Clil – Eine missglückte Wanderung

von | Jan 30, 2016 | Israel, Naher Osten, Reisen | 1 Kommentar

Meine Reise durch Israel hat mich unter anderem in den Norden des Landes geführt. Unter anderem in das 500-Seelen-Dorf Clil.

Wer sich für eine Weile zurückziehen möchte, ist hier genau richtig! Es gibt keinen Supermarkt und keinerlei Ablenkung. Abgesehen natürlich von der Natur. Denn die schreit förmlich: Komm her und schau mich an!

Also habe ich genau das getan, nachdem ich seit meiner Ankunft nur mit Übersetzen beschäftigt gewesen war. Ich habe meine Sachen gepackt, den Computer mal ausgeschaltet und bin zu einer Wanderung zu einer Festung aufgebrochen. Nach nur wenigen Schritten hörte ich hinter mir die Hunde der Besitzer meines Guest Houses angerannt kommen. Zu meiner Freude begleiteten sie mich. Wie ich später erfuhr, machen sie das wohl bei jedem Gast.

Die Hunde

Durch den wunderschönen Olivenhain, wenige 100 Meter die einzige Straße des Ortes entlang, vorbei am Bio-Garten (der einzigen „Einkaufsmöglichkeit“ vor Ort) und schon ist man auf dem Trail, der durch ein gelb-grünes Symbol gekennzeichnet ist.

Das Trail-Zeichen

Die Sonne kam raus. Schöner konnte es kaum sein.

Ich ließ das letzte der wenigen Häuser von Clil hinter mir und ging in den Wald. Der Weg sollte mich in etwa zwei Stunden an einem Bachlauf entlang zu der Festung bringen.

Das letzte Haus von Clil

Nach etwa 20 Minuten kam ich an eine kleine Abzweigung mit einem Stein an der Seite. Ich war sicher, der Stein würde anzeigen, ich solle in den Weg abbiegen. Ich pfiff die Hunde zurück, die schon vorgerannt waren, und es ging weiter. Es war wunderschön und ging mitten durch die Büsche – so in der Art hatte der Besitzer des Guest Houses mir das auch beschrieben.

Die AbzweigungIch wunderte mich zwar, dass keine gelb-grünen Trail-Zeichen mehr kamen, aber ging weiter, weil der Weg durchaus benutzt aussah. Im schlimmsten Fall, dachte ich, komme ich an einem anderen schönen Ort raus.

Tja. Dachte ich…

Es wurde immer dichter und irgendwann stand ich quasi mitten im Dickicht. Ich hatte mich aber schon durch einige schwierige Stellen durchgewurschtelt: mit Dornen, Krabbeln und etwas Klettern. Deswegen wollte ich nicht umdrehen. Ich war sicher, irgendwo würde ich schon rauskommen. Es gab weiterhin Anzeichen, dass sich hier schon vor mir Leute durchgeschlagen hatten. Kleine Trampelpfade und Abfall. Dann musste es hier auch rausgehen!

Ein Baum

Nunja. Habe ich schon erwähnt, dass ich kaum Wandererfahrung habe?

Auf jeden Fall wurde es immer schlimmer. Die Hunde waren stets in meiner Nähe und zeigten mir teilweise Wege, die ich nicht sah. Nach einiger Zeit kamen wir an einen schmalen, ausgetrockneten Bachlauf. Das war meine Rettung. Wenn ich den zurücklaufen würde, käme ich zurück zu meinem Ausgangspunkt.

Auch das hatte ich mir einfach vorgestellt, als es am Ende war. Ich musste klettern, krabbeln und an Steinen ausgetrocknete Mini-Wasserfälle runterrutschen. Im Hinterkopf hatte ich ständig die Angst, dass ich wie vor mittlerweile fast einem Jahr in Neuseeland wieder umknicke. Und dann? Lieber nicht drüber nachdenken!

Mir tat schon alles weh und ich dachte, ich käme nie hier raus, als ich plötzlich in der Ferne sah, wie mein Bachlauf in einen größeren mündete. Ich hätte vor Freude weinen können, als ich einen Stein mit gelben und grünen Streifen sah!

Ich war wieder auf dem Trail…

Ein Stein in Clil

Ich überlegte noch kurz, ob ich nach rechts gehen sollte und versuchen, die Festung zu erreichen. Aber in drei Stunden war Sonnenuntergang und ich hatte keine Ahnung, wie weit es noch war und wie weit ich von der Stelle entfernt war, an der ich falsch abgebogen war. Ich ging zehn Minuten in die Richtung, um zu sehen, ob ich zwischen den Bäumen in der Ferne etwas entdecken würde.

Aber ich gab schnell auf und drehte um.

Sehr schade! Aber ich denke, es war die richtige Entscheidung. Die Stelle, an der die beiden ehemaligen Bäche in einander mündeten, war sehr nah an der Abzweigung, an der ich falsch abgebogen war. Ich war also wahrscheinlich noch mindestens eine Stunde von meinem Ziel entfernt.

Erst als ich wieder die Häuser von Clil sah, bemerkte ich, wie sehr mein ganzer Körper schmerzte.

Mein Gastgeber sagte nur, nachdem ich ihm erzählt hatte, wie meine Wanderung geendet hatte: „I am happy you had an adventure“

Und so ist es wohl!

Trotzdem war ich ganz froh, als ich wieder mit meinem Computer auf dem Schoß unter der warmen Bettdecke lag. So sah übrigens meine Hose danach aus:

Meine Hose danach

Die Ruhe und der tolle Ausblick haben mich kreativ und produktiv arbeiten lassen.

Kennst du das charmante Örtchen Clil? Dann erzähl mir in den Kommentaren, woher!

Deine Barbara

The Tel Aviv Guide for Digital Nomads

Tel Aviv Guide for Digital Nomads

Live Like a Local

Du suchst noch nach einem coolen Spot für digitale Nomaden im Nahen Osten? Dann solltest du dir Tel Aviv nicht entgehen lassen!

Melde dich zu meinem Newsletter an, in dem ich dich über mein Leben auf Reisen und als digitale Nomadin informiere! So verpasst du keinen neuen Blogpost, kein neues E-Book oder wohin mich meine Reisen bringen. Langweilig wird es sicher nicht!
Nablus und Jenin Tour
NAHOST
NABLUS UND JENIN
Masada
NAHOST
MASADA
NAHOST
BEST OF THE WESTBANK