außerdem waren wir als Gruppe Mittagessen. Dieses gemeinsame „kurz-vor-die Tür-gehen“, über was ganz anderes reden und den Kopf an der frischen Luft frei kriegen war ein mir bisher unbekanntes Erlebnis!

Ich glaube, dieser Tag hat meiner Arbeit und meiner Work-Life-Balance sehr gut getan.

Wir Übersetzer sitzen meistens allein an unserem Schreitisch und haben im besten Fall Facebook, um uns auszutauschen.

Das ist in einem Coworking Space ganz anders: Man dreht sich einfach um und redet mit seinen „Kollegen“. Natürlich in einem begrenzten Maß! Es soll ja gearbeitet werden ;)

Es gibt drei Möglichkeiten, unterwegs in Coworking Spaces zu arbeiten:

1. Tageskarte

Einfach hingehen, Tageskarte kaufen und arbeiten. Kurz und schmerzlos und fast immer möglich. Auch wenn man sich möglichst anmelden sollte. Aber das ist ja vielleicht gerade noch drin. Eine Tageskarte kostet je nach Land zwischen 15€ und 30€.

2. Coworking Visa

Coworking Visa bedeutet, dass du eine Mitgliedschaft in einem teilnehmenden Coworking Space hast und in allen Coworking Spaces auf der ganzen Welt, die an diesem Programm teilnehmen, mindestens einen Tag kostenfrei einen Tisch bekommst. Dafür ist es sinnvoll auszurechnen, was man für Kosten hat. Gehe ich zum Beispiel auf meiner Reise jede Woche – also viermal pro Monat – in einer anderen Stadt in ein Coworking Space, kostet mich das zwischen 60€ und 120€. Ein Tisch für einen Monat im Coworking Space Königstein kostet 90€. Schon bei vier Besuchen im Monat kann sich das Coworking Visa also schon lohnen.

3. Copass

Copass funktioniert ähnlich wie das Coworking Visa. Es gibt Spaces, die daran teilnehmen und in die du dann günstiger kannst. Außerdem hast du eine gewisse Anzahl von freien Tagen. Im Schnitt kostet ein Coworking Space Besuch mit dem Copass 15€ und ein paar Zerquetschte. Also an der unteren Grenze des vorher genannten Tagestarifs. Allerdings glaube ich, dass man da eine Jahresgebühr zahlt. Leider wurde die Seite gerade umgestellt und ich finde diese Information nicht mehr. Ich habe mich aber angemeldet und es hieß, dass mich das erst mal nichts kostet. Wenn ich mich recht erinnere, hat man drei Monate kostenfreie Testzeit. Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn ich dazu Neues erfahre.

Hast du schon Erfahrungen mit einem Coworking Space gemacht? Ich freue mich, wenn du mir davon berichtest!

 

Deine Barbara