Letzte Woche fand das erste Barcamp für Übersetzer und Dolmetscher statt!

Falls du jetzt große Augen machst und dich fragst „was bitte ist ein Barcamp?“, kann ich Abhilfe schaffen:

Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt!

Wie auch in diesem Video wunderschön erklärt, ist ein Barcamp eine sogenannte Unkonferenz, bei der das Netzwerken und der persönliche Austausch im Vordergrund stehen.

Zu Beginn steht jeder auf, der von sich glaubt, zu einem bestimmten Thema etwas sagen zu können, das von allgemeinem Interesse ist. Dann wird abgestimmt, ob die Teilnehmer die vorgetragenen Themen hören wollen und ein Sessionplan erstellt.

Eine solche Veranstaltung hat Tanya Quintieri für uns Übersetzer und Dolmetscher organisiert. Dafür an dieser Stelle schon mal vielen, vielen Dank!

Als Location wollte sie etwas abgelegenes, damit wir nicht von alltäglichen Dingen abgelenkt werden, wo das Essen gut ist und das Internet funktioniert. Nach eigener Aussage sollte die Jugendherberge und Tagungsstätte in Sayda genau das bieten.

So reisten knapp 30 Übersetzer und Dolmetscher ins Erzgebirge, um zwei ereignisreiche Tage mit Kollegen und Freunden zu erleben.

Das Barcamp selbst war ein voller Erfolg!

 

Wir haben gemeinsam Neues gelernt, gelacht, gesungen und getanzt. Wir haben einen wundervollen Abend am Lagerfeuer verbracht und in einer lustigen Runde zum Abschluss gekegelt.

Ich selbst habe zwei Sessions geleitet:

  1. Zum Thema Bloggen und Blogmonetarisierung
  2. Zum Thema ortsunabhängiges Arbeiten

Ich denke, dass das Konzept eines Barcamps wirklich vorteilhaft ist und die Welt der Konferenzen auf den Kopf werfen könnte.

Barcamp 1 Barcamp 2

Eine Konferenz ist normalerweise erstens deutlich teurer und zweitens deutlich größer, womit der Effekt des Freundschaftlichen und Persönlichen schnell verloren gehen kann. Gerade als Berufsanfänger steht man dann oft allein in der Ecke, weil man noch keine Kollegen kennt bzw. diejenigen, die man kennt, selbst Einsteiger sind.

Auf einem Barcamp kommt der Vorteil von einer Veranstaltung, in der die alten Hasen und die jungen Küken voneinander lernen, voll zur Geltung.

Und ich für mich bin begeistert, weil ich so viele tolle Menschen kennengelernt habe, von denen ich glaube, dass sie mich noch sehr lange begleiten werden. Obwohl die Zeit doch recht kurz war, gab es viele, viele Gespräche, die der Beginn von Banden der Freundschaft waren.

Ich komme allerdings nicht umhin einen negativen Aspekt deutlich zu erwähnen: Geht bitte niemals in diese Jugendherberge!

Tanya Quintieri kann nichts dafür. Sie wurde dreist angelogen. Denn keine der beiden Voraussetzungen, die sie an die Location hatte, wurde erfüllt.

Das Internet war leider eine einzige Katastrophe und es gab pro Teilnehmer nur einen Internetcode für nur ein Endgerät. Auf die Frage nach einem zweiten Code kam als Antwort: „Aber sie können doch nicht gleichzeitig mit ihrem Handy telefonieren und mit ihrem Computer im Internet sein!“. Ähm ja… Leider fällt mir dazu immer noch kein passender Kommentar ein. Das macht mich sprachlos.

Das Essen war bestenfalls mittelmäßig. Die Nudeln waren natürlich verkocht (und die angekündigten Maccaroni waren eigentlich Penne…) und die Kartoffeln schmeckten nach allem möglichen, aber nicht nach Kartoffeln. Die Mitarbeiter in der sogenannten Tagungsstätte wussten nicht, was ein Ghettoblaster ist und konnten uns keine Lautsprecher zur Verfügung stellen. Als Höhepunkt wurden wir dann auch noch um Punkt 22 Uhr von der Kegelbahn geschmissen, weil da die Nachruhe beginnt. Nach fünfminütigem Betteln durften wir gerade noch die letzte Runde, in der wir waren, fertig spielen.

Alles in allem kann ich nur sagen:

Gerne wieder ein Barcamp für Übersetzer und Dolmetscher!

 

Aber bitte nie wieder nach Sayda.

Ich freue mich aber jetzt schon auf die zweite Runde, die Ende Juni im Rhein Main Gebiet stattfinden soll!

Warst du schon mal auf einem Barcamp? Wie hat es dir gefallen und welche Erfahrungen hast du gemacht?

Deine Barbara