Wie Du wahrscheinlich weisst, bin ich selbstständige Übersetzerin und möchte nun, nach Ende meines Studiums als digitale Nomadin leben, also Reisen und Arbeiten verbinden.

Seit nun mehr drei Wochen bin ich auf meiner Weltreise. Und wie durch ein Wunder trudeln seit meiner Abreise die Aufträge nur so ein, dass ich mich kaum retten kann. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, denn ich habe auch nicht mehr Werbung für mich gemacht, als das bisher der Fall war.

Und weißt du was? Das ist alles ganz schön stressig!

Reisen und Arbeiten zu verbinden, ist nämlich alles andere als einfach.

Du musst dir darüber im Klaren sein, dass das Reisen an zweiter Stelle steht und man deswegen auch gezwungen ist, viel langsamer zu reisen. Ich möchte immer alles sofort sehen und entdecken, wenn ich an einen neuen Ort komme! Das kann ich so momentan nicht machen… Im Vordergrund stehen zu jeder Zeit meine Aufträge und meine Kunden.

Wenn man Reisen und Arbeiten verbinden möchte, empfinde ich es zunächst einmal als wichtig, Abstriche zu machen und das zu akzeptieren. So schwer es auch ist. Man kann nicht den ganzen Tag arbeiten und trotzdem viel Sightseeing machen.

Verstehe mich bitte nicht falsch! Mit Sightseeing meine ich in diesem Fall richtige Touren, Ausflüge und Exkursionen. Morgen fahre ich zum Beispiel von hier in Puerto Madryn (ca. 1300km südlich von Buenos Aires) auf die 100km entferne Halbinsel Valdés, von der man Wale sehen kann und auf der Pinguine und Seelöwen leben. Ich werde um 8:00 Uhr im Hostel abgeholt und etwa um 19 Uhr zurück im Hostel sein. Ich werde morgen ziemlich sicher nicht zum Arbeiten kommen. Das ist auch in Ordnung, weil das so eingeplant ist.

Allerdings hast du in den letzten Tagen vielleicht selbst gemerkt, dass es etwas ruhig hier geworden ist. Das Übersetzen, den Blog und das Reisen zu verbinden ist mir in Buenos Aires nämlich sehr schwer gefallen. Noch dazu habe ich eine weitere Zumba® Lizenz gemacht.

In Foz do Iguaçu habe ich von einer Woche vor Ort nur zwei Tage Sightseeing gemacht, mir die brasilianische und argentinische Seite der Wasserfälle angeschaut und den Vogelpark besucht, dafür aber etwa fünf Tage gearbeitet. Gerne hätte ich mehr gesehen, aber dann hätte ich meine Übersetzungsaufträge vernachlässigen müssen und das kam für mich nicht in Frage.

Einfacher sieht die Situation aus, wenn du beschließt, längere Zeit an einem Ort zu bleiben. Wenn du den Ort schon kennst, hast du nicht mehr das dringende Bedürfnis ihn so kennenzulernen, wie das in einer völlig neuen und fremden Stadt der Fall ist.

Da ich auch nach meiner Weltreise auf diese Weise leben und arbeiten möchte, stellt sich mir also täglich die Frage, wie ich das sinnvoll und angenehm verbinden kann. Auf dieser Reise liegt der Schwerpunkt insgesamt deutlich mehr auf dem Reisen. Das wird sich nach der Weltreise verschieben und die Arbeit wird in den Mittelpunkt rücken.

Ich denke also, dass ich dann immer mindestens vier Wochen an einem Ort verbringen werde, bevor ich weiterziehe. Vielleicht bleibe ich auch mal einen ganzen Winter lang an nur einem Ort.

Wenn du auch ortsunabhängig arbeiten und das mit dem Reisen verbinden willst, solltest du für dich folgende Fragen beantworten:

1. Kann ich dort arbeiten, wo andere Urlaub machen und lasse mich nicht ständig von den Verlockungen in Versuchung führen?

Barbara arbeitet am Pool

In Iguaçu habe ich an einem Tag am Pool arbeiten wollen. Das lief sogar ganz gut, bis ich merkte, dass mein Netbook ziemlich heiß wurde. Ich habe mich dann an die Bar verzogen. Auf Koh Phangan hat das dank Schatten spendender Bäume besser geklappt – wie man auf dem Foto sehen kann. Trotz allem sind das die Orte, an denen andere entspannt einen Cocktail trinken, ein Buch lesen oder einfach vor sich hin dösen. Damit müsstest du dann umzugehen lernen. Viele setzen sich zum Beispiel auch in Bars mit WLAN. Das ist ebenfalls eine gute Möglichkeit. Aber auch dort wirst du vielen Urlaubern begegnen, die dich aus dem Konzept bringen könnten.

2. Kann ich an ungewöhnlichen Orten arbeiten, auch wenn es laut und hektisch zugeht?

Jetzt gerade sitze ich in meiner Hostellobby, weil das Internet in meinem Zimmer nicht geht. Leider scheint der Hostelmitarbeiter taub zu sein, denn der Fernseher ist so laut, dass mir die Ohren wegfliegen. In Iguaçu habe ich auch sehr viel aus der Lobby gearbeitet, da ich auf meinem Zimmer der Versuchung des Bettes nicht widerstehen konnte und immer wieder zwischendrin eingenickt bin! Dieses Problem hatte ich in der Lobby nicht, dafür herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Man wird angesprochen und gefragt, was man tut (klar, wenn man Stunden vor seinem Netbook sitzt, anstatt im Pool seine Runden zu drehen), wo man herkommt, usw. Wenn man damit nicht umgehen kann und ewig bracht, um wieder reinzukommen, dann ist das wohl keine Option. Gerade in diesem Moment kam jemand an die Eingangstür und da der Hostelmitarbeiter nicht da war, musste ich öffnen… Eine Ablenkung nach der anderen.

3. Bin ich bereit mit den Widrigkeiten umzugehen, die das ständige Arbeiten im Ausland mit sich bringt?

Not macht erfinderisch!

Als digitaler Nomade muss man manchmal sehr erfinderisch sein! Vor zwei Tagen musste ich eine fertige Übersetzung liefern und gerade da war das Internet im Hostel ausgefallen. Ich wartete eine halbe Stunde, fragte, aber es tat sich nichts. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die nächste Bar mit WLAN zu finden, was in Buenos Aires zum Glück nicht schwer war.

Außerdem musst du bedenken, dass die Zeitverschiebung manchmal unangenehme Auswirkungen haben kann. Eine Anfrage kam letztens um 8:00 Uhr deutsche Zeit rein, als ich ihn um 8:30 Uhr argentinische Zeit sah, war in Deutschland schon Mittagspausenzeit. Ich konnte die Datei nicht öffnen und somit kein Angebot machen, das ich aber bis 16 Uhr deutsche Zeit schicken sollte. Am Ende hat alles geklappt, aber im ersten Moment war das ziemlicher Stress. Und das nur wegen eines Angebots…

 

WIFI im Restaurant

Wenn du alle drei Fragen ohne zu zögern mit „Ja“ beantwortest, steckt vielleicht auch in dir ein digitaler Nomade.

Was meinst du?

Deine Barbara

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